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Hard & Software

Im Test: Fujitsu Siemens Pocket Loox 420

Bitte nicht so schnell

Den Fujitsu Siemens Pocket Loox 420 gibt es auch im "Navigationspaket". Ob ein Pocket PC als Navigationssystem reicht, hängt nicht zu letzt von der persönlichen Fahrweise ab.

Andreas Roesler-Schmidt

Dieser Test soll sich zwar auf das Bundle von Loox und Navigationssystem konzentrieren, aber dennoch kurz zum Pocket PC selbst: Als ich noch vor wenigen Ausgaben einen Pocket PC aus dem Hause Fujitsu Siemens an dieser Stelle testete, musste ich ihm noch das Attribut "schwerer Ziegelstein" anhängen. Die Steinzeiten sind bei Fujitsu inzwischen wohl vorbei, der Loox 420 kommt nunmehr trotz aller Standard-Features (Bluetooth, WLAN) in einem für Pocket PCs absolut angemessen Größenformat. Auch die Ergonomie hat sich deutlich verbessert, alle Tasten sind sinnvoll auf dem schicken Gehäuse platziert. Viel mehr gibt es zum PDA selbst eigentlich nicht zu sagen - der Rest ist Pocket PC Standardware.

Einen weiteren Blick wert ist hingegen das Bundle des Loox mit dem Navigon Paket Mobile Navigator 4. Absolut einwandfrei ist dessen Kartenmaterial: "Westeuropa" wird auf CD-ROMs mitgeliefert, wenngleich man aufgrund der Speicherkapazität der PDAs nicht wie bei aktuellen DVD-Einbaugeräten den ganzen Kontinent mit sich führen kann, sondern nur den jeweils relevanten Ausschnitt. Mit einer Speicherkarte ist es jedenfalls kein Problem ein ganzes Land mitzuführen. Die Qualität der Karten ist ausgezeichnet, sie stammen von Navteq, die auch für viele fest eingebaute Navigationssysteme Daten liefern. Auch was die "Points of Interrests" - also Ziele wie Restaurants, Hotels oder Tankstellen - betrifft, steht das Kartenmaterial den "großen" Geräten um nichts nach.

Ein Vergleich zwischen der PDA-Variante und Einbaugeräten bzw. werksseitig integrierten Geräten ist natürlich ein Kampf von David gegen Goliath. PDA-Navigation ist zwar um ein vielfaches billiger (der Hauptvorteil), kann aber nicht die gleiche Qualität bieten: So ist es völlig nutzlos, dass der GPS und TMC (Traffic Message Channel) Empfänger über Bluetooth mit dem PDA verbunden ist, wenn er dennoch Strom aus der Zigarettenbüchse benötigt (er funktioniert zwar vier Stunden lang auch mit integrierten Akkus, aber kann nur im Auto geladen werden).

Wer länger unterwegs ist, wird auch den PDA über das mitgelieferte Y-Stromkabel anschließen. Für meinen Geschmack enden hier bereits Benützerfreundlichkeit und Alltagstauglichkeit im Kabelsalat. Dazu kommt noch die TMC-Wurfantenne - ein weiteres Kabel das per Saugknöpfen an der Windschutzscheibe befestigt wird. Dasselbe geschieht mit der PDA-Halterung. Obwohl sie an der Scheibe wirklich fest hält, ist das PDA-Display während der Fahrt praktisch nicht lesbar, da der flexible Hals die Halterung stark vibrieren lässt. Die Sprachanweisungen aus dem PDA sind kaum zu verstehen - selbst wenn man bereit ist, zu Gunsten der Navigation auf den Radiogenuss zu verzichten (mit Radio würde man die Sprachanweisungen nicht einmal bemerken).

Der mangelnden Integration im Fahrzeug steht höhere Flexibilität gegenüber: So kann man den PDA für mehrere Autos bzw. auch zu Fuß verwenden, wenn man den GPS Empfänger etwa in einer Außentasche des Rucksacks unterbringt. Dort bekommt er auch Kontakt zum Satelliten - was mir in meinem eigenen Auto nicht gelungen ist - zu dicker Stahl und Verbundglasfenster. In einem geborgten "dünnen" Kleinwagen ging es dann. Der Tipp des Handbuchs, eine externe Antenne einzubauen, schien nicht nur wegen des temporären Tests unsinnig, sondern auch weil man beim Einbau ja gleich zu "richtigen" Navigationsgeräten greifen kann.

Die Routenwahl ist in Ordnung, wenngleich häufig abseits der üblicheren Wege zu einem Ziel - das kann aber je nach Verkehr auch ein Vorteil sein. Während der Fahrt mangelt es dem Gerät spürbar an Genauigkeit - schließlich fehlen dem PDA Tachosignal, Kompass und Trägheitssensor, die bei fest installierten Geräten die GPS-Daten "verfeinern". Im Stadtverkehr ist der PDA dann nicht immer bei der richtigen Kreuzung. Noch schlimmer wird es in der 3D-Kartenansicht. Sie liefert dem Fahrer keinerlei zusätzliche Information (eher weniger Details), überfordert aber die Rechenleistung des Pocket PCs derart, dass das Gerät immer hinter der gefahrenen Route hinterherhinkt. Man muss schon sehr langsam fahren, damit es mithalten kann. Aber vielleicht ist dies ja eine Verkehrserziehungsmaßnahme.

http://www.fujitsu-siemens.at

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MONITOR-Autoren
Mag. Dominik Troger

Mag. Dominik Troger gehört seit 1992 zum MONITOR-Team. Er begann als News-Redakteur und betreute viele Jahre die MONITOR Weiterbildungsbeilage "Job Training". Seit dem Jahre 2000 war er als Chef vom Dienst tätig, mit Dezember 2009 übernahm er die Chefredaktion. ..mehr..

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