Der Hardware-Marktführer in Österreich, Hewlett-Packard, hat anlässlich seines traditionellen Sommer-Presseheurigen Ende Juli lamentiert, dass die IT-Investitionen nach dem langen "Stau" der letzten Jahre hierzulande noch immer nicht so sprudeln wie sie sollten oder wie es zumindest die Branchenforscher vorhergesagt haben. Woran liegt das?
Es liegt weniger an der allgemeinen Wirtschaftslage, die sich ja wieder erholt hat. Die Inflationsrate ist zwar relativ hoch, aber auszuhalten. Die Arbeitslosenrate ist moderat, das Konsumverhalten gut. Die Wirtschaft hat dank neuer Steuergesetzgebung zahlreiche Vorteile umsetzen können, die Pensionsfonds stecken eine Menge Geld in die großen börsenotierten Firmen, die mit wenigen Ausnahmen gute Gewinne erwirtschaften. Wieso also noch immer nicht mehr in IT investiert wird, scheint auf den ersten Blick widersprüchlich.
Tatsache ist aber, dass das Gros der Investitionen in Informationstechnologie aus dem österreichischen Mittelstand und von den kleineren Firmen, also den so genannten KMU, kommt. Und diese sind von der heimischen Wirtschaftspolitik nicht so verwöhnt worden wie die Großkonzerne, kauen an scharfen Eigenkapitalbestimmungen wie Basel II und fechten ihre Kreditkämpfe mit misstrauischen Banken aus. Die rund 300.000 Klein- und Mittelbetriebe in Österreich, die der eigentliche Motor der Wirtschaft sind, verursachen ungewollt den anhaltenden "Investitionsstau" in der IT. Und man kann es ihnen auch gar nicht verdenken.
Eine Lösung wäre (wie es auch Hewlett Packard-Österreichchef Wolfgang Gruber angeregt hat), die IT-Wirtschaft mit einem ambitionierten Förderungsprogramm in Schwung zu bringen. Gut angelegte Fördergelder für Firmen, die es nötig haben, erhält der Staat auf dem Umweg der Besteuerung der dadurch gestiegenen Wertschöpfung wieder zurück. Aber soweit sind die zuständigen Politiker offenbar noch nicht in die Geheimnisse der Volkswirtschaft vorgedrungen. Oder hat Eduard Mainoni (F), zuständiger neuer Staatssekretär im Infrastrukturministerium, bereits Vorschläge gemacht, die der Öffentlichkeit entgangen sein sollten? Sachdienliche Hinweise bitte an: office@monitor.co.at



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Mag. Christoph Weiss, i2s consulting, Leiter Büro Österreich: Magister und Textil-Fachingenieur. Führungserfahrung als IT-Leiter im Bereich technischer Grosshandel. Mehrfach Linien- verantwortlicher für ERP-Einführungen. Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Technikum Wien. Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für Datenverarbeitung (ADV) 