Dominik Troger
Gegenüber herkömmlichen CMS-Lösungen fallen bei Open Source (OS) Produkten keine Lizenzkosten an. Trotzdem bietet TYPO3 einen großen Funktionsumfang, der sich mit proprietären Lösungen durchaus messen kann. Außerdem kann der Quellcode der OS Software den individuellen Bedürfnissen angepasst werden. Auch bei der Usability müssen keine Abstriche gemacht werden. Dass mit dieser Lösung ganz unterschiedliche Problemstellungen angegangen werden können, zeigt ein Auszug der auf TYPO3 basierenden cms4free-Projektliste von BEKO:
Österreichisches Normungsinstitut (ON) - www.on-norm.at
Der bestehende Internetauftritt, der mit über 4000 Seiten sehr umfangreich war, wurde in zwei Schritten zu jeweils 2000 Seiten in TYPO3 übernommen. Ein eigens von BEKO entwickeltes Script ermöglichte die automatische Contentübernahme, was für erhebliche Zeit- und Kostenersparnis sorgte. Darüber hinaus wurde eine Verlinkung von TYPO3 mit dem Internet-Shop des ON geschaffen. Per Mausklick können nun einzelne der über 150.000 Produkte in der Oracle-Datenbank des ON abgefragt werden. Dazu kommt ein ausgefeiltes Rechtesystem (Rechtehierarchie) für alle CMS Anwender. Redakteure erhalten ein funktionelles System zur dezentralen, zeitnahen Contentwartung.
E-Werk Wels - www.eww.at
Für die EWW wurde ein laufender Newsticker realisiert sowie eine erweiterte Suche und eine umfangreiche Sitemap zur raschen Orientierung der User. Das von EWW vorgegebene grafische Outfit der Site wurde von BEKO umgesetzt.
Arsenal Research - www.solar-net.info
Mit der "Solarnet"-Homepage musste Arsenal Research einen vielseitigen Webauftritt als Teil eines Expertennetzwerkes mit besonders umfangreichem Content umsetzen. Durch die Vorgabe "Mehrsprachigkeit" kamen schon viele herkömmliche CMS-Systeme von vornherein nicht in Frage (Version in deutscher, tschechischer und ungarischer Sprache). Eine Herausforderung war die Verwaltung und einfache Administrierbarkeit von rund 900 Adressdatensätzen von Kunden und Experten.
Verein für Sachwalterschaft und Patientenanwaltschaft (VSP) - http://www.vsp.at
Der Wunsch des VSP war, den Internet-Auftritt selbst verwalten zu können und damit Zeit und Kosten zu sparen. Der bestehende Web-Auftritt wurde von BEKO auf das CMS TYPO3 umgestellt und zwei VSP-Mitarbeiter wurden auf das neue System eingeschult.
Intranet für Wall AG - www.wallgroup.com
Hier wurde eine Intranetlösung zur zentralen Verwaltung von CAD-Plänen im Bereich Packaging implementiert.
http://www.beko-informatik.at
http://typo3.com
"Nischen suchen und finden"
DI Wolfgang Hiermann, Leiter IT-Services & Solutions bei BEKO, über Open Source.
Für BEKO ist Open Source schon seit einigen Jahren ein Thema?
Bei der umfangreichen Lösungskompetenz der BEKO von der Mainframe- bis zur Windows-Welt war es ein Muss, sich mit dem Open Source-Thema auseinanderzusetzen. Das verlangt natürlich, dass man sich auch in diesem Bereich sehr tiefe Kenntnisse aneignet und dass man ein sehr gutes Verhältnis zur Open Source-Community pflegt.
Wie sehen Sie die aktuelle Marktentwicklung für Open Source?
Im Serverumfeld ist das Thema etabliert, im Client-Umfeld ist es eben dabei, eines zu werden. Denn wer auf Client-Seite Kosten sparen möchte, kann zumindest für bestimmte Anwendungsnischen bereits hervorragende Open Source-Lösungen finden. Außerdem hat sich inzwischen das Dienstleistungsangebot am Markt erhöht. Ein kritischer Punkt bei Open Source war ja auch die Frage: Wo bekomme ich Hilfe, wenn etwas nicht funktioniert?
Am Client spielt auch Usability eine große Rolle?
Die Usability der Open Source-Applikationen hat sich stark verbessert. Zeitgemäße Benutzeroberflächen schaffen eine viel größere Akzeptanz bei den Anwendern.
Warum arbeitet BEKO mit einer Content Management-Lösung auf Open Source Basis?
Wir haben selbst vor zwei Jahren unsere CMS-Lizenzlösung auf die Open Source-Entwicklung TYPO3 umgestellt und damit sehr gute Erfahrungen gemacht. TYPO3 bietet vom Funktionsumfang fast alles, was eine proprietäre Lizenzlösung auch bietet, nur viel kostengünstiger. Es lassen sich damit auch vielfältige unternehmensspezifische Anpassungen vornehmen.




1/2012
8/2011
7/2011


Christian Henner-Fehr schreibt als freier Autor für den MONITOR und arbeitet als Trainer und Berater in den Bereichen Projektmanagement und Kommunikation. Sein Interesse gilt dem Web 2.0 und den Einsatzmöglichkeiten von Social Media in Organisationen und Unternehmen. 