Um die Respondenten bei den vielfältigen und zahlreichen Befragungen zu entlasten, setzt die Statistik Austria auf eine neue, moderne Erhebungsform. Gemeinsam mit der Software AG und CFC entwickelte die Bundesanstalt eine Webfragebogen-Lösung, die die Informationsbereitstellung deutlich vereinfacht und beschleunigt.
Die von der Statistik Austria erhobenen und ausgewerteten Informationen zeichnen ein objektives Bild der österreichischen Wirtschaft und Gesellschaft und sind wichtige Entscheidungsgrundlagen für Politik, Wirtschaft und Wissenschaft. Neben Objektivität, Aktualität und der Anwendung anerkannter wissenschaftlicher Standards gehört die Entlastung der auskunftspflichtigen Bürger und Unternehmen zu den Grundprinzipien der seit 2000 aus der Bundesverwaltung ausgegliederten Statistik Austria.
"Wir sehen unsere Respondenten als Partner, die bestmöglich unterstützt werden sollen. Daher wollten wir das Internet als bequemes und rasches Meldemedium nutzen. Durch die Unterstützung von Software AG und CFC gelang uns eine Lösung, die Webfragebögen schnell, flexibel und vor allem sehr kostengünstig erzeugt", zeigt sich Dr. Gabriela Petrovic, Generaldirektorin der Statistik Austria über das Ergebnis erfreut. Neben der Entlastung der Informationslieferanten erwartet sich Petrovic auch interne Effizienzsteigerungen und eine weitere Steigerung der Datenqualität durch Ablauf- und Technologiestandardisierung.
Die Statistik Austria übernimmt mit der Realisierung dieses Projekts eine internationale Vorreiterrolle. Vor allem die vollständige Generierung der standardisierten Internet Fragebogenapplikation und die angeschlossene Back-Office-Lösung zur Weiterverarbeitung der Daten ohne Medienbruch sind bemerkenswert.
Die Webfragebögen werden basierend auf Web-Services völlig automatisch generiert. Die Statistik-Sachbearbeiter legen - ohne sich mit dem zugrunde liegenden XML-Code beschäftigen zu müssen - mithilfe eines grafischen Editors Inhalt, Struktur und Layout der Fragebögen fest. Auch die Feldeigenschaften und notwendige Plausibilitätsprüfungen werden mit dem Editor definiert. Aus den XML-Daten erzeugen dann Generatoren auf Knopfdruck die komplette Webapplikation. Bei Bedarf kann der generierte Code noch manuell nachbearbeitet werden, was dem System einen hohen Grad an Flexibilität verleiht.
Der Benutzer kann die Fragen in beliebiger Reihenfolge beantworten und wird von der Applikation durch verschiedenste Funktionen wie Summenberechnungen, Gültigkeitsprüfungen, Produktkatalog etc. unterstützt. Daten, die bereits vorhanden sind - z.B. Adresse, Wirtschaftszweig und Größe des Unternehmens - sind im Webfragebogen bereits vorausgefüllt. Die ausgefüllten Webfragebögen werden in das interne System der Statistik Austria transferiert und stehen dort dem Sachbearbeiter zur Kontrolle und Bearbeitung im Intranet zur Verfügung.
Die Weblösung stellt eine zusätzliche Serviceleistung dar; die Respondenten können aber auch weiterhin mit den traditionellen Papierfragebögen arbeiten. "Das von Software AG und CFC entwickelte Sicherheitskonzept setzt in allen Bereichen auf höchste Sicherheitsstandards, egal ob es um den Aufbau der Internetverbindung, die Authentifizierung oder den Schutz der Server geht", erläutert Walter Weihs, Vorstand der Software AG Österreich.
Die technische Lösung basiert auf einer serviceorientieren Software-Architektur und dem "Web-Services-Accelerator", der Modell- und Service-Generatoren umfasst. Diese wurden im Laufe des Projekts an die Systemumgebung der Statistik Austria angepasst. "Durch die serviceorientierte Software-Architektur werden Wiederverwendbarkeit, Offenheit und Plattformunabhängigkeit gewährleistet", so Weihs.



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8/2011
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Mag. Dominik Troger gehört seit 1992 zum MONITOR-Team. Er begann als News-Redakteur und betreute viele Jahre die MONITOR Weiterbildungsbeilage "Job Training". Seit dem Jahre 2000 war er als Chef vom Dienst tätig, mit Dezember 2009 übernahm er die Chefredaktion. 