Andreas Roesler-Schmidt
Auf seiner europäischen Entwicklerkonferenz in Dresden präsentierte Gupta die jüngsten Versionen seiner Produkte: Sowohl Team Developer 2005 als auch SQLBase 9.0 sind für Windows und Linux verfügbar. Damit erfüllt Gupta nunmehr die Cross-Platform-Strategie, der man sich vor einiger Zeit verschrieben hat: Anwendungen, die mit dem Entwicklungs-Tool Team Developer entwickelt werden, lassen sich sowohl unter Windows als auch unter Linux benutzen. "Die Cross-Platform Entwicklung ermöglicht den ISVs und VARs neue Märkte zu erobern und ermöglicht ihnen stärkeres Wachstum", ist Chuck Stevenson, CTO von Gupta, überzeugt. "Gupta revolutioniert die Entwicklung von Business-Anwendungen auf der rasch wachsenden Linux Desktop-Plattform. Gleichzeitig bedienen wir natürlich weiterhin die Windows-Plattform."
Auch wenn ein eigener "Linux-Tag" auf der Developer-Konferenz einen anderen Eindruck vermitteln könnte - Gupta will sich nicht auf Linux re-fokussieren, sondern sieht den Schwerpunkt in der "Cross-Platform"-Entwicklung. Team Developer ermöglicht daher Anwendungen auf anderen Plattformen einzusetzen, ohne den Code neu zu schreiben oder eine neue Programmiersprache zu lernen. Man kann die Anwendung auf der bevorzugten Plattform entwickeln und auf die jeweils andere kompilieren.
Linux-Anhänger Stevenson - er beweist dies unter anderem dadurch, dass er es schafft innerhalb einer Windows-Unternehmensumgebung Linux am Desktop einzusetzen und dennoch mit anderen Windows-Usern zu kommunizieren und Daten auszutauschen - ist davon überzeugt, dass sich in vielen Bereichen Linux am Desktop durchsetzen wird. "Um Medikamente und Rezepte in Apotheken zu verwalten oder bei diversen Kassensystemen benötigt niemand einen Windows-Desktop mit einem mächtigen Office-Paket", nennt er ein Beispiel. Gerade bei einer Vielzahl von Filialen lege Linux aufgrund der Windows-Lizenzkosten klar im Vorteil. Und den bisher größten Nachteil - der Mangel an Business Anwendungen für Linux - will man eben mit Team Developer begegnen: Schließlich lassen sich mit Team Developer entwickelte Anwendungen nunmehr gleichermaßen unter Windows und Linux einsetzen. Selbst für Unternehmen die noch nicht auf Linux setzen, sei dies interessant - da man sich die Flexibilität für einen späteren Einstieg in Linux offen hält, weil Anwendungen nicht neu geschrieben werden müssen, falls man Linux später einsetzt.
Team Developer 2005 wird im Jänner 2005 erhältlich sein, eine Vorabversion zum erkunden der neuen Technologien lässt sich bis dahin von der Gupta-Webseite beziehen.
Datenbank einfach unter Linux übernehmen
Den Schritt zu Linux vollzog man auch mit der Datenbank SQLBase. Im Kern der Neuerungen in der aktuellen Version steht auch hier der einfache Übergang mit Anwendungen von Windows- in Linux-Umgebungen. "Dieser Release gibt unseren Kunden die Möglichkeit mühelos Lösungen für Linux anzubieten", sagt Stevenson. "Ein bestehender Anwender von SQLBase unter Windows muss lediglich SQLBase unter Linux installieren und dann die bisher unter Windows benützte Datenbank-Datei kopieren. Für VAR eröffnet dies einen neuen Markt während Firmenkunden Kosten reduzieren können und von der Zuverlässigkeit von Linux am Server profitieren können." In einer Live-Demo wurde dann tatsächlich SQLBase unter Linux installiert und eine Datenbank aus Windows durch schlichtes Kopieren der Datei "importiert". Nach gezählten neun Mausklicks und wenigen Minuten lief die gewohnte Datenbank unter Linux.
In Österreich sind bereits einige größere Anwendungen auf Team Developer-Basis im Einsatz: So wickeln die österreichischen Banken Wertpapier-Orders über eine von Fecher entwickelte Applikation des ÖWS ab, bei der eine Team Developer Anwendung die Business-Logik für eine ASP.net Webanwendung liefert. 400 Apotheken nutzen eine POS-Anwendung von CSD. Ebenfalls mit Team Developer hat CSD das "BusinessLine" Online Banking der Bank Austria entwickelt.



7/2011
6/2011
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Alexandra Riegler arbeitet als freie Journalistin in den USA. Zu ihren Spezialgebieten zählen die Themen Technologie und Forschung. 