Andreas Roesler-Schmidt
SAP präsentierte auf der Konferenz den Entwicklungsplan für die nächste Generation Services-orientierter Softwarelösungen. Kunden wie die französische EDF Gruppe, EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall präsentierten ihren Erfahrungen mit SAP for Utilities.
SAP wird seine Branchenlösung künftig als Enterprise Services Architektur entwickeln. Damit können Versorgungsunternehmen ihre Geschäftsprozesse an die Anforderungen des Marktes anpassen. Dazu wird SAP for Utilities eng mit der Technologieplattform NetWeaver verknüpft. So entsteht eine enge Verbindung zwischen Anwendungssoftware und technologischer Basis, die von Analysten von Forrester Research auch als "Applistructure" bezeichnet wird. Diese Verbindung aus Applikation und Infrastruktur ermöglicht den umfassenden Einsatz von Web Services. Geschäftsprozesse und die sie unterstützenden Softwareprogramme können an sich ändernde Markterfordernisse angepasst werden.
Die Services-orientierte Architektur der neuen Lösungen erlaubt Versorgungsunternehmen, gesetzliche Regelungen zügig umzusetzen, und zum Beispiel Kunden den problemlosen Wechsel von einem Anbieter zu einem anderen zu ermöglichen: Sämtliche Arbeitsschritte wie das Ablesen von Zählerständen, die Rechnungsstellung oder die Verrechnung mit beteiligten Unternehmen können den jeweiligen Richtlinien entsprechend reorganisiert werden.
Die Deregulierungsbestrebungen gehören zu den derzeit größten Herausforderungen für die Versorgungsindustrie. Sie haben weitreichende Auswirkungen auf Organisation, Geschäftsprozesse und IT-Systeme der Unternehmen. So müssen beispielsweise Energieunternehmen in der EU und einigen anderen Ländern ab 2007 ihre bis dahin "gebündelten" Bereiche Energieerzeugung, -verteilung und -handel entflechten ("Unbundling"). Damit alle Marktteilnehmer gleichermaßen Zugang zum Verteilernetzwerk erhalten, müssen die Softwarelösungen in den Unternehmen verstärkt kooperative Prozesse unterstützen und für einen zuverlässigen, reibungslosen Datenaustausch mit Drittsystemen sorgen.
Mit den SAP-Lösungen können Versorgungsunternehmen diesen Datenaustausch untereinander individuell anpassen und zugleich die Vorschriften der einzelnen Märkte im Bezug auf freien Wechsel der Kunden, Abrechnung sowie Ausgleichszahlungen an beteiligte Unternehmen erfüllen. SAP for Utilities unterstützt aber nicht nur Unternehmenskooperationen in deregulierten Märkten, sondern bietet auch die nötige Funktionalität, um die Einhaltung gesetzlicher Auflagen zu kontrollieren, sowie ergänzende Analysefunktionen.
"Wir wechseln schrittweise auf SAP NetWeaver. Zur Zeit setzen wir bereits die Business Intelligence-Fähigkeiten und die Portal-Technologie der neuen Plattform ein, jetzt folgt der Datenaustausch mit Drittsystemen", berichtet Rüdiger Erbe, Teamleiter IT Support für SAP Financials bei E.ON Ruhrgas. "Wir haben unsere verschiedenen Datenbanken mit SAP Business Intelligence integriert und nutzen SAP Enterprise Portal als strategische Plattform für das Berichtswesen, Auswertungen und die Verteilung von Informationen. Mit der SAP-Plattform können wir unsere IT-Infrastruktur prozessorientiert organisieren. Für unsere Mitarbeiter heißt das, sie erhalten über eine einzige, rollenbasierte Benutzeroberfläche genau die Informationen und Geschäftsanwendungen, die sie für ihre Arbeit benötigen."
Bei der Salzburg AG haben durch SAP Mobile Asset Management erstmals alle Servicetechniker Systemunterstützung vor Ort. Auf mobilen Endgeräten werden alle relevanten Auftragsdaten, inklusive historischer Vorfälle aus dem SAP System "mitgenommen". Dies ist eine wesentliche Erleichterung für eine bessere und zugleich raschere Durchführung der Inspektionen. Weiters werden vor Ort alle Abschlussarbeiten wie Rückmeldung der Fehlerursache, verbrauchte Materialien und Arbeitszeit erfasst und an das SAP System übermittelt.



1/2012
8/2011
7/2011


Dr. Manfred Wöhrl ist Geschäftsführer der R.I.C.S. EDV-GmbH (Research Institute for Computer Science, www.rics.at), spezialisiert auf Securitychecks und Security-Consulting. 