Der Tiroler Fleischspezialitäten-Betrieb Handl Tyrol kann bereits auf eine über hundertjährige Geschichte zurückblicken. Was als Fleischhauerbetrieb im Ortskern des Tiroler Pians begonnen hat, ist inzwischen ein ansehnliches wachstumsorientiertes Unternehmen mit über 300 Mitarbeitern und Niederlassungen in Deutschland und Italien geworden.
Das traditionelle Familienunternehmen im Tiroler Oberland produziert seit 1902 geräucherte und luftgetrocknete Wurst- und Fleischspezialitäten, sowie typische österreichische Wurst- und Schinkenspezialitäten mit hohem Qualitätsanspruch, die einen starken Bezug zur Ursprungsregion Tirol haben. Neben den Standorten Pains (Produktion) und Schönwies (Logistikzentrum) hat Handl Tryrol 1993 den Fleischwarenhersteller Christanell in Südtirol zu 100 Prozent übernommen. Zu den Kunden gehören sämtliche großen Lebensmittelketten, wie Metro, Hofer, Aldi, Lidl, Rewe, Billa und Spar, sowie der Lebensmitteleinzelhandel und die Gastronomie.
Optimierungspotenzial nutzen
Wie bei anderen mittelständischen Unternehmen, die wettbewerbsfähig bleiben wollen, begutachten Mitarbeiter und externe Berater in regelmäßigen Abständen den Wertschöpfungsprozess des Unternehmens. Hierbei werden vor allem die Geschäftsprozesse einer kritischen Prüfung unterzogen. Um die Leistung der Firma nicht nur zu einem bestimmten Zeitpunkt beurteilen zu können, sondern permanent Optimierungspotenzial aufdecken zu können, entschied sich Handl Tyrol während der letzten Analyse dazu, ein System für Business Process Management einzuführen.
Prozesse einfach und schnell umsetzen
Bei der Auswahl eines geeigneten Produkts standen mehrere Anforderungen im Vordergrund. So sollte die Lösung sich nahtlos in die bestehende IT-Infrastruktur einpassen können und ein Höchstmaß an Flexibilität bieten. Zudem galt es mit dem Business Process Management-System alle Phasen eines Geschäftsprozesses abzudecken und die betreffenden Prozesse möglichst einfach und schnell umzusetzen.
Nach eingehender Analyse der am Markt verfügbaren Produkte fiel die Entscheidung auf die Ultimus BPM Suite, die alle zentralen Anforderungen optimal erfüllen konnte. Die Ultimus BPM Suite bietet mit ihrer grafischen Entwicklungsumgebung eine benutzerfreundliche Oberfläche, in der ohne Programmierung vollständige Prozesse mit allen Formularen und Geschäftsregeln flexibel abgebildet werden können. Darüber hinaus deckt die Software mit ihren Modulen den vollständigen Geschäftsprozess-Lebenszyklus ab.
Automatisierter Prozess für das Reklamationswesen
Zunächst wurde das Reklamationswesen automatisiert, da dieser Prozess nicht nur strategisch wichtig für Handl ist, sondern auch durch die vielen Schnittstellen das optimale Einsatzgebiet für eine solche Lösung darstellt. In diesen Prozess mussten Kunden, externe Speditionen, die Übernahme, der Vertriebsinnendienst, die Prüfstelle, die Qualitätssicherung und die Buchhaltung integriert werden. Bei der Regelung von Reklamationen werden Kunden, insbesondere Großabnehmern, meist umfassende Retourenrechte eingeräumt. Diese beinhalten beispielsweise die Rückgabe von Waren, deren Mindesthaltbarkeitsdauer abgelaufen ist oder wenn überdisponiert worden ist.
Die Ultimus BPM Suite begleitet hierbei den gesamten Prozess der Retourenanmeldung, Warenrückgabe und Vergütung. Daraufhin wird die Ware von der Qualitätssicherung kontrolliert, um den Grund für den Schaden zu identifizieren und im Falle eines Produktionsfehlers geeignete Schritte zu unternehmen. In einem automatischen Schritt wird eine Erfahrungsdatenbank aufgebaut, in der alle Gründe für Reklamationen protokolliert werden, um daraus Verbesserungen bzw. Prognosen abzuleiten.
Kürzere Durchlaufzeiten, mehr Transparenz
Ultimus hat nicht nur die Durchlaufzeit reduziert, sondern auch die Transparenz nachweislich erhöht. Ruft ein Kunde bezüglich einer Reklamation an, weiß der Mitarbeiter sofort an welcher Stelle des Prozesses sich die Ware gerade befindet. Darüber hinaus unterstützen intelligente Formulare die Mitarbeiter bei der Erledigung ihrer Aufgaben und beschleunigen nicht nur das Ausfüllen der Formulare, sondern helfen auch Fehler zu vermeiden. Neben der Arbeitserleichterung für die Mitarbeiter führte die Automatisierung und Optimierung des Reklamationswesens zu einer Steigerung der Kundenzufriedenheit und somit zu einer Verbesserung der Kundenbindung.
Prozessumsetzung innerhalb eines Tages
Im zweiten Schritt wurde ein Prozess für die Stammdatenanlage umgesetzt. Im Verlauf des Geschäftsprozesses werden neue Produkte mit Nummern versehen und somit katalogisiert. Dies führt zu einer schnelleren Einführung der neuen Produkte auf dem Markt. Mithilfe der grafischen Entwicklungsumgebung der Ultimus BPM Suite konnte dieser Prozess innerhalb eines Tages umgesetzt werden. Somit hat Handl Tyrol eine Optimierung der "Time to Market" realisiert und ist dadurch in der Lage, seine strategische Wettbewerbsposition noch weiter auszubauen.
Handl Tyrol plant die zügige Umstellung aller essenziellen Kernprozesse auf Ultimus-Technologie. So soll als nächstes der Produktänderungsprozess automatisiert werden. Dieser ermöglicht die rasche Anpassung von Verpackungen und Etiketten für die verschiedenen Märkte, die das aufstrebende Tiroler Unternehmen bedient.




1/2012
8/2011
7/2011


Christian Henner-Fehr schreibt als freier Autor für den MONITOR und arbeitet als Trainer und Berater in den Bereichen Projektmanagement und Kommunikation. Sein Interesse gilt dem Web 2.0 und den Einsatzmöglichkeiten von Social Media in Organisationen und Unternehmen. 