Rüdiger Maier
Seit knapp drei Jahren hat Oracle seinen Fokus auf die Partner ausgerichtet, mittlerweile werden 70% der Projekte über diese abgewickelt. Im ersten Fiskaljahr 2005 konnte der Umsatz mit den Partnern um 27% erhöht werden. "In Österreich besteht unser Partnernetzwerk aus 300 Unternehmen, in Europa sind es ca. 9.000. Hierzulande konnten wir im Vorjahr gut wachsen, haben aber den prozentuellen Anteil des Partner-Business nicht gesteigert", erläutert Mag. Pascha Soufi-Siavoch, Director Indirect Sales.
Am OPN-Tag in München gab sich auch Stein Surlien, Vice President Alliance and Channels Oracle EMEA, ganz partnerorientiert: "Wir führen innerhalb von drei Tagen eine Entscheidung herbei, ob ein Projekt direkt oder über Partner abgewickelt wird." Und noch ein ehrgeiziges Ziel formuliert er: Man wolle in allen Bereichen, die man besetzt, Nummer eins oder zwei weltweit werden. Gleichzeitig gesteht Surlien ein, dass es nach drei Jahren Partner-Fokussierung noch viel zu lernen gebe. Immer noch monieren nämlich Partner, es sei "zu kompliziert, mit Oracle Geschäfte zu machen". Kürzlich wurde jedenfalls das Partner-Interaktions-Zentrum von Dublin nach Bukarest verlegt, wo nun 50 Mitarbeiter in den verschiedensten europäischen Sprachen Auskunft geben. "Ein eigenes Tele-Sales-Zentrum in Potsdam hilft den Partnern zusätzlich bei der Generierung von Kundenkontakten", ergänzt Helmut Eichert, Managing Director Oracle Österreich.
Weitere Zukäufe
Um entsprechendes Wachstum garantieren zu können, sind auch nach der Übernahme von Peoplesoft oder Oblix weiter Zukäufe geplant. Gleichzeitig unterstreicht Surlien, das für die Produkte von J.D.Edwards und Peoplesoft die Unterstützung bis 2013 garantiert sei. "Wir haben in Österreich aus diesen beiden Übernahmen nur sehr wenige Kunden dazugewonnen. Dafür konnten wir so das Partnernetzwerk erweitern", so Soufi-Siavoch. Die Partner können durch gezielte Fortbildung einen immer höheren Status erwerben, um so neben Marketingunterstützung auch vermehrt Projekt-Know-How zu bekommen. Gut läuft das Geschäft mit den Datenbanken, bei den Applikationen spürt man den Wettbewerb: "Österreich ist ein SAP-Heimmarkt, hier müssen wir bei unseren Partnern noch viel Aufbauarbeit leisten", sieht Eichert noch viel Arbeit vor sich. Mit SAP (NetWeaver) steht das Unternehmen mit seinem Application Server auch im mittelfristig strategisch entscheidenden Bereich der Middleware in Konkurrenz: "Bei Middleware sind wir derzeit Nummer 3, wollen aber auch hier weiter nach vorne", gibt sich Eichert kämpferisch. Etwa 150 Partner entwickeln eigene Softwarelösungen auf Oracle-Basis, verkaufen aber keine Lizenzen. "Diese Partner helfen etwa Kunden, unsere ERP-Lösung an die entsprechenden Branchenerfordernisse anzupassen."
Mittelstandsinitiative für Händler
Um der wachsenden Nachfrage nach Datenbank und Application Server gerecht zu werden, hat das Unternehmen OPN Access angekündigt. Die Initiative richtet sich an Firmen, die diese Einstiegsprodukte kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMUs) anbieten möchten. Die Mitgliedschaft im PartnerNetwork über OPN Access kostet 300 US-Dollar. Darin enthalten sind alle Tools und Ressourcen zum Vertrieb der Standard Edition One Produktfamilie. "80 % der heimischen Kunden zählen zu den mittelständischen Unternehmen, deshalb ist der österreichische Markt besonders geeignet für diese Initiative", weiss Soufi-Siavoch.
Auch beim GRID-Computing sieht der Verkaufs-Chef gute Chancen: "Wir kommunizieren das Thema seit etwa eineinhalb Jahren und können nun bereits erste Projekte vorweisen." Nicht zuletzt bestätigt der Oracle Grid Index weltweit zunehmende Akzeptanz bei Grid Computing.
Fusion Middleware
Oracle Fusion Middleware ist der neue Name für die bestehende Middleware-Produktlinie zur Integration von heterogenen Geschäftsanwendungen.
Sie umfasst die Oracle Application Server 10g Produktfamilie. Als Teil der Unternehmensinitiative zur einfacheren Integration von Applikationen, bietet Fusion Middleware einen umfassenden, offenen und Standard-basierten Ansatz für Service Oriented Architectures (SOA). Mit Hilfe von Web Services, einem Enterprise Service Bus und Oracle BPEL Process Manager zur Implementierung von SOAs können Kunden problemlos heterogene Geschäftsanwendungen integrieren sowie Geschäftsprozesse automatisieren. Die Middleware unterstützt sowohl die Oracle E-Business Suite als auch andere Unternehmensanwendungen sowie Tausende von Independent Software Vendors, die diese als Basis zur Erstellung von eigenen spezifischen Applikationen einsetzen.
Raiffeisen International implementiert einheitliche Ergebnisrechnung
BearingPoint setzt mit Oracle Austria ein intelligentes Banken-Steuerungskonzept bei der Raiffeisen International Bank-Holding AG (RI) zur Vereinheitlichung ihrer Ergebnisrechnung für ihre 15 Netzwerkbanken auf. Die RI ist eine der größten Bankengruppen in Zentral- und Osteuropa mit über 900 Geschäftsstellen in 15 Ländern. Da das bestehende Netzwerk in einem extrem heterogenen Markt operiert, bedeutet dieses Projekt eine besondere Herausforderung. Das Projekt wird mit den Oracle Financial Services Applications (OFSA) realisiert und vom internationalen Beratungshaus BearingPoint begleitet.



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Mag. Christoph Weiss, i2s consulting, Leiter Büro Österreich: Magister und Textil-Fachingenieur. Führungserfahrung als IT-Leiter im Bereich technischer Grosshandel. Mehrfach Linien- verantwortlicher für ERP-Einführungen. Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Technikum Wien. Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für Datenverarbeitung (ADV) 