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Thema: Open Source & Linux

Linux bei der Deutschen Bahn

Die Deutsche Bahn verspricht sich von ihrer Open-Source-Strategie klare Kostenvorteile in Millionenhöhe

Das Betriebssystem Linux ist für die Deutsche Bahn eine der strategischen Serverplattformen für die Bahn-IT. Soweit möglich und sinnvoll werden neue IT-Systeme auf dieser Plattform basierend entwickelt und bereits vorhandene Systeme umgestellt. Von diesem Schritt verspricht sich die Bahn Kostenvorteile in Höhe von mehreren Millionen Euro pro Jahr. Darüber hinaus bietet Linux durch die Herstellerunabhängigkeit mehr Flexibilität.

In der Vergangenheit hat die Bahn bereits positive Erfahrungen mit dem Open-Source-Betriebssystem gesammelt, beispielsweise bei der Fahrplanauskunft der Bahn. Nun wird DB Systems, der konzerninterne IT-Dienstleister der Bahn, weite Teile des IT-Betriebs Linux-fähig machen.

Üblicherweise werden dabei einzelne IT-Systeme nach und nach umgestellt. DB Systems entschied sich jedoch für einen anderen Ansatz und entwickelte eine komplette Standard-Architekturplattform. Diese ist gewissermaßen als Baukasten konzipiert, aus dem Linux-Architekturen für verschiedenste Anwendungen zusammengestellt werden können. Der Aufwand für einzelne Verfahrensumstellungen wird deutlich reduziert. Zudem ist durch die einheitliche Plattform sichergestellt, dass es nicht zu "Unverträglichkeiten" kommt. Das heißt: die technische Architektur ist durchgängig kompatibel.

Die Umstellung auf Linux erfolgt in einzelnen Schritten: Zunächst werden IT-Systeme umgestellt, die portiert werden können. Darunter versteht man den Wechsel der Plattform, ohne das Programm selbst zu ändern. Das betrifft in erster Linie Standardapplikationen wie Lotus Notes oder SAP Application Server.

So wurde Anfang Februar die Linux-Migration von z/OS auf zLinux für 55.000 Notes-User abgeschlossen. Lotus Notes wird bei der Bahn als Mailsystem und auch als Anwendung für rund 5.500 Datenbanken eingesetzt. Insgesamt verbergen sich dahinter 32 redundante Server und ein Datenvolumen von rund 6,5 Terabyte. Vor allem aufgrund dieses hohen Volumens ergeben sich durch den Einsatz von Linux Kosteneinsparungen bei Lizenzen von rund 50 Prozent.

Dabei kompensieren bereits die Einsparungen der Portierung von Lotus Notes die Kosten für das gesamte Linux-Projekt. Parallel zur Portierung werden neue Projekte größtenteils auf dieser Plattform implementiert, zum Beispiel das Configuration-Management-System der Bahn (PROCON). Im dritten Schritt prüft DB Systems, inwiefern es wirtschaftlich und technisch machbar ist, laufende Verfahren zu migrieren. Damit wird eine Umstellung bezeichnet, die eine Änderung des IT-Systems und damit Programmieraufwand bedeutet.

Hier zeigen sich dann auch die derzeitigen Grenzen des Linux-Einsatzes. So kommt die Umstellung einiger Anwendungen aus wirtschaftlichen Gründen vorerst nicht in Frage. Auch sogenannte High-End-Anwendungen, also Systeme mit sehr hohen Anforderungen an Verfügbarkeit und Skalierbarkeit, sind derzeit nur bedingt durch Linux ersetzbar. In der Bürokommunikation und auf Client-Plattformen setzt die Bahn weiterhin auf Microsoft-Betriebssysteme.

http://dbsystems.bahn.de

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Alexandra Riegler

Alexandra Riegler arbeitet als freie Journalistin in den USA. Zu ihren Spezialgebieten zählen die Themen Technologie und Forschung. ..mehr..

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