Die mit über einer Million Einwohnern viertgrößte Stadt in Deutschland schafft so die Basis für einen weitgehend automatisierten und effizienten Betrieb ihrer Infrastruktur. Besonders das automatisierte Usermanagement und geringere Lizenz- und Wartungskosten führen zu Einsparungen. Der erhebliche Projektaufwand für die Migration wurde von der Stadt Köln mit eigenen Kräften bestritten. Microsoft leistete im Rahmen des Premier Support Vertrages die Qualitätssicherung.
1998 hatte die Stadtverwaltung Microsoft Windows NT 4.0 eingeführt. Damit konnten viele Dienste der 50 dezentralen kommunalen Ämter zentralisiert werden. Dazu zählten auch die meisten der 150 Server mit bis zu 500 Anwendungen für gut 8.000 städtische Arbeitsplätze. Auf diese Weise konnte die Nutzung sehr spezieller Programme wirtschaftlicher umgesetzt werden.
Doch die Zentrallösung hatte nicht nur Vorteile: Windows NT konnte das Zusammenspiel dezentraler Ämter und zentraler Verwaltung nicht vollständig abbilden. Aufgrund technologischer Einschränkungen musste die Zentrale daher Aufgaben wie die Aktualisierung von Benutzerkonten, Passwörtern und Verzeichnissen übernehmen, die bei den Ämtern vor Ort eigentlich viel besser aufgehoben waren.
Auf der Grundlage des in Microsoft Windows Server 2003 enthaltenen "Active Directory" wurde die Verteilung der Daten mit Hilfe des Programms "cMatrix" von Microsoft-Partner econet automatisiert. Der Verzeichnisdienst kann selbst komplizierte, sich verändernde Organisationsstrukturen nachzeichnen, ohne die Sicherheit des IT-Netzwerkes zu mindern. Die Anzahl der Domain-Server verringert sich von 30 auf zehn, da "Active Directory" die gesamte Stadtverwaltung in zwei logische Gruppen zusammenfassen kann, wofür vorher 26 Einheiten benötigt wurden. "CMatrix ITSM" übernimmt die Arbeit der Verteilung neuer Daten und der zuvor manuellen Datenpflege. Die Daten, die jetzt dezentral in den Ämtern erhoben werden, überträgt das Werkzeug innerhalb einer Stunde in alle relevanten Verzeichnisse und Rechtestrukturen der Stadtverwaltung.
Auch die Ablageserver werden unter Windows Server 2003 weniger Arbeit bereiten. Aus den vormals 28 Maschinen werden jetzt dank der höheren Leistungsfähigkeit lediglich vier hochverfügbare Zwei-Knoten-Cluster. Die Kosten für Hardware, Lizenzen und Wartung reduzieren sich dadurch in diesem Bereich von 230.000 Euro auf 150.000 Euro.
Seit November 2003 sind bereits rund 40 Server auf das neue Betriebssystem umgestellt. Die alten Anwendungen werden Amt für Amt auch unter Windows Server 2003 getestet und ausgetauscht. Gleichsam werden Softwarepakete für die neuen Windows XP-Arbeitsplätze geschnürt, deren automatisierte Installation mit der neuesten Technik nehmen die Ämter schließlich in Eigenregie vor.
Da Windows Terminal Server 2003 integraler Bestandteil von Windows Server 2003 ist, wandern alte PCs keineswegs in den Müll. Das Modul ermöglicht, dass Arbeitsplatz PCs, die auf den Terminal Server zugreifen, Anwenderprogramme nutzen können, ohne eine eigene "Programm-Intelligenz" zu besitzen. Da der Arbeitsplatz-PC im Terminal-Modus nur wenig Rechenkraft und Arbeitsspeicher benötigt, können auch alte Geräte noch gute Dienste leisten. Außerdem reichen auf diesem Weg schmale Übertragungskanäle, um vollwertige Dienste zentral bereit zu stellen. Etwa 300 Verwaltungsmitarbeiter haben sich bislang für den neuen Terminal-Service registrieren lassen. Noch bis Ende 2004 soll die Zahl aber auf 700, bis 2005 sogar auf 3.000 steigen. Derzeit wird bei der Stadt Köln Terminalservertechnologie unter Verwendung des Tools Citrix genutzt.




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Dr. Manfred Wöhrl ist Geschäftsführer der R.I.C.S. EDV-GmbH (Research Institute for Computer Science, www.rics.at), spezialisiert auf Securitychecks und Security-Consulting. 