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Thema: Open Source & Linux

IDC-Marktstudie

In Riesenschritten zu bescheidener Größe

Der Markt rund um Open Source Software wächst enorm, bleibt aber im Gesamt IT-Markt ein kleiner Anteil. In einigen Jahren, erwartet IDC, wird er bei 10 Prozent an seine Wachstumsgrenzen stoßen - aber damit auch nicht mehr wegzudenken sein.

Andreas Roesler-Schmidt

Open Source wächst enorm, bleibt dabei aber unbedeutend. So könnte man die Marktforschung rund um den Open Source Markt überspitzt zusammenfassen. Denn selbst wenn Dienstleistungen rund um Open Source massiv wachsen, sie stellen derzeit immer noch lediglich rund drei Prozent des gesamten westeuropäischen IT-Dienstleistungsmarkts dar. Dabei sind sie von 2003 auf 2004 um beachtliche 15 Prozent gewachsen - von 85 Millionen US-Dollar auf 98.

IDC erwartet, dass dieser Markt über die nächsten fünf Jahre wächst und 2008 228 Millionen Dollar erreicht. Im selben Zeitraum soll der Markt für IT Services rund um Open Source am Desktop von 4 (2004) auf 61 Millionen Dollar im Jahr 2008 wachsen. Ein Ende der Entwicklung ist allerdings abzusehen: IDC erwartet, dass sich der Open Source Service Markt bei rund zehn Prozent des Gesamtmarkts einpendelt, wo Open Source dann nicht mehr aus dem Markt wegzudenken ist, aber den etablierten Softwareherstellern aber auch nicht weiter wehtut.

GNU/Linux hat zwar viel Aufmerksamkeit am Markt gewinnen können, aber die damit verbundenen Servicemärkte sind laut IDC limitiert. Einen der Gründe vermutet man darin, dass Anwender bei vielen Projekten rund um diese Produkte immer noch eher auf interne Ressourcen vertrauen als auf externe Partner. Linux Software Services werden am meisten Erfolg in großen Unternehmen haben. Kleine Unternehmen werden die Investitionen in externe Partner für Open Source Software Services scheuen und weiterhin auf interne Ressourcen zurückgreifen.

Produktreife hat zugnommen

IDC stellt fest, dass die Reife von Open Source Lösungen zugenommen hat und auch verstärkt wahrgenommen wird: Die zunehmende Zuwendung des öffentlichen Sektors zu Linux und Open Source hilft dem damit verbundenen Service-Markt sich in Richtung Mainstream zu bewegen. Der politische Wunsch von Regierungen in Europa, insbesondere die deutsche und französische, aber auch zahlreicher lokaler Behörden, ist unübersehbar und hilft durchaus, die Werbetrommel für Open Source Software zu rühren. Kein Wunder also, wenn auch Microsoft derzeit gerade besonders mit Projekten im öffentlichen Sektor wirbt. Außerdem erwartet IDC, dass Microsoft bereit sein wird, die Lizenzkosten für Key Accounts signifikant zu reduzieren, um hier weniger stark im Nachteil zu stehen.

Die auf freie Software spezialisierten Software-Provider bezeichnet IDC als innovative, reaktionsfreudige Spezialisten, die sowohl die Software-Tools als auch die Community gut verstehen. Große Systemintegratoren sind eher vorsichtig mit Open Source. Ein paar sind bereits weiter fortgeschritten und haben bereits erste Angebote aufgebaut. Sie werden aufgrund ihrer Beziehungen zu den großen Unternehmenskunden eine wichtige Rolle für den Erfolg von Open Source spielen.

Viele Linux-Implementierungen werden intern durchgeführt werden, so dass der Services-Markt nicht im gleichen Maße wie die Linux-Verbreitung wachsen wird. Wenn sich dieser Markt jedoch mehr in Richtung Mainstream entwickelt, werden solche Projekte auch verstärkt extern abgewickelt. Besonders klein ist der Linux Desktop Markt. In den nächsten Jahren wird er sich in erster Linie aus Migrationsprojekten entwickeln, wo Unix-Workstations und Thin Clients abgelöst werden - insbesondere im Bankenwesen und im Retail-Bereich. Grenzen setzen dem Markt hier die Einschränkungen der Office-Anwendungen und die Notwendigkeit vertikale Anwendungen erst in die Linux-Umgebungen zu portieren.

Unternehmen stehen der Umstellung von Desktops auf Linux eher skeptisch gegenüber, werden aber bei neuen PCs auch Geräte mit Linux anschaffen. Daher werden schrittweise gemischte Windows- und Linux-Umgebungen entstehen. In Österreich mit seinem KMU-dominierten Markt wird es Linux besonders schwierig haben. Denn KMUs tendieren dazu die Microsoft-Umgebung "einfacher" zu finden, da sie leicht Support dafür finden können und nicht zu letzt auch leicht zu anderen Support-Anbietern wechseln können.

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MONITOR-Autoren
Alexander Hackl

Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. ..mehr..

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