Adolf Hochhaltinger
Auch wenn die Leitungen der Netzwerke immer schneller werden und in vielen Unternehmen schon jeder Mitarbeiter via "Fibre-to-the-desk" mit Gigabit-Tempo auf das Netzwerk zugreifen kann, so droht dennoch in vielen Fällen der Datenstau. Ursache ist dann die zentrale Kernstruktur (Core) des Netzwerkes, wo die Leitungen den steigenden Datentransfer nicht mehr bewältigen können.
Deshalb verlagert die "ProCurve Adaptive EDGE"-Architektur einen Teil derartiger Belastungen an den Rand des Netzes und fasst zudem mehrere parallele Netzwerkverbindungen zu einer logischen Verbindung zusammen. Dadurch wird die Komplexität von Design und Management des Netzwerkes reduziert und die Kosten sinken um 25 bis 30 Prozent.
Ein wichtiges Element der neuen Architektur wird ab Mitte 2005 die Produktfamilie "ProCurve EDGE Fabric" darstellen, erklärte Wenceslao Lada, Vice President und General Manager von HP ProCurve Networking Business, bei einer Präsentation in Wien.
Die nächste Generation
Er ging dabei auch kurz auf die Anforderungen an die nächste Netzwerk-Generation ein: allen voran ein schnellerer "Return of Investment" bei geringeren Anschaffungs- und Betriebskosten. Dies erfordert ein Netzwerk, das größere Funktionalität und höhere Performance zu leistbaren Preisen bietet. Es muss sich an eine breite Palette von Kundensituationen, Budgets und Anwendungsfälle anpassen können und dort ein Netzwerk der nächsten Generation etablieren, und dieses Netzwerk muss sein Verhalten dynamisch anpassen und seine Performance dynamisch optimieren, um auch den Ansprüchen neuer Anwendungen zu entsprechen. Es biete, so Lada, damit eine Alternative zu herkömmlichen Netzwerken, weil es nicht nur "Technologie" bietet, sondern vor allem auch "Business Value".
Die grundlegende Absicht der "Adaptive EDGE" Architektur ist dementsprechend, ein Netzwerk zu schaffen, das den Business-Anforderungen optimal entspricht, indem es genauso reagiert, wie es die Geschäftstätigkeit des jeweiligen Anwenders erfordert.
Dabei erhalten die einzelnen Switches am Rand (Edge) des Core die Vorgaben von der zentralen Steuerung im Core, die damit ihr spezielles Verhalten bestimmt. Während beispielsweise der allseits bekannte Radius-Server nur mit einem "Ja" oder "Nein" über die Zugangsberechtigung eines Clients entscheiden kann, definiert ProCurve in einer weitaus umfassenderen Weise sämtliche Zugriffsrechte des betreffenden Anwenders.
Entscheidung vor Ort
Beim traditionellen Netzwerk werden die Entscheidungen der Switches vom Core aus gesteuert; steht ein Switch vor einem Problem, so fragt er im Core nach, wie er damit umgehen soll. Dadurch steigt diese Belastung des Core mit der Anzahl der angeschlossenen Switches: mit ihrer steigenden Zahl wird es immer unwirtschaftlicher bzw. auch teurer, weitere Switches zuzuschalten.
Beim EDGE-Netzwerk dagegen liegt diese Entscheidungsleistung direkt bei den im Edge angesiedelten Elementen, sie setzen die Policy in konkrete Entscheidungen um, der Core wird dadurch entlastet.
Damit wird das Netzwerk wieder linear skalierbar, es wird gleich am Rand entschieden, ob ein Client mit seinem Begehren hereingelassen oder abgewiesen wird. Außerdem werden dadurch die sicherheitsrelevanten Vorgänge direkt an den Eintrittspunkt des Clients verlegt, weg vom Core.
Dementsprechend läuft die Entwicklung hier auch in Richtung einer neuen Struktur: beim "Intelligent EDGE" der Zukunft liegt rund um den Core eine zusätzliche Schicht von Switches, im Idealfall einer pro benutztem Port. Jeder dieser Switches bietet ein "Application Hosting Environent" und beherrscht eine Reihe von Netzwerk-Kontrollmöglichkeiten wie zum Beispiel Load Balancing, Deep Packet Inspection, Caching und Encryption.
Der Switch nimmt jeweils die Anfrage eines Clients entgegen und verbindet ihn (falls zugangsberechtigt) über das EDGE Fabric direkt mit dem "Ziel seiner Wünsche" - einem File Server, einem anderen Client oder dem Internet. Auch jene Elemente, die heute im Core angesiedelt sind, wie etwa Server, werden dann "außerhalb" des EDGE Fabric angesiedelt sein und für jeden ihrer Ports auf einen Switch zugreifen, der sie mit einem der jeweiligen Clients verbindet.
Sanfter Übergang
Dabei wurde speziell darauf Bedacht genommen, dass die Migration von Anfang an ohne Brüche verläuft. So kann ein traditionelles Netzwerk erst einige Migration Drivers übernehmen und später die erste EDGE-Struktur aufbauen, und gewinnt bereits dadurch ein Mehr an Performance, eine einfachere Struktur und eine höhere Verfügbarkeit.
Mit der völligen Umstellung auf die EDGE-Architektur ergibt sich eine Einsparung von 25 bis 30% der Netzwerkkosten sowie die gesamte Palette an Vorteilen wie beispielsweise höchste Skalierbarkeit, höchste Verfügbarkeit und eine weniger komplexe Struktur des Netzwerkes.
Die EDGE-Fabric wird damit zu einer wirtschaftlichen Alternative zu traditionellen Produkten für den Netzwerk-Kern wie etwa klassische Routing Switches. Bei diesen neuen Interconnect-Geräten für das lokale Netzwerk kommen übrigens neue Technologien zum Einsatz, die HP im Juni 2004 von Riverstone Networks erworben hat. In Kürze kommt die neue Produktreihe ProCurve Switch 6400cl auf den Markt, eine Familie von Hochleistungs-Switches für 10 Gigabit Ethernet. Auch die bewährten Routing Switches der Serie 9300 werden um neue Funktionen erweitert.
Fazit
Mit der "ProCurve Adaptive
EDGE Architecture" bietet HP eine neue Generation von leistungsfähiger und wirtschaftlicher
Netzwerk-Technologie, die zudem auf bestehenden Standards basiert und höchste
Zuverlässigkeit und Performance bieten soll. Sie bringt damit dem Anwender dort
Vorteile, wo es ihm am meisten nützt: bei seinem eigenen Business.
www.hp.com/at




1/2012
8/2011
7/2011


Christian Henner-Fehr schreibt als freier Autor für den MONITOR und arbeitet als Trainer und Berater in den Bereichen Projektmanagement und Kommunikation. Sein Interesse gilt dem Web 2.0 und den Einsatzmöglichkeiten von Social Media in Organisationen und Unternehmen. 