Rüdiger Maier
"Wir mussten gar keine Return-on-investment-Rechnung anstellen. Ich habe einfach unseren Service-Vertrag für das alte System gekündigt und das eingesparte Geld zum Ankauf der Kofax-Lösung verwendet", schwärmt Nick Hunt von der amerikanischen ADI Broker Service Gruppe.
Welchem Anbieter würden solche Kunden-Aussagen nicht das Herz erwärmen? Das seit sechs Jahren zur Dicom-Gruppe gehörende Unternehmen Kofax ist Spezialist für Informationsmanagement. Erstmals lud das Unternehmen heuer Kunden und Partner aus Europa zur Transform `05 nach Mallorca, um dort neue Strategien zu diskutieren und Produkte anzukündigen.
Schlagwort ECM
Startete das Unternehmen vor 20 Jahren mit der Verarbeitung von Papier, so erstrecken sich heute seine Aktivitäten auf alle Bereiche elektronischer Dokumente, Bilder sowie E-Mails. "Wir streben die Führerschaft im Bereich der Lösungen zur Informations-Sammlung und -Aufbereitung an", definiert der Entwicklungs- und Marketingchef Anthony Macciola.
Noch immer vergeuden nämlich Mitarbeiter in Unternehmen heute viele Stunden täglich mit der Suche nach Informationen in Dokumenten und E-Mails. Gleichzeitig werden die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Dokumentation und Archivierung digitaler Informationen immer schärfer. Hier hilft nur ein gezieltes ECM. "Viele Unternehmen wissen ja gar nicht, welche Datenbanken bei ihnen laufen und wie sie die Daten verfügbar machen sollen", unterstreicht im Gespräch Brigitte Vyhnak von der österreichischen SBS (Siemens Business Services), einem zertifizierten Dicom/Kofax-Reseller. Bei der SBS sind mobiles Scannen mittels Spezial-LKW und Beschlagworten nachgefragte Dienstleitungen, die Mail-Bearbeitung wird immer wichtiger, selbst Outsourcing ist bereits ein Thema. Klaus Grundwald vom Team Professional Services bei SER - ebenfalls ein zertifizierter Reseller - sieht die klassische Zielgruppe für Kofax-Lösungen in Unternehmen, die zumindest 300-400 Dokumente täglich zu bearbeiten haben.
Breites Angebot
Zur Lösung der vielfältigen Anforderungen des ECM verfügt Kofax über eine ganze Palette von Produkten, deren bekannteste wohl Ascent Capture und Capio sind. Die aktuellste Version 7.0 von Ascent Capture adressiert vor allem den High-End-Markt. Das System erlaubt das Sammeln, Aufbereiten und die Verfügbarmachung von Informationen sowie durch seine offene Architektur die Erweiterung um kundenspezifische Anforderungen. Das Produkt Capio wiederum richtet sich an den Markt für Ad-Hoc und Desktop-Datenaufbereitung.
"Wir sind stolz darauf, dass unsere 1.100 zertifizierten Lösungs-Anbieter individuelle Lösungen auf das System aufsetzen können, die den Kunden die Arbeit weiter erleichtern", so Macciola. Und auch Kofax-CEO Rick Murphy sieht in der Technologieführerschaft und der starken Partnerorientierung ein entscheidendes Plus im Kampf um Markanteile: "Wir wollen Marktführer im Bereich der Klein- und Mittelbetriebe werden und so unseren Anteil am Gesamtmarkt ausweiten." Dieser liegt laut einer Studie des Marktforschungsunternehmens Harvey Spencer Associates unter 88 Anbietern derzeit bei 12%. Im High-End-Markt führt das Unternehmen sogar mit einem 50prozentigen Vorsprung vor dem nächsten Wettbewerber. Durch den strategischen Zukauf von Mohomine (Kategorisierung und Klassifizierung), Neurascript (Datenerfassung) und TopCall (Kontrolle über verschiedenste Dokumententypen) wurde die führende Stellung in letzter Zeit kontinuierlich ausgebaut.



1/2012
8/2011
7/2011


Alexandra Riegler arbeitet als freie Journalistin in den USA. Zu ihren Spezialgebieten zählen die Themen Technologie und Forschung. 