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Moniskop

IT auf zwei Rädern

Da viele IT-Fachleute und Monitor-Leser auch begeisterte Motorradfahrer sind, haben wir zwei Kommentare zur Motorrad-Marktlage eingefordert.

Alexander Kraus, Honda Austria, Marketing- und Verkaufsleiter Motorräder:

Wir erwarten uns im Jahr 2004 ein leichtes Wachstum bei den Zulassungen von Neumotorrädern gegenüber dem Jahr 2003. Dieses Wachstum wird sich vor allem durch die immer größere Beliebtheit der Roller als Alternative zum Zweitauto ergeben. Der Roller ist in der Anschaffung, wie auch in der Erhaltung günstiger als ein Automobil. Die Rollernachfrage steigt naturgemäß hauptsächlich in den Ballungszentren. Bei den großen Motorrädern erwarten wir eher eine Stagnation des Marktes, die Segmentverteilung wird in etwa gleich bleiben. Nur das Naked Segment erfährt durch neue Modelle - Honda CBF-Familie - und aggressive Preispolitik mancher Mitbewerber sicher einen Aufschwung. Der große Offroad / Supermoto Boom der letzten Jahre scheint seinen Zenith erreicht zu haben. Es ist nicht mit einem weiteren Wachstum zu rechnen. Speziell für Honda erwarten wir aufgrund der vielen neuen attraktiven Modelle für die unterschiedlichsten Zielgruppen einen deutlichen Aufschwung gegenüber 2003.

Ing. Ulrich Ruckenbauer, Managing Director, Yamaha Österreich:

Yamaha hält derzeit einen Marktanteil von 15,8% in Österreich und 18% europaweit. In Europa verkaufen wir ca. 365.000 Zweiräder. Der Gesamtmarkt in Österreich ist 2003 um 1% zurückgegangen. Dies ergibt sich durch einen Rückgang bei den großvolumigen Motorrädern und einem Zuwachs bei den Leichtkrafträdern und 125ern, der Mopedmarkt ist 2003 um 22 % gestiegen. Jänner bis April 2004 ist der Markt um etwa 2,2 % gestiegen. Bei den Mopeds haben wir eine Steigerung um 32%. Unser bestes Modell im Supersportbereich ist die R1 2004; im Straßenbereich sind FZ6 S&N, TDM 900, FZS 1000 die Topmodelle; im Endurobereich setzen wir große Hoffnung in unsere neuen XT 660 Modelle . Ein Lichtstreif am Horizont sind die steigenden Mopedzahlen, da dadurch hoffentlich mehr junge Menschen vom Motorradvirus infiziert werden.


Im Test

An einem sonnigen Sonntag wollten Alexander und ich die Yamaha FJR1300A und die TDM900 testen. Wir machten uns auf Richtung Krems und weiter ins Waldviertel.

Alexander Fürbach, Rüdiger Maier

Alexander ist Laser-Techniker und liebt starke Maschinen: "Auch im niedrigen Drehzahlbereich ist die FJR1300A bereits sehr leistungsstark und angenehm zu fahren, man braucht z.B. zum Überholen nicht unbedingt zurückschalten."

Der Viertakt-Vierzylinder mit 78 kW (106 PS) mit Fünfganggetriebe, Kardanantrieb und ABS schlägt mit ca. 9.500,- Euro zu Buche. Ich hingegen hatte mich in die Formen der TDM900 verschaut, die ich als eines der schönsten Motorräder einschätze. Der Viertakt-Zweizylinder mit 63 kW (86 PS) ist mit Kettenantrieb, Sechsganggetriebe für etwa 9.800,- Euro zu haben. Ich hatte aber bereits die schon früher heftig kritisierten Lastwechselreaktionen (mehr Gas, weniger Gas) des Zweizylinders kennengelernt und hatte auch diesmal damit meine Probleme. Gerade auf Straßen mit Bodenwellen oder Unebenheiten verstärkten die sensiblen Reaktionen der Maschine das unruhige Fahrgefühl. Und auch Alexander bestätigte mir diesen Eindruck. Ansonsten ist die TDM allerdings ein ausgezeichnetes Motorrad: Gute Beschleunigung, die Bremsanlage aus der R1 wird da schon gefordert. Die Fahrerposition ist sehr angenehm aufrecht, das Windschild schützt gut, in Kurven ist die TDM richtiggehend zu Hause.

Alexander entdeckte bei der FJR1300A bei höheren Drehzahlen fast schon zuviel Leistung: "Bei nicht ganz so griffiger Fahrbahn beim starken Beschleunigen Gefahr des Durchdrehens des Hinterrades." Sehr wohl fühlte er sich in Kehren, da das Gas sehr fein dosiert werden kann und keine Lastwechselreaktionen bemerkbar sind. Die elektrisch verstellbare Frontscheibe leitet im ausgefahrenen Zustand den Fahrtwind über den Kopf ab. Das Fahrwerk dämpft sehr gut, Bodenwellen werden sanft geschluckt, aber trotzdem bei hoher Geschwindigkeit nicht "schwammig". Die angenehm aufrechte Sitzposition verhindert auch bei längerer Fahrzeit Ermüdung. An das für die Sicherheit wichtige ABS musste er sich erst gewöhnen: Es setzt mit einem "Krachen" ruckartig ein. Die Bedienelemente liegen wie bei der TDM sehr übersichtlich und gut zugänglich. Während die TDM allerdings die Oberschenkel kühl hält, heizt die 1300er dort ziemlich ein (was an kühlen Tagen durchaus angenehm sein kann). Alexander bekam übrigens einige Wochen später ein Strafmandat: Die PS wollen halt auch kontrolliert sein.

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MONITOR-Autoren
Dipl.-Hdl. Ing. Ernst Tiemeyer

bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen, war nach dem Studium der Wirtschafts- wissenschaften, Organisation und Informatik zunächst mehrere Jahre als Gruppen- und Projektleiter an einem Institut für angewandte Informatik beschäftigt. Heute ist er in vielfältiger Form als freiberuflicher Management- und Organisationsberater sowie in der Weiterbildung tätig. Schwerpunktmäßig geht es dabei um die Einführung, Entwicklung und Beratung für den praxisgerechten Computereinsatz. ..mehr..

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