Einer der großen Bereiche von SAP NetWeaver ist die "Integration von Personen". Wie viele Anbieter setzt SAP auf eine Portal Lösung, um Mitarbeitern einen zentralen Zugang zu den für ihre Arbeit benötigten Informationen und Anwendungen zu geben. Das SAP Enterprise Portal unterscheidet sich jedoch dadurch, dass die aus unterschiedlichen Quellen stammenden Informationen nicht einfach nur in separaten Fenstern nebeneinander aber doch getrennt voneinander laufen. Die Informationen werden einheitlich aufbereitet zur Verfügung gestellt. Damit sind nicht unnötig viele Schritte notwendig, um zum Beispiel eine Kundenanfrage zu beantworten, für die man Informationen aus dem CRM-System, aus dem ERP-System und vielleicht noch Anmerkungen in einer E-Mail im Outlook benötigt.
So bietet das Unternehmensportal nicht mehr nur eine Ansammlung von Informationen und webbasierten Zugriff auf Anwendungen, sondern vereint Informationen, Anwendungen und Dienste aus heterogenen Systemen, um die (auch unternehmensübergreifende) Zusammenarbeit zu fördern und Mitarbeiter in ihrer Entscheidungseffizienz und Reaktionsfähigkeit zu unterstützen. Dazu werden die Informationsquellen in einer einheitlichen Ansicht zusammengeführt. Das SAP Enterprise Portal ermöglicht, die in den jeweiligen Anwendungen gespeicherten Informationen auch über die Anwendungsgrenzen hinweg kontextbezogen zu nützen. Die Drag&Relate Funktion erleichtern es dem Anwender, einfach Informationen aus unterschiedlichen Quellen zu verknüpfen. Zieht man beispielsweise einen Auftrag mit dem Vermerk "verspätet" auf den Link eines Spediteurs, erhält man sofort die Informationen, wo sich die betroffene Ware gerade befindet.
Durch sogenannte Business Packages kann das Unternehmensportal zusätzlich angereichert werden. Diese vordefinierten Portalinhalte ermöglichen es, das Portal rasch mit rollenspezifischen Inhalten zu füllen. So können Mitarbeiter viele Angelegenheiten über "Employee Self-Services" rasch und eigenständig erledigen: Zum Beispiel Geschäftsreisen buchen, Personaldaten aktualisieren oder Informationen über Sozialleistungen abrufen. Auch Prozesse wie Personalbeschaffung, Materialbestellungen oder Urlaubsanträge werden so samt den notwendigen Genehmigungen und Planungsprozessen abgewickelt.
Kunden und Lieferanten-Portale
Die Java-basierte Oberfläche lässt aber nicht nur Prozesse zwischen Mitarbeitern und Vorgesetzten einfach umsetzen, sondern auch die Zusammenarbeit über Unternehmensgrenzen hinaus in Kunden- und Lieferantenportalen. Beispielsweise hat die Lenzing AG mit dem SAP Enterprise Portal eine Plattform für Lieferanten kreiert. Diese können jederzeit aktuelle Daten wie Kaufverträge, Erfüllungsgrade oder Liefervolumina abrufen. Sie sehen, wie Waren ihrem Konto gutgeschrieben werden und erhalten nicht mehr wie früher erst am Monatsende eine Abrechnung.
Mobile Infrastruktur für mobile Mitarbeiter
Über die SAP Mobile Infrastructure lassen sich vorhandene Unternehmensanwendungen auf alle Mitarbeiter ausdehnen, unabhängig davon wo sie sich befinden. Die Mobilfunktionen können schnell und einfach in bestehende Lösungen sowie mit allen NetWeaver-Komponenten integriert werden.
Die SAP Mobile Infrastructure bietet eine zukunftssichere mobile Umgebung, die auf offenen und flexiblen Technologiestandards wie Java, XML und SOAP (Simple Object Access Protocol) basiert. Es lassen sich integrierte mobile Lösungen erstellen, die systemeigene oder browserbasierte Benutzungsoberflächen unterstützen. Mobile Lösungen können dabei offline (synchronisieren der Daten aus den Mobilgeräten) oder online (direkter Zugriff auf die Anwendungen über Wireless-Netze) eingesetzt werden. Mitarbeiter, die viel unterwegs arbeiten (z.B. Vertrieb, Servicetechniker) werden so besser in die Unternehmensabläufe integriert.




1/2012
8/2011
7/2011


Dunja Koelwel ist freie Journalistin in München. Die studierte Juristin arbeitet für Verlage und Agenturen und betreut vor allem die Themen Internet und Business-Software aus einem strategisch- wirtschaftlichen Blickwinkel. 