Die Honda Transalp wird seit über 15 Jahren angeboten und immer wieder weiter entwickelt. Sie war damit eine der ersten Enduros und bei jugendlichen Einsteigern besonder beliebt. Zielgruppe dürften aber inzwischen ganz klar Frauen sein, denn ich fühlte mich mit 1,85m Körpergröße doch etwas beengt. Mit der zusätzlich verfügbaren, um 30mm niedrigeren Sitzbank wird nun auch der Abstand zum Boden verkürzt, was der Zielgruppe weiter entgegenkommen dürfte.
Der V2-Motor mit 647 cm³ bietet gutes Drehmoment im unteren und mittleren Drehzahlbereich, springt leicht an und entfaltet seine Kraft sehr gleichmäßig und ohne spürbaren Lastwechsel. Die 53 PS (39 kW) sind für zügiges Fahren ausreichend, der Preis liegt bei 8.599,-. Der Kraftstoffverbrauch ist mit ca. fünf Litern erfreulich sparsam. Das Cockpit der Transalp ist gut bestückt: Tachometer, Drehzahlmesser, Tank- und Temperaturanzeige sowie eine digitale Uhr, die in das Zifferblatt des Drehzahlmessers eingelassen ist. Damit sie nicht in falsche Hände gerät, ist die Honda Transalp mit einer Wegfahrsperre ausgestattet.
Die große Schwester
Die
Honda XL 1000 V Varadero ist die große Schwester der Transalp und damit auch
um etwa 50 kg schwerer. Das gleichen die 94 PS (69 kW) locker aus, der Preis
von 12.499,- liegt dafür aber auch um fast 50% über der Transalp. Sie bietet
auch größeren Fahrern eine aufrechte Sitzposition, die einstellbare Windschutzscheibe
leitet den Fahrtwind gut ab. Der flüssigkeitsgekühlte 996-cm³-90°-V2-Motor bietet
eine satte Leistung sowie ein enormes Anfahrdrehmoment, startet problemfrei.
Dagegen sind die Lastwechsel doch deutlicher zu spüren als bei der Transalp.
Der Kraftstoffverbrauch wurde durch die neue PGM-FI Einspritzung deutlich verringert,
er liegt aber im Schnitt immer noch bei etwa sieben Litern. Dank 25-Liter-Tank
ist die Reichweite aber ausreichend. Mit dem 6-Gang-Getriebe rollt die Varadero
1000 bei höheren Geschwindigkeiten komfortabel im optimalen Leistungsbereich.
Ein optional erhältliches (ca. 900,-) und fein regelndes ABS-Bremssystem in Kombination mit dem serienmäßigen, speziell abgestimmten Dual-CBS (Dual Combined Brake System; beide Räder werden gleichzeitig gebremst) bietet eine optimale Bremskontrolle für Vorder- und Hinterrad bei unterschiedlichen Straßenzuständen. Für das Motorrad ist ein reichhaltiges Angebot an optionalem Zubehör erhältlich (zB. 35-Liter Seitenkoffer mit One-Touch-Befestigungssystem und Sicherheitsschloss im Farbton des Motorrades, 45-Liter Topcase mit Rückenpolster etc.).
Flexibel und vielseitig
Während die Honda Hornet`s schon lange in verschiedenen Versionen auf den Straßen unterwegs sind, verfügt die neue CBF600 über einen alltagstauglichen 600er-Vierzylinder sowie ABS.
Die CBF600 ist für Wiedereinsteiger und Anfänger gedacht, bietet aber auch erfahrenen Motorrad-Spezialisten einiges und das zu einem Preis von knapp unter 7.000,-. Das "Just Fit"-Konzept mit dreistufig einstellbarem Sitz, der um je 15 mm höher oder niedriger eingestellt werden kann, ermöglicht etwa die individuelle Anpassung auf unterschiedlichste Körpergrößen von 1,60 m bis 1,90 m. Auch die Aluminium-Lenkeraufnahme kann um 180° gedreht werden und ermöglicht dadurch 10 mm Versatz nach vorne für erhöhten Fahrkomfort speziell bei sehr großen Fahrern. Der im Gegensatz zur altbewährten Hornet sanfte Reihenvierzylindermotor mit 600cm³ Hubraum liefert mit 78 PS (57 kW) gerade im unteren und mittleren Drehzahlbereich einen spürbar kräftigen Antrieb. Ein Glanzpunkt im Bereich Sicherheit ist das optional erhältliche ABS-System (ca. 600,-), was es in dieser Preisklasse bisher noch nicht gab. Es gewährleistet zuverlässiges Bremsen auch unter erschwerten Bedingungen. Die umfangreiche Serienausstattung mit Warnblinkanlage und Kraftstoffreserveleuchte sowie auf Wunsch eine Halbschalenverkleidung runden das Angebot ab.
Die schon seit längerem bewährte Hornet 900 liegt mit 10.799 preislich deutlich höher als die CBF600, ist aber auch mit ihrem 109 PS (80 kW)-Viertakt-Vierzylinder stärker motorisiert. Die optisch attraktive Maschine wird vom 1999er-FireBlade-Motor angetrieben, versehen mit Benzineinspritzung und mit einem Auspuffsystem, welches in zwei oben liegenden Dämpfern mündet. Mit ihren nur 194 kg ist sie unter den "Naked Bikes" damit sehr sportlich positioniert und schaffte es in 3,4 Sekunden auf 100 km/h. Auch das Stahlrechteckrohr-Fahrwerk wurde komplett auf wendiges Verhalten ausgelegt und trägt vorne eine 43 mm Gabel sowie 4 Kolbenbremsen und hinten eine Aluminiumkastenschwinge mit einem Hochleistungsdämpfer mit externem Ausgleichsbehälter.




1/2012
8/2011
7/2011


Dr. Eric Scherer ist Geschäftsführer des anbieterunabhängigen Beratungs- und Marktforschungsunternehmens i2s. Er gilt als einer der führenden ERP-Experten und ist Initiator der ERP-Zufriedenheitsstudie. 