Auf der Jagd nach Informationen
Die Suche nach einer neuen Business Software stellt Entscheidungsträger vor eine ganze Anzahl von Aufgaben. Informationsbeschaffung gehört zu den wichtigsten Aufgaben, die einem Anwenderunternehmen die notwendige Orientierung über die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten des Marktes verschafft. Diese Informationsbeschaffung ist auf Grund der schieren Menge an verfügbarer Information bereits schwer, darüber hinaus ist es eine schwierige Aufgabe, die erhaltenen Informationen zu bewerten und die wirklich aussagekräftigen Daten zu extrahieren.
Frühzeitig individuelle Informationen finden
Fängt man einmal mit der Evaluation an, wird man schnell feststellen, wie schwierig es ist, einmal 10, 12 oder mehr verschiedene Systeme zu begutachten. Um hier Abhilfe zu bieten, wurde von der RWTH Aachen schon vor bald 20 Jahren mit dem Aufbau einer umfassenden Datenbank begonnen, in der ERP-Systeme detailliert anhand von Kriterien erfasst wurden.
Seit einiger Zeit wird die "Aachener Datenbank" unter dem Label "IT Matchmaker" auf dem Internet angeboten. Neben ERP-Systemen sind hier auch CRM, SCM, e-Shops, Instandhaltungsmanagement- und Warenwirtschaftssysteme erfasst, zur Zeit über 600 verschiedene Systeme. Die verschiedenen Systeme werden dabei detailliert mit bis zu 2.000 Kriterien charakterisiert, was eine individuelle Analyse möglich macht. Kritiker werden auch hier wegen der unübersichtlichen Anzahl von Kriterien wieder schimpfen. Die Anzahl begründet sich jedoch nicht mit einem Zwang zum Detail, sondern der Möglichkeit, alle Anforderungsprofile unternehmensspezifisch abzubilden. Die große Anzahl von Daten wird dabei von der Hochschule Aachen und anderen wissenschaftlichen Partnern regelmäßig validiert, um eine möglichst hohe Qualität der Daten zu gewährleisten. Gerade hierin liegt der Unterschied zwischen dem IT-Matchmaker, der - richtig angewendet - mit validierten Informationen einen echten Mehrwert bieten kann und zahlreichen "einfachen" Marktübersichten, die nicht viel mehr als einen ersten Überblick bieten können.
Mittels ERP-Zufriedenheitsstudie werden einmalige Fallstudien zur statistisch messbaren Größe
Das richtige System zu finden, ist jedoch nicht alles. Man muss ja auch die Einführung planen. Aber gerade was die Tricks und Kniffe einer solchen Einführungsplanung angeht, scheinen sich die Einsichten, die von den Anbietern präsentiert werden, immer wieder zu widersprechen. Hier bietet die ERP-Zufriedenheitsstudie Abhilfe, in dem sie aufzeigt, welche Aspekte einer ERP-Einführung bei welchem Anbieter besonders gut und besonders schlecht laufen. Die Regel ist einfach: Themen, die in aller Regel zu einer hohen Zufriedenheit führen, müssen zwar berücksichtigt werden, erfordern aber nicht eine besondere Aufmerksamkeit. Andererseits muss man Themen, die immer wieder problematisch sind, genau analysieren und überlegen, wie man diese im Rahmen des Projektes und dessen Organisation gut anpacken kann.
Dr. Eric Scherer (scherer@i2s-consulting.com) ist Geschäftsführer der i2s GmbH in Zürich und Initiant der Initiative "ERP-Zufriedenheit", die im gesamten deutschsprachigen Raum den Praxiseinsatz von ERP-Systemen näher beleuchtet.
Mag. Christoph Weiss (weiss@adv.at) ist Vorstandsmitglied der ADV-Landesgruppe Wien/NÄ/Bgld. und betreut die ERP-Zufriedenheitsstudie in Österreich.
Die Studie wird von Monitor als Medienpartner unterstützt. Mehr Informationen und die Möglichkeit, Ihre Meinung über Ihr ERP-System zu sagen, haben Sie unter www.erp-z.at.




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8/2011
7/2011


Mag. Dominik Troger gehört seit 1992 zum MONITOR-Team. Er begann als News-Redakteur und betreute viele Jahre die MONITOR Weiterbildungsbeilage "Job Training". Seit dem Jahre 2000 war er als Chef vom Dienst tätig, mit Dezember 2009 übernahm er die Chefredaktion. 