Die Komplexität von Produkten hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Auch die Fertigungsindustrie muss, um wettbewerbsfähig zu sein, Produkte in großer Variantenzahl entwickeln, die technologisch und gestalterisch immer auf dem letzten Stand sind. Immer mehr Funktionalität auf möglichst kleinem Raum und eine schnelle Marktreife sind zusätzliche Herausforderungen.
Bei UGS hat man das neue Solid Edge deshalb mit dem Label "Design-with-Insight" versehen. Er soll einen Einblick in die ursprüngliche Konstruktionsabsicht bieten, deren Einhaltung prüfen und branchenspezifisches Know-how zur Verfügung stellen. Dafür sorgt das integrierte Daten-Management-System "Insight".
Transparenter Konstruktionsprozess
Das Erkennen und Überwachen der ursprünglichen Konstruktionsabsicht ist einer der effektivsten Wege, um den Entwicklungsprozess trotz wachsender Komplexität der Produkte zu optimieren. Solid Edge erweitert deshalb auch kontinuierlich seine Funktionen. Neu sind in Version 16 unter anderem flexible Teile, Verschraubungen und dynamische Baugruppenfamilien, die zu mehr Flexibilität im Entwicklungsprozess führen.
Die Version 16 erweitert die Fähigkeiten außerdem um einfach anwendbare hybride 3D-/2D-Konstruktionen, besonders auch von mit AutoCAD vertrauten Anwendern. Hinzu kommen weitere Werkzeuge für die Hybrid-Konstruktion und die Erzeugung von 3D-Teilen aus 2D-Baugruppen-Layouts.
"Zero-D"-Funktionalität
Im Maschinenbau und auch in der Produktentwicklung beginnt die Konstruktion oft mit 2D-Layouts. Solid Edge ermöglicht es dem Anwender, ohne Geometrie zu starten, nur mit einer Produktstruktur. Diese "Zero D" (= "Keine Datei") genannte Konstruktion ist ein ausgezeichnetes Konzept für die grobe Auslegung im frühen Stadium der Entwicklung und bietet erhebliche Verbesserungen von Layouts, die eine Top-Down Arbeitsweise verwenden. Bessere Top-Down Funktionalität wird in der Industrie dringend benötigt und kann mit Solid Edge zielgerecht realisiert werden.
Branchen-Spezifika
Branchen-Spezifika betreffen beispielsweise die Entwicklungen für Prozessindustrie und für den Maschinen-/Anlagenbau. Die Fähigkeit, Zusammenbauten mit mehr als 100.000 Teilen zu konstruieren, wurde im Hinblick auf derartige Aufgaben in der Version 16 weiter ausgebaut, damit vollständige virtuelle Prototypen auch in dieser Größenordnung dargestellt werden können. Mit ihrer Hilfe können die Entwicklungszeiten reduziert und Fehler frühzeitig eliminiert werden.
Das Programm enthält jetzt neue Funktionen für die Rahmen- und Rohrleitungskonstruktion. Mit dem neuen Modul Frame Design können verbindliche Rahmenstrukturen für Anlagen der Prozessindustrie und andere Maschinen vorgegeben werden, indem die 3D-Skizze eines Rahmenskeletts gezeichnet wird, in der sämtliche Beziehungen bereits vordefiniert sind. Daraus wird unter Verwendung von Standard-Funktionen automatisch das 3D-Modell des Rahmens einschließlich der Stückliste und Bearbeitungsanweisungen erzeugt. Zusätzliche Schweißfunktionen, die Bestandteil von Solid Edge Classic sind, können optional genutzt werden.
Mit Piping Systems Design ist in Version 16 eine Software-Komponente verfügbar, die auf Basis der Solid Edge Xpres-Route-Technologie die Erzeugung von vordefinierten Rohrleitungs-Pfaden innerhalb von Baugruppen ermöglicht. Nach der Erzeugung werden die Pfade mit den passenden Rohren und Befestigungen versehen, so dass ein virtueller Zusammenbau der gesamten Rohrleitungskonstruktion komplett mit Stück- und Schneidelisten entsteht.
In der Version 16 wurde die Funktionalität für die Entwicklung von Konsumgütern um Virtual Studio+ ergänzt. Diese fortschrittliche Lösung für ein fotorealistisches Rendering enthält umfangreiche Rendering-Fähigkeiten, mit denen bereits im frühen Stadium Darstellungen und Konzepte visualisiert werden können.
Formenbau
Bereits früher in diesem Jahr stellte UGS ein Formenbaupaket vor: Solid Edge Mold Tooling. Diese Software wurde für die Version 16 nun mit neuen Funktionen versehen, die unter anderem die Entwicklung von Schiebern, Einsätzen oder Kühlkanälen automatisieren. Außerdem verfügt Solid Edge Mold Tooling jetzt über Standard-Kataloge weiterer Komponenten-Lieferanten und über eine neue Funktion zur Erstellung benutzerdefinierter Formaufbauten.




1/2012
8/2011
7/2011


Dr. Christine Wahlmüller-Schiller ist freie Autorin und Kommunikationsberaterin, spezialisiert auf die IT- und Telekom-Branche. 