Auf jeden Fall aber ist der Begriff "Business Intelligence" für digitale Analyse- und Steuerungtsools gut gewählt. Es klingt, vornehm, nobel und ein bisschen geheimnisvoll, auf jeden Fall aber nach etwas, was man unbedingt braucht.
Nur: Was macht Business Intelligence-Software? Vereinfacht gesagt: Durch die Sammlung möglichst vieler Geschäftsdaten wird die Geschäftsentwicklung eines Unternehmens abgebildet und mit den Zielen verglichen, die erreicht werden sollen. Dies funktioniert über Reporting und Analyse und überspannt viele Bereiche: Die Produktion, den Vertrieb, den Einkauf, die Personalverwaltung, die Kundenbeziehungen usw. Alles lässt sich in Form einer "intelligenten" Business-Matrix abbilden.
Die Intelligenz einer solchen Software reicht aber nur so weit, wie sie vom Menschen definiert worden ist: Sind die Geschäftsziele zu vage, wird auch eine Analyse der Geschäftsdaten nicht viel bringen. Steht das Geschäftsmodell auf zu wackligen Beinen, kann auch Business Intelligence nicht weiter helfen. Manche der von den Softwareanbietern umgarnten leitenden Manager unterschätzen, wie wichtig die Managementbasis ist, auf der Business Intelligence-Modelle aufbauen. Und diese bleibt nach wie vor Sache der menschlichen Fähigkeiten, die keine Computersoftware übernehmen kann.
Steuerung und Kontrolle ersetzt daher nicht Kreativität, Erfahrung, Wissen und Intuition. Diese Eigenschaften zu programmieren hat noch kein IT-Experte geschafft. Daher soll man sich einerseits nicht zuviel von Business Intelligence erwarten, andererseits aber ist dieses Softwaremodul eine Möglichkeit, sich vom Sammeln und interpretieren statistischer Geschäftsdaten zu entlasten und nur mehr auf Basis von vorinterpretierten Ergebnissen zu entscheiden. Das ist die eigentliche Stärke von Business Intelligence und kann, wenn sie gut angewendet wird, kreative Entscheidungs-Freiheitsräume eröffnen, die vorher von Datenballast zu gemüllt wurden.



1/2012
8/2011
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Dr. Eric Scherer ist Geschäftsführer des anbieterunabhängigen Beratungs- und Marktforschungsunternehmens i2s. Er gilt als einer der führenden ERP-Experten und ist Initiator der ERP-Zufriedenheitsstudie. 