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Kommunal

kommunalnet.at, das Intranet für die Gemeinden

kommunalnet.at, die gemeinsame Plattform des österreichischen Gemeindebundes und der Kommunalkredit Austria ermöglicht den österreichischen Gemeinden den Einstieg in das E-Government und erleichtert die Zusammenarbeit zwischen den Kommunen. Realisiert wurde das Projekt in Kooperation mit der Telekom Austria und der Bundesrechenzentrum IT-Solutions GmbH (BIT-S GmbH).

Christian Henner-Fehr

Seit September ist kommunalnet.at online, "das Intranet für die Gemeinden", wie Albert Kronberger, Geschäftsführer der BIT-S GmbH die Plattform bezeichnet. Ziel sei es, den österreichischen Gemeinden kostengünstig den Einstieg ins E-Government zu erleichtern. Konkret heißt das: gebündelte Information, direkte Kommunikation und Interaktion zwischen Gemeinden, Bund und Ländern sowie Produkt- und Serviceleistungen von Unternehmen. Bereits im April wurde mit der Kommunalnet GmbH eine eigene Gesellschaft gegründet, die für Vertrieb und Vermarktung der Plattform verantwortlich ist.

Die BIT-S GmbH ist für die Bereitstellung und den Betrieb des Portals zuständig. Dies geschieht auf Basis der "Portal Austria Services". Weiters obliegen dem Tochterunternehmen der Bundesrechenzentrum GmbH unter anderem die Benutzerverwaltung im Portal und vor allem das Projektmanagement im technischen Bereich. "Wir haben uns schon seit längerer Zeit intensiv damit beschäftigt, für die Gemeinden ein Portal zu schaffen", verweist Kronberger auf frühere Bestrebungen seines Unternehmens. Die Gemeinden sind für ihn besonders wichtig, schließlich passiere das meiste im lokalen Bereich.

"Wir sind damals mit gemeinde.at nicht online gegangen, da es auch konkrete Schritte des Gemeindebundes in diese Richtung gab", erinnert sich Kronberger. Seit dem Frühjahr zogen dann aber alle an einem Strang und nachdem im Juli ein Kooperationsvertrag unterzeichnet wurde, konnte die Plattform dann schon zwei Monate später online gehen.

Verwaltungsprozesse werden durchgängiger

Durch die Plattform soll vor allem den Mitarbeitern in den Gemeinden die Arbeit erleichtert werden. "Das Portal wird zum täglichen Arbeitsplatz. Mit einem einzigen Login gelangt der Mitarbeiter in seine Arbeitsumgebung. Er findet alle Services und die Anwendungen vor, die er für seine tägliche Arbeit benötigt", beschreibt Kronberger die Vorteile. "Mit kommunalnet.at schaffen wir die Basis dafür, dass das Arbeiten leichter wird", nennt er das Hauptanliegen. Aber auch die Bürger werden davon profitieren, wenn sie zukünftig alle E-Government-Anwendungen auf der Homepage ihrer Gemeinde oder Stadt vorfinden. Schon heute ist der Datenaustausch zwischen Bund, Länder und Gemeinden eigentlich kein Problem, aber die Arbeit mit kommunalnet werde den Austausch von Daten noch mehr vereinfachen und dadurch auch Verwaltungsprozesse durchgängiger werden lassen, ist Kronberger überzeugt.

Wichtig sei dabei, dass etwa auch help.gv.at in kommunalnet integriert werde. "Der Bürger kann dann über die Homepage seiner Gemeinde direkt auf die Angebote von help.gv.at zugreifen", so Kronberger. Am Ende spielt es keine Rolle mehr für den Bürger, ob es sich um Bundes-, Länder- oder Gemeindeanwendungen handelt, der Einstieg erfolgt nur noch über die Gemeindeseite.

Der elektronische Akt ist auch für Gemeinden geplant

Nachdem verschiedene Ministerien auf Bundesebene bereits mit dem elektronischen Akt arbeiten, kann sich Kronberger auch dessen Einführung auf Gemeindeebene vorstellen. Natürlich sei die Ausprägung der Aktenläufe sehr unterschiedlich und daher die Herausforderung groß. "Aber zusammen mit den Gemeinden geht es uns darum, ein einfach zu bedienendes System zu entwickeln", gibt sich Kronberger zuversichtlich.

Seit September können die 2.359 Gemeinden also die ersten Basisdienste nutzen. Jede Gemeinde hat zwei kostenlose Zugänge für die Plattform bekommen, ein Angebot, das sehr gut angenommen worden sei, wie Kronberger betont.

Ab November wird den Gemeinden darüber hinaus ein Premium-Paket angeboten, das die Nutzung verschiedener Bundesanwendungen, etwa Firmen- und Grundbuch, möglich macht. 49,50 Euro kostet eine Gemeinde die monatliche Pauschalgebühr. Verglichen mit den Kosten, die bei jeder einzelnen Anwendung anfallen, ist das ein sehr günstiger Preis. Zusätzlich erhalte jede Gemeinde, die sich für das Premium-Paket entscheide, drei Zertifikate, kann Kronberger noch ein weiteres "Zuckerl" anbieten.

Über die Pauschalgebühr ist die teilweise Abdeckung der Kosten für die Plattform geplant. Den Rest sollen Unternehmen beisteuern, die im Portal mit ihren Dienstleistungen präsent sein wollen. Diese Unternehmen gilt es nun zu finden. "Außerdem sind wir darum bemüht, weitere kostenpflichtige Services anzubieten", so Kronberger. Derzeit sind es vor allem Informationen, die sich auf der Plattform finden lassen, aber geht es nach den Vorstellungen der Betreiber, wird das Angebot in den nächsten Monaten erheblich ausgeweitet.

Finden sich genügend Unternehmen und Gemeinden, haben beide Seiten etwas davon. Und nicht nur die, auch die Betreiber könnten dann zufrieden sein. Das gilt dann nicht nur hinsichtlich der Akzeptanz der Plattform, sondern auch, was deren Finanzierung betrifft.

http://www.kommunalnet.at

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