Vom "Boom-Markt Security" war stets die Rede, von "enormen Sicherheitslücken" in Unternehmen und von der "dringenden Notwendigkeit", doch schnell diese oder jene teure Software anzuschaffen, um Hintertürchen und Betriebssystemlücken zu verschließen.
Das Erstaunliche daran: Die Markttrommler haben Recht behalten. Das Security-Problem, gerade im Internet, entwickelt sich zur Plage der Informationsgesellschaft. Spam-Flut nervt e-mail-Empfänger, verstopft die Datenwege und verteuert die Internet-Nutzung. Viren, Trojaner, Mailbomben und diese ganzen netten Sachen halten Webadministratoren auf Trab. Spezielle Gaunereien wie Phishing oder Webauktions-Betrug sind auch ein Faktor der Internet-Security geworden, und zwar der psychologische. Social Engineering (das Ausschnüffeln von Passwörtern durch Ausnutzung persönlicher Kontakte im Büro) gehört auch dazu. Um illegal zu Daten zu kommen oder Systeme sonstwie zu beeinflussen, muss man nicht einmal mehr ein Hacker oder Cracker sein, sondern nur einfach schlau.
Mittlerweile nehmen Unternehmen wie Privatpersonen die Warnungen der Internet-Security-Hersteller sehr ernst. Das ist einerseits gut für deren Geschäft, andererseits aber auch unabdingbar für eine funktionierende IT-Infrastruktur im Unternehmen. Und auch die IT-Berater kommen wieder auf ihre Rechnung, wohlgemerkt.
Mit dem Misstrauen der Fachjournalisten haben wir den Security-Leuten Unrecht getan. Wir halten den Bereich Security - Hardware und Software gleichermaßen - mittlerweile tatsächlich für die IT-Boombranche der nächsten Jahre, wenn nicht Jahrzehnte. Allein deswegen, weil sich der Bedarf gegenseitig aufschaukelt: Die Verbreitung von schnellem Breitband-Internet wird das Datenvolumen in der ganzen westlichen Welt in naher Zukunft enorm anschwellen lassen. Sicherheit im Netz wird mehr denn je gefragt sein.



7/2011
6/2011
5/2011


Alexandra Riegler arbeitet als freie Journalistin in den USA. Zu ihren Spezialgebieten zählen die Themen Technologie und Forschung. 