Rüdiger Maier
"Der Bogen zwischen dem Segeln und meinem Arbeitsgebiet "Business Intelligence" lässt sich leicht spannen: In beiden Fällen ist eine ausgeprägte Analysefähigkeit wichtig für den Erfolg." Klinka sammelte nach der Absolvierung des Wiener TGM vielfältige Erfahrungen als Programmierer: "Die Hardwarekosten waren damals extrem hoch, Software und Programmierer im Vergleich sehr billig." Er könne sich noch an IBM-Rechner für 10 Mio. Schilling erinnern, die nur ganz wenig Speicher hatten.
Nur der Nutzen zählt
Aber nicht nur habe sich das Verhältnis Hardware/Software heute völlig gewandelt, auch die Entscheidungen bei IT-Anschaffungen unterliegen nun gänzlich anderen Voraussetzungen.
"War früher oft die neue Technik Grund genug für Investitionen in IT, so zählt heute nur der Nutzen für das laufende Geschäft", weiß Klinka aus Erfahrung. Daher müsse man sich heute sehr genau die Bedürfnisse eines Kunden ansehen, um ihm ein passendes Angebot machen zu können. Dabei ermöglichen die großen Leistungsreserven der Hardware aufwändige Software-Entwicklungen. "Wir dürfen aber auf keinen Fall den Anwender vergessen, der sich in der Benutzer-Oberfläche des Programms rasch zurechtfinden will. Das wurde in allen unseren Produkten berücksichtigt und macht uns so erfolgreich."
Anforderungen an die Information wachsen
Ein großes Problem bei BI-Lösungen bestehe heute aber weiterhin darin, dass die Daten oft nicht in der richtigen Form vorliegen. "Die Anforderungen an die zur Verfügung zu stellenden Information werden heute durch gesetzliche Vorschriften (Stichwort: Corporate Governance) laufend höher. Daher sind wir immer mehr gefordert, durch das Zusammenfügen unserer Module eine optimale Gesamtlösung für den Informationsbedarf im Unternehmen zu erstellen", weiß der erfahrene IT-Experte aus dem täglichen Gespräch.
Gerade auch heimische Unternehmen - die oft stark Fremdkapitalabhängig sind - benötigen vielfältige Informationen über ihr Unternehmen, um über die Banken weiterhin zu billigem Geld zu kommen. Dabei wolle man aber die Abhängigkeit von unflexiblen Lösungen nicht mehr länger akzeptieren. "Wir sehen in unseren Projekten - etwa beim Gewürzspezialisten Kotanyi - dass im modernen Geschäft der Zugriff auf alle Informationen gewährleistet sein muss. Alle Änderungen sollen sofort erfasst werden, um immer den aktuellen Stand der Geschäfte kontrollieren zu können."
Oft gäbe es spezielle Anlassfälle - von der Personalabteilung bis zur Rohstoffbeschaffung - die die Anschaffung moderner BI-Werkzeuge vorantreibe. Und das gelte nicht nur in der Industrie, sondern besonders auch im öffentlichen Bereich. Hier sei die Aufklärung der Mitarbeiter über den Nutzen solcher Lösungen besonders wichtig, um anfängliche Widerstände schnell zu beseitigen.
Österreich und Osteuropa
In Österreich setzen viele namhafte Unternehmen auf die Lösungen des kanadischen Software-Anbieters mit Hauptsitz in Ottawa. So konnten in den letzten Jahren Firmen wie die Raiffeisen Zentralbank, das AMS, AUA, ÖBB und Swarovski gewonnen werden. Insgesamt vertrauen über 300 Kunden in Österreich auf die Kompetenz des BI-Anbieters. In Osteuropa konnten gemeinsam mit lokalen Partnern vor Ort in letzter Zeit Kunden wie die Slovak Telecom, Komercni Banka, die ungarische Post sowie international tätige Konzerne wie Lafarge, Flextronics und Raiffeisen International Cognos Lösungen gewonnen werden.
Zusammenarbeit mit IBM und SAP
Auch die Zusammenarbeit mit anderen führenden Herstellern wird verstärkt. Die neueste Version von Cognos ReportNet bietet daher Unterstützung für den DB2 Information Integrator von IBM. Anwender haben damit Zugriff auf unterschiedliche Datenquellen wie Mainframe-, Datenbank- und Content-Systeme. Des Weiteren haben die Kanadier mit IBM einen OEM-Vertrag über IBM-Middleware geschlossen. Das Produkt Cognos ReportNet IBM Special Edition wird mit einer eingebetteten Version des Websphere Application Servers und DB2 UDB als Content-Speicher von ReportNet ausgeliefert.
Auch wurde kürzlich bekannt, dass Cognos weitere intensive Prüfungen durchgeführt hat, um die vorhandene "Powered by SAP NetWeaver"-Zertifizierung für die SAP NetWeaver Release'04 Plattform zu erweitern. Cognos ReportNet bietet durch seine SAP-zertifizierte Integrationsfähigkeit rasches und effektives Enterprise-Reporting im globalen Maßstab für die offene SAP NetWeaver Integrations- und Applikations-Plattform.
Anforderungen der Corporate Governance
Zahlreiche Großunternehmen sind noch nicht gerüstet, um die Anforderungen an Corporate Governance zu erfüllen. Die Kommunikation von Risiken an den Vorstand dauert zu lange, so ein Ergebnis der aktuellen Studie "Steuerungs- und Informationssysteme - Motor für Corporate Governance" des Business Application Research Centers (BARC) in Zusammenarbeit mit Cognos und Maisberger Whiteoaks.
Corporate Governance bedeutet eine angemessene Unternehmensführung und das damit verbundene Ziel ist die Verbesserung der Transparenz der Firmen, was Entwicklung und Risiken betrifft. Die Studienergebnisse zeigen, dass das Berichtswesen noch langwierig ist. 93 Prozent der Befragten sehen im Einsatz von IT die Möglichkeit, ihre Corporate Governance zu verbessern. Die Ansatzpunkte bestehen hier vor allem in zwei Kernbereichen: Die Optimierung der vorhandenen Prozesse sowie die Integration der Systeme.




1/2012
8/2011
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Mag. Carl-Markus Piswanger, MAS ist freier Journalist, Projektberater und hauptberuflich IT-Architekt. Er ist ausgebildeter Versicherungskaufmann, studierter Historiker und postgradualer E-Government-Experte. Er war beim ISP Netway, der Österreichischen Post und der Seibersdorf Research beschäftigt und seit 2004 als IT-Architekt im Bundesrechenzentrum. Der Wiener ist glücklich nicht verheiratet und hat einen Sohn. 