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Strategien

Microsoft TechEd 2004 Europe

Rund 7000 Konferenzteilnehmer besuchten die diesjährige Entwickler-Konferenz in Amsterdam. Thematisch konzentrierte sich die Konferenz vom 28.6 bis 2.7.2004 auf .NET und alle dazupassenden Microsoft Produktfamilien. Nachdem die .NET-Plattform in den letzten Jahren immer umfangreicher geworden ist, spannte sich der Bogen von Enterprise-Lösungen bis hinzu mobilen Lösungen mit .NET Compact Framework und der Smartphone Edition.

Werner Kurschl

Das sich .NET in Enterprise-Anwendungen etabliert haben, wurde anhand eindrucksvoller Projekte wie z.B. bei Thomson Financial Services (www.thomson.com) dargestellt. Clemens Vasters merkte aber in seinem Vortrag "Best Practices for Dealing with State at Multiple Layers Within Your .NET Applications" an, dass man gerade bei Enterprise-Anwendungen gängige Bücher über Enterprise-Patterns zu rate ziehen sollte, da man hier keine direkte Unterstützung durch eine Framework auf der .NET-Plattform hat.

Bei Enterprise-Anwendungen spielen Web-Services eine immer wichtigere Rolle. Deshalb wurde hier in vielen Vorträgen vor allem auf Design-Aspekte hingewiesen. Don Box hat in einer mehr als 90 Minuten dauernden Session viele Fragen zu dem Themenkomplex "Web-Services versus Service-Orientation" beantwortet. Das Fazit war, das man hier gegenwärtig in Richtung "message-oriented, loosely coupled" geht. Er betonte aber auch, dass Web-Services eine Menge von Protokollen sind und man service-orientierte Architekturen auch ohne Web-Services bauen kann. Jedenfalls wird es in "Whidbey" (Visual Studio 2005) eine verbesserte Unterstützung für das Design von Web-Services geben, denn es wird möglich sein, zuerst das WSDL zu spezifizieren und daraus den Server-Code zu generieren. Dadurch wird es wieder möglich, zuerst das Design durchzuführen, bevor man mit dem Kodieren beginnt.

Don Box wies auch darauf hin, das .NET Remoting nur eine sub-optimale Lösung für verteilte Anwendungen ist, da es Probleme bei der Versionierung, Performanz und der Sicherheit gibt.

Web-Anwendungen

Für die Entwicklung von Web-Anwendungen bringt ASP.NET 2.0 eine Menge von neuen Möglichkeiten. Als neue Basis-Elemente wird es Personalisierung, Rollen-Management und Site Navigation geben. Darauf aufbauend wird es ein Page-Framework geben, das Master Pages, Themes/Skins, Localication und Adaptive UIs unterstützen wird. Darüber hinaus werden mehr als 50 neue UI-Controls für die Bereiche Security, Web Parts und Navigation dazukommen. Damit sollte die Entwicklung von leistungsfähigen Web-Anwendungen mit deutlich weniger Aufwand möglich sein.

Damit die Web-Anwendung auch dann die entsprechende Performanz aufweist, präsentierte Rob Howard in seinem Vortrag 10 Tricks für eine "Killer" Web-Applikation. Er konzentrierte sich dabei auf Caching-Strategien. Michele Leroux Bustamente zeigte im Anschluss recht eindrucksvoll, wie man in ASP.NET Requests abfangen kann, um diverse Verarbeitungsschritte (z.B. Watermarking von Bildern) mit wenigen Konfigurationsschritten über Handler einzuleiten. Die restliche Software-Architekur und der bereits bestehende Code bleiben dabei unberührt.

Erweiterungen von C# und Visual Studio 2005

Für die Software-Entwickler erfreulich sind Spracherweiterungen wie Generics, Partial Types und die vereinfachte Implementierung von Enumeratoren; auch die Collection-Klassen werden um eine LinkedList und eine ReadOnlyCollection erweitert. Auf der Werkzeugseite wird im Visual Studio 2005 das Refactoring sowie das Design und Testen von Anwendungen unterstützt werden, sodass kontinuierlich die Qualität von Software-Systemen verbessert werden kann.

Exhibition

In der Exhibition-Hall waren traditionell die wichtigen Partner wie Dell, HP, SAP, Oracle und Altova vertreten. So zeigte SAP z.B. den Zugang zu SAP über den .NET-Connector, damit SAP in .NET-Anwendungen eingebunden werden kann. Microsoft selbst präsentierte neben den erwarteten Erweiterungen von SQL Server, OneNote, SharePoint, etc. einen großen Stand zum Thema "Windows Mobile", da zum dritten Mal im Rahmen der Microsoft Veranstaltung TechEd die Mobile Developer Conference (MDC) stattfand. Dabei wurden neue Entwicklungen wie Windows Mobile 2003 Second Edition, MapPoint und Smartphone präsentiert.

Die ersten Geräte mit der neuen Windows Mobile 2003 Second Edition Betriebssystem-Version werden in Kürze verfügbar sein. Die Second Edition unterstützt vor allem Querformat und neue Bildschirmgrößen. Für die Entwicklung von Location Based Services veröffentlicht Microsoft in Kürze den MapPoint Location Server. Mit dieser Technik soll es auf Grundlage der GSM-Zelleninformationen möglich werden, z.B. Shops oder Tankstellen in der Nähe ohne GPS-Empfänger zu finden. Die ersten Mobilfunkanbieter (O2 und TeliaSonera) haben bereits Kooperationsverträge abgeschlossen.

Das Motorola MPx, ein Microsoft Smartphone, zeigt einen neuen Trend zu Geräten, die sich einerseits als handliches Telefon verwenden lassen, in auseinander geklapptem Zustand aber schon fast mit einem Notebook vergleichbar sind. Das Gerät sollte demnächst verfügbar sein.

Im Rahmen der Ausstellung konnten 10 europäische Universitäten im Academic Pavilion ihre Forschungsergebnisse präsentieren. Aus Österreich waren die Johannes Kepler Universität mit den Projekten Smart Log Analysis, Proof-It (http://www.ssw.uni-linz.ac.at/Research/Projects/Prof-It/) of C# und CoCo/R Compiler Compiler for C# (http://www.ssw.uni-linz.ac.at/Research/Projects/#Coco) sowie die Fachhochschule Hagenberg mit dem Mobile Safety System (MOSES http://www.mobile-safety.com) und dem virtuellen Blindenhund (http://forte.fh-hagenberg.at/Project-Homepages/Blindenhund/index.htm) vertreten. Für die österreichischen Universitäten war es eine ausgezeichnete Möglichkeit diverse innovative Ideen, die mit .NET entwickelt wurden, zu präsentieren.

Fazit

Die Teched 2004 hat gezeigt, dass es in Europa bereits eine große Anzahl von Entwicklern für die .NET-Plattform gibt. Darüber hinaus wurde der Reifegrad der Plattform in diversen erfolgreichen Enterprise-Projekten dargestellt. Es wurden auch bereits erste evolutionäre Erweiterungsschritte an der .NET-Plattform gesetzt.

Neben dem Desktop- und Enterprise-Bereich zeigte Microsoft nun auch im Bereich der mobilen Geräte (PDA, Smartphone) interessante Alternativen zu Symbian und PalmOS.

Die Teched bot eine Vielzahl an interessanten und hochwertigen Vorträgen (Don Box, Rob Howard, etc.), und sie kann als wesentliche Weiterbildungsveranstaltung für Entwickler angesehen werden. Aktuelle Blogs zur Teched 2004 findet man im techedbloggers.net (http://techedbloggers.net).

Dr. Werner Kurschl ist Professor für Software Engineering an der Fachhochschule in Hagenberg http://www.fh-hagenberg.at

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Mag. Christoph Weiss

Mag. Christoph Weiss, i2s consulting, Leiter Büro Österreich: Magister und Textil-Fachingenieur. Führungserfahrung als IT-Leiter im Bereich technischer Grosshandel. Mehrfach Linien- verantwortlicher für ERP-Einführungen. Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Technikum Wien. Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für Datenverarbeitung (ADV) ..mehr..

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