Johann Baumeister
In seiner Opening Keynote widmete sich der Chairman und Chief Software Architect Bill Gates vor allem den Neuerungen und zeigte seine Vision, wie die Software Leben und Arbeit ändern wird und stellte die Produktneuheiten von Microsoft vor.
Die zentrale Rolle nahm dabei der Microsoft Operations Manager 2005 (MOM 2005) ein. Das Toolset ist ab sofort verfügbar und dient der Überwachung und Verwaltung der Windows Serversysteme. Es stellt das Pendant zur Clientverwaltung und dem Systems Management Server (SMS) dar. MOM 2005 basiert auf Software-Agenten und korrespondierenden Management Packs die periodisch den Zustand der verwalteten Serversysteme abfragen und diese Performance-Daten in einer zentralen Datenbank (MS SQL Server) hinterlegen. Die Verteilung der Agenten auf die Zielsysteme kann zentral vom Verwaltungsserver vorgenommen werden. Ein MOM-Server soll dabei bis zu 2000 Knoten überwachen können, eine MOM-Verwaltungseinheit bis 4000 Knoten. Die gesammelten Daten werden dann für die Überwachung und das Reporting herangezogen. Dazu liefert das Unternehmen drei Konsolen: eine zur Verwaltung von MOM selbst, eine abgespeckte Webkonsole und eine zum Monitoring der Zielsysteme. Zur Auswertung der Daten werden Management Packs für alle gängigen Microsoft-Produkte und eine Sammlung von Fremdsoftware bereitgestellt.
Neu gegenüber dem Vorläufer MOM 2000 ist dabei auch eine verbesserte grafische Oberfläche, ähnlich jener wie sie Outlook bietet. Ferner erfolgt die Darstellung der IT-Infrastruktur samt Netzwerktopologie. Sie soll einen schnellen Überblick liefern. In Verbindung mit Ampelfarben und Symbolen offeriert MOM 2005 einen kaskadierten Blick auf die Systeme. Für Detailinformationen sind Drilldown-Verfahren anwendbar. Bei Problemen oder Engpässen werden direkte Hilfen mit Links geboten. Die Hilfehinweise können um eigene Bemerkungen und Fachwissen zur Problemlösung ergänzt werden.
Das Reporting basiert auf den Anfang des Jahres vorgestellten Reporting Services, einer Erweiterung des SQL Servers. Die eigentliche Programmierung von Reports wiederum geschieht durch Visual Studio.
Ab sofort verfügbar ist ferner der Virtual Server 2005. Er erlaubt, ähnlich den VMware-Produkten, die Ausführung von Gastbetriebssystemen unter dem Management des Virtual Server als Host. Dies ist nicht nur auf Microsoft-Betriebssystem beschränkt, wenngleich Redmond keinen Support für fremde Systeme gewährt.
Adressiert wurde auch das Thema Update- und Patch-Management. Dazu stehen die "Windows Update Services" (WUS) ab sofort als Betaversion zur Verfügung. WUS ermöglicht den Download und die Verteilung von Patches auf die Zielsysteme.
Neuerungen gab es schließlich noch beim Systems Management Server 2003. Ein "Device Management Feature Pack" soll das Verwalten von mobilen Geräten vereinfachen. Das "Operating System Feature Pack" wiederum ermöglicht die Erstellung von Windows-Images samt SMS-basierter, automatischer Verteilung. Zur Administration von Dell-Systemen wurden SMS-Erweiterungen für den Januar 2005 avisiert. Sie ermöglichen die Verteilung von hardwarenahen Softwaremodulen, wie etwa BIOS- oder Firmware-Änderungen. Das "SMS 2003 Inventory Tool for Dell Updates" erweitert somit Dells eigene System-Management-Schiene "Openmanage 4" und integriert sie in SMS.
Daneben gab es Ankündigungen für strategische Kooperationen. Mit Axalto will man eine Smartcard für Microsofts .NET-Anwendungen bereitstellen. Microsoft selbst baut zur Sicherung von Zugriffen auf das Unternehmensnetz darauf. Ferner ist man eine Beteiligung an dem Unternehmen Vintela eingegangen. Das Startup-Unternehmen arbeitet an Programmen, um das Monitoring und die Verwaltung von Unix-Derivaten (Linux, Solaris, AIX, HP-UX, etc.) und MacOS-Systemen von Windows-basierten Managementwerkzeugen zu ermöglichen. Die geplanten Module sollen als Erweiterungen zu MOM und SMS angeboten werden.
MOM hilft, wie oben erwähnt, beim Monitoring und Reporting der Serversysteme. Dies sind in erster Linie reaktive Maßnahmen. Einen Schritt weiter gehen die Verfahren zum Management von benötigten Kapazitäten. Unter dem Codenamen "Indy" arbeitet Microsoft an einem entsprechenden Toolset. Das Werkzeug soll bei der Planung von Architektur und Belastung der IT-System helfen. Durch Simulationen über Auslastung und Performance sollen so Engpässe im Vorfeld vermieden werden. Zur Verfügbarkeit gab es jedoch noch keine Aussagen.
Genügend Aussagen hingegen gab es bezüglich der Produktangebote, die in 2005 verfügbar sein sollen. Laut Roadmap sind dies aktualisierte Versionen von Visual Studio 2005, BizTalk und dem Host Integration Server, SQL Server 2005, die 64 Bit-Variante der Windows Server 2003 sowie das Release 2 des Windows Servers 2003. Nichts Neues gab es jedoch zu Longhorn - es wird unter Future geführt.
Als Forum für den Administrator konzipiert, deckte die Veranstaltung all jene Bereiche ab, die mit dem Betrieb der IT im Tagesgeschäft zu tun haben. Da dieser nicht immer unabhängig von der vorausgehenden Softwareentwicklung sein kann, startete das Unternehmen eine Dynamic System Initiative (DSI). Dabei sollen, durch eine engere Verflechtung der Softwareentwicklung mit dem Produktionsbetrieb, flexiblere Systeme entstehen. Gleichzeitig rückt der komplette Lebenszyklus einer Anwendung und die bedarfsgerechte Bereitstellung von IT-Leistungen in den Mittelpunkt. DSI kann demnach wohl auch als Antwort Microsofts auf die Virtualisierungs-Strategien (Utility Computing) der Wettbewerber (IBM/On Demand, Sun/N1, HP/Utility Data Center, etc.) verstanden werden.
Begleitet wurde die Veranstaltung, mit circa 3000 Teilnehmer, von über 80 Ausstellern, die ihre aktuellen Versionen von Produkten vorstellten. Und natürlich präsentierte sich auch Microsoft als profunder Nutzer der Technik. Der Zugang zum Netz war auch wireless möglich, Telefonate wurden über Voice over Internet Protocol (VoIP), integriert in Outlook, durchgeführt. Durch bereitgestellte Telefonnummern war das System auch für eingehende Gespräche freigeschalten.




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Mag. Christoph Weiss, i2s consulting, Leiter Büro Österreich: Magister und Textil-Fachingenieur. Führungserfahrung als IT-Leiter im Bereich technischer Grosshandel. Mehrfach Linien- verantwortlicher für ERP-Einführungen. Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Technikum Wien. Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für Datenverarbeitung (ADV) 