Technologisch sind die neuen Smartphones, Pocket PCs und PDAs vergleichbar mit herkömmlichen Computern: sie arbeiten unter einem Betriebssystem wie Symbian, WindowsCE oder Linux. Individuell können weitere Programme unter diesen Plattformen hinzu installiert werden - und genau diese Möglichkeit macht diese Geräte zum erklärten Ziel für Viren-Programmierer.
Im Sommer 2004 hat der Handy-Virus "Cabir" die ersten Handys unter dem Betriebssystem Symbian der Serie 60 befallen. Seine Verbreitungstechnologie ist noch sehr beschränkt und geschieht über Bluetooth. Um ein Handy zu infizieren muss der Besitzer drei Mal bestätigen (Empfang der Datei erlauben und zwei weitere Mal die Installation einer unsicheren .SIS-Datei gestatten). Ist ein Mobiltelefon infiziert, scannt es die Umgebung nach weiteren Bluetooth-Geräten ab und verschickt sich selbsttätig an alle gefundenen Handys. Dieser Virus ist noch als sehr harmlos einzustufen, denn außer seiner Reproduktionsroutine beinhaltet er keine Schadfunktion.
Ein weiteres Schadprogramm, "SymbOS/Skulls" findet Verbreitung über Shareware-Seiten als "Extended Theme Manager" getarnt. Wird dieses SIS-Applikation im Handy gestartet, überschreibt das Trojanische Pferd verschiedene Systemdateien, so dass kein Symbian-Programm mehr nutzbar ist. Weiters werden die Programm-Icons mit einem Totenkopfbild versehen. Die Entfernung dieses Schädlings gestaltet sich als schwierig, durchschnittlichen Anwendern bleibt der Weg zu einer Service-Stelle nicht erspart.
Wahrlich einen neuen Meilenstein setzt der im März entdeckte Symbian Wurm "Commwarrior". Erstmals verbreitet sich dieser Wurm neben Bluetooth per MMS an andere Geräte. Die Verbreitung von Symbian-Würmern war bisher regional auf Bluetooth-Entfernung begrenzt. Commwarrior nutzt nun das MMS-Protokoll, welches der E-Mail-Verbreitung gleichkommt. Die Botschaft eines empfangenen Wurmes verspricht beim Öffnen des Anhanges kostenlose Software, Sexbilder, Betriebssystemupdates, Sicherheitssoftware oder Spiele. Eine der Betreffzeilen lautet zum Beispiel "Norton AntiVirus: Released now for mobile, install it!". Der Wurm installiert sich also nicht selber, doch seine wechselnden Werbebotschaften werden sicher einige Handybesitzer neugierig machen und seine Verbreitung so unterstützen. Befallene Geräte versenden den Wurm an alle Telefonnummern im Telefonbuch. Bei MMS Tarifen um die 50 Cent und prall gefülltem Telefonbuch wird sich ein "Commwarrior-Besitzer" über die nächste Telefonrechnung sicher nicht freuen.
Es kann - wie in der PC-Welt - nicht oft genug gesagt werden: nie Anhänge unbekannten Ursprungs öffnen! Wenn von Bekannten ohne vorheriger Ankündigung Installprogramme eingehen, immer skeptisch sein. Nie Applikationen, Themen usw. installieren, die aus unbekannten oder unseriösen Quellen wie eMule und der gleichen stammen, zu leicht könnte darin ein Wurm stecken. Die Bluetooth-Funktion des Handys nur einschalten, wenn sie benötigt wird: so hält erstens die Akkuladung länger und auch gegen lästiges "Bluejacking" ist man immun.
Antivirus-Software für Mobile Geräte
Noch ist keine Panik angesagt, die Verbreitung von Handy-Schädlingen ist momentan sehr gering und ohne Mitarbeit des Handy-Users ist eine Infektion nicht möglich. Aber fast alle Antivirus-Software Firmen nehmen die Handy-Viren Thematik ernst und entwickeln Sicherheitslösungen für Mobile Geräte.
F-Secure Mobile Anti-Virus for Series 60 and 90
Ist eine der ersten am Markt erhältlichen Lösungen für den Schutz von Smartphones mit dem Betriebssystem Symbian. Sie schützt Geräte in Echtzeit vor schädlichen Inhalten, unerwünschten Nachrichten und fehlerhaften Anwendungen. Die F-Secure Lösung lässt sich zudem automatisch mittels eines patentierten Verfahrens drahtlos über SMS sowie über HTTPS-Verbindungen aktualisieren.
Trend Micro - Mobile Security 2.0
Für die wichtigsten Mobilen Betriebssysteme entwickelt Trend Micro seine Sicherheitssysteme: Microsoft Windows Mobile 2003/2003SE für Smartphone und PocketPC Phone Edition, Symbian OS V7.0 für UIQ 2.0/2.1 Benutzeroberfläche als auch für die Symbian Serie 60 Plattform. Neben dem Schutz vor Viren beinhalten diese Lösungen einen Anti-Spam-Schutz für SMS. Die Liste für zulässige oder gesperrte Absender wird um eine Abwehrfunktion für SMS-Nachrichten mit unterdrückten Absendern ergänzt.
BitDefender Mobile Security für PALM OS, Windows Mobile und Symbian OS
Softwin, Hersteller der BitDefender Antivirus Softwareprodukte, wird seine Sicherheitssoftware voraussichtlich im 3. Quartal veröffentlichen. Es sind zwei Versionen geplant. Das Removal-Tool BitDefender Mobile v1 scannt entsprechend der Benutzervorgabe das komplette System eines Smartphones oder PDAs. Die Updates werden über GPRS abgerufen und entdeckte Viren umgehend entfernt. BitDefender Mobile Security v2 ist der Echtzeit-Antivirusschutz für Mobile Endgeräte. Mittels eines Schutzschilds wird die Übermittlung und Ausführung von infizierten Dateien verhindert.
Kaspersky Security für PDAs 5.5 und Kaspersky Anti-Virus for Symbian OS
Für Pocket PC und Palm OS Geräte hat Kaspersky seine Lösung entwickelt. Neben dem Schutz vor Viren kann mit dieser Software vertrauliche Information im Handheld durch Verschlüsselung vor unautorisierten Zugriff geschützt werden. Im Beta-Test Stadium befindet sich "Kaspersky Anti-Virus for Symbian OS" ein Schutzsystem für Symbian Handys. Unter www.kaspersky.com/beta liegt die in Entwicklung stehende Version bereit.
Symantec Client Security für Nokia Communicator
Speziell für die Modelle der Reihe Nokia 9300 Communikator und Nokia 9300 Smartphones hat Symantec eine Sicherheitssoftware im Programm. Neben Virenschutz wurde eine Firewall implementiert. Die Firewall überprüft alle eingehenden und ausgehenden Pakete und lässt die Daten- oder Anwendungsübertragung nach den im Rahmen der IT-Richtlinien festgelegten Regeln und Einstellungen entweder zu oder blockiert sie. Darüber hinaus kann sie Port-Scanning-Versuche erkennen und blockieren und umfasst Regeln, mit denen die folgenden häufig verwendeten Ports und Protokolle gefiltert werden können: IMAP3, IMAP4, HTTP, HTTPS, POP3, Telnet und SMTP-Verkehr.




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Alexandra Riegler arbeitet als freie Journalistin in den USA. Zu ihren Spezialgebieten zählen die Themen Technologie und Forschung. 