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Netz & Telekom

Kommentar von Andy Wolson, Ryder Systeme

Mehr Benutzer für 3G

Gebührenmanagement ist der Schlüssel für Unternehmen, die die 3G-Technologie nutzen wollen

Andy Wilson

Statistische Erhebungen zeigen, dass die Anzahl von 3G-Benutzern weit unter den Benutzerzahlen liegt, die bei Einführung dieses Dienstes erwartet worden waren. Einer Umfrage von Harris Interactive zufolge haben 49% der Mobiltelefonnutzer in Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien und Belgien kein Interesse an 3G-Diensten.

Auf den ersten Blick scheint es sogar der Fall zu sein, dass Betreiber in manchen Ländern den Nutzen der neuen Technologie in Frage zu stellen beginnen. So gibt es in Großbritannien, Berichten zu Folge, lediglich 150 000 Nutzer von 3G, eine Zahl, die weit unter der Abnahmeprognose liegt, die zum Start des Service Anfang dieses Jahres gemacht wurde. Hinzu kommt, dass die Mehrzahl dieser Abnehmer ihn nicht geschäftlich nutzen.

Es besteht jedoch kein Zweifel darüber, dass das Potenzial für den 3G-Einsatz in der Geschäftswelt riesig ist. 3G erscheint mit den Möglichkeiten der live, Person-zu-Person Video-Links, dem kostengünstigen Hochgeschwindigkeitsdatenaustausch und den erweiterten E-Mail-Funktionen direkt zum Gerät die ideale Lösung für Mitarbeiter, die mobil sein müssen. Beruft man sich auf die IDC-Prognose, dass 50% der Beschäftigten in Westeuropa bis zum Jahre 2007 mobil arbeiten werden, kann sich dieses Potenzial nur noch erhöhen.

Fragen der geographischen Abdeckung und ein Mangel an Anbietern von Applikationen standen jedoch der Annahme von 3G im Geschäftsbereich im Wege. Als weiterer Grund dafür, dass die Technologie bisher nicht angenommen wurde, ist nach Angabe von Unternehmen die Sorge möglicher eskalierender Kosten und die Gefahr von Betrug und Missbrauch. So sind Mitarbeiter möglicherweise versucht, die neuesten Filmclips über die unternehmenseigenen Mobiltelefone herunterzuladen.

Aber das 3G-Potenzial kann nur dann ausgeschöpft werden, wenn die Geschäftswelt als Ganzes beginnt, die Technologie rückhaltlos anzunehmen. Das wird aber nur dann geschehen, wenn man sicher weiß, wie die Gebühren für die Verwendung der Technologie gezahlt werden sollen. 3G muss deshalb im Tandem mit Gebührenmanagement-Lösungen angeboten werden, die die Analyse liefern, die diese Gemeinschaft braucht.

Unternehmen wollen wissen, wer was wofür ausgibt, um Unkosten und potentiellen Missbrauch im Griff zu haben. Telekommunikationsmanager und Finanzabteilungsleiter möchten gewährleisten können, dass Kosten anrechenbar sind und ordnungsgemäß kontiert werden. Das kann bei der 3G-Technologie eine komplexere Aufgabe als bisher sein, denn für unterschiedliche Inhalte werden auch unterschiedliche Gebühren anfallen.

Mit Hilfe bestimmter Programme können die Auswertung und Analyse der 3G-Abrechnung, die Erstellung von Reports nach benutzerdefinierten Kriterien und die Kostenprognose, so wie Vergleichsanalysen auf Monatsbasis vereinfacht werden. Mit Hilfe dieser Programme können Unternehmen die für sie wichtigsten Informationen aus der Fülle der Daten herausfiltern, um die Rechnung effizient zu verarbeiten. Die Gebührenmanagement-Software hilft Unternehmen ebenfalls dabei, betrügerische Absichten aufzudecken, indem sie die Geräte identifiziert, auf die z.B. Videoausschnitte von Sportereignissen heruntergeladen werden.

In dem Maße, in dem Gebührenmanagement-Lösungen das Vertrauen der Geschäftswelt in 3G-Technologie steigern, werden auch kleine und mittelständische Unternehmen und große Konzerne ihre Bedenken gegenüber der Technologie verlieren und die Chancen, die sie bietet, zu nutzen wissen. Telekommunikationsunternehmen werden später den Nutzen aus der ungeheueren Fülle wertvoller kundenspezifischer Informationen ziehen, die diese Lösungen bereitstellen.

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MONITOR-Autoren
Lothar Lochmaier

Lothar Lochmaier studierte nach einer Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann Sozial-und Wirtschaftsgeschichte sowie Politikwissenschaft in München, Madrid und Berlin. Heute arbeitet er als freiberuflicher Fach- und Wirtschaftsjournalist für diverse Print- und Online-Medien. Seine Schwerpunkte sind die Bereiche Informationstechnologie, Energiefragen und Managementthemen. ..mehr..

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