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Lösungen

Seidel Elektronik / SAP

Unterwegs in Richtung Supply Chain

Die im steirischen Deutschlandsberg ansässige Seidel Elektronik GmbH ist als Dienstleister in der Auftragsfertigung von elektronischen und mechatronischen Produkten tätig. Mit SAP wird das kontinuierliche Wachstum des Unternehmens im großen Ausmaß unterstützt. Daten werden nicht nur zu anderen Systemen ausgetauscht, sondern verstärkt mit Kunden und Lieferanten.

Die 1993 gegründete Seidel Elektronik beschäftigt etwa 280 Mitarbeiter und plant für das Geschäftsjahr 2004/2005 einen Umsatz von 45 Mio. Euro. Der Kernbereich des Unternehmens ist die Produktion von elektronischen und mechatronischen Systemen und Komplettgeräten im mittleren Stückzahlsegment. Das bedeutet unter anderem, sehr schnell auf neue Produkte umstellen zu müssen: Etwa 1.000 verschiedene Produkte werden hier im Jahr gefertigt, jedes davon ist mit 300-400 Bauelementen bestückt. Um rasche Reaktionszeiten zu garantieren, liegen ca. 20.000 unterschiedliche Komponenten auf Lager, die gesamte Fertigungs- und Transportlogistik wurde immer weiter optimiert. Weitere Strategie ist die Forcierung von Eigenprodukten. Bekannt ist vor allem das Lawinenpieps PIEPS DSP (www.pieps.at), das voriges Jahr auf den Markt gekommen und mittlerweile sehr erfolgreich ist.

"Wir sehen uns aber auch verstärkt als Systemlieferant und Logistikpartner, der für seine Kunden von der Produktentwicklung, über das Prototyping, der Produktion und Auslieferung, auch die Anforderungen an die logistischen Anforderungen (SCM, CRM, Anbindung der IT-Systeme der Kunden und Lieferanten) in Form eines Gesamtkonzept anbietet", erläutert Wolfgang Galler, Leiter IT und Kommunikation.

mySAP All-in-One für alle wichtigen Kernprozesse

mySAP All-in-One wickelt bei Seidel Elektronik alle wichtigen Kernprozesse ab. Schnittstellen zu anderen Systemen sorgen für reibungslose Abläufe. "Wir suchten nach einer integrierten Softwarelösung, bei der das Unternehmen das Potential findet, um dem Wachstum gerecht zu werden und vor allem komplizierte logistische Abläufe, wie sie bei uns zu finden sind, auch standardisiert abgebildet werden können", erzählt Galler. Im abgelösten Altsystem wurden die Materialwirtschaft, Finanzbuchhaltung, sowie ein Teil der Personalabrechnung abgewickelt. Die Daten daraus wurden ins SAP-System importiert. In der ersten Projektphase wurde mit den Modulen Finanz- und Anlagenbuchhaltung, Kostenrechnung, Personalabrechnung, Materialwirtschaft, Produktion und der Vertriebsabwicklung begonnen. Mittlerweile sind viele weitere SAP Module im Einsatz: Qualitätsmanagement, Instandhaltung, Service-Management und Variantenkonfiguration.

"Wir haben schon ein paar besondere Herausforderungen", berichtet Galler: "Von Bedeutung ist für unsere Kunden nicht nur eine lückenlose Chargen- und Seriennummerrückverfolgbarkeit, sondern auch ein verstärkter automatisierter Austausch von Daten sowie die Integration von Kunden-Daten. Das gilt natürlich auch in Richtung Lieferanten und Partner. Wir gehen ganz klar in Richtung SCM."

Neben SAP gewährt eine hauseigene Intranet-Lösung (auf Intersystem Caché basierend) allen Mitarbeitern (ca. 230 PC-Arbeitsplätze) Zugang zu fertigungsrelevanten Daten. Die gesamte Bedarfsplanung und Fertigungssteuerung erfolgt mit SAP Software. Das Intranet stellt eine eigenentwickelte Betriebsdatenerfassung und Zeitwirtschaft bereit. Hier werden die Betriebsdaten zu Fertigungsaufträgen erfasst und dann ins SAP übertragen. "Wir wissen so jederzeit, welche Material- und Personalkosten ein Fertigungsauftrag verursacht."

Eine weitere Schnittstelle verbindet das SAP-System mit einem Kardex Shuttle-System (8 Shuttle mit rund 25.000 Lagerplätzen), das Bestandsdaten auf Lagerplatzebene verwaltet. Materialbestände werden im SAP verwaltet, geplant und gekauft - die Bestände auf Lagerplatzebene werden hingegen von Kardex verwaltet. Wenn ein Material aus dem Shuttle (das man sich als ein "Pater Noster" in dem Kleinteile gelagert werden vorstellen kann) benötigt wird, wird ein IDOC (SAP-Standardformat zum elektronischen Datenaustausch zwischen Systemen) über die Schnittstelle ans Kardex übergeben. Die Mitarbeiter bekommen dann über das Kardex-System die Information, wo das gewünschte Material im Shuttle liegt. Die entsprechende Ebene des Shuttles wird zur Ausladezone gebracht und die Materialien können entnommen werden.

Durch die Integration des Mailservers in das SAP-System können Bestellungen zu Lieferanten oder Vertriebspapiere zu Kunden direkt aus dem SAP-System verschickt werden. Außerdem können diese Daten auch per EDI direkt mit den Kunden- und Lieferanten-Systemen ausgetauscht werden. Zusätzlich wurde ein Kundenportal (ebenfalls Caché basierend) mit einer Bauelemente-Datenbank, Auftragsverfolgung, Reklamationsabwicklung, kundenspezifischen Auswertungen und Bestellabgleich geschaffen. Die ursprüngliche Implementierung dauerte etwa ein Jahr.

"SAP ein guter Standard"

Man versteht die SAP-Einführung bei Seidel Elektronik jedoch nicht als einmaligen Vorgang: "Es gibt immer wieder neue Reengineering-Projekte und wir versuchen laufend die Dinge zu optimieren und neue Prozesse zu integrieren. Unsere Produkte und der Markt zwingen uns, die Abläufe immer wieder zu verbessern", weiß Galler. "Da haben wir mit SAP einen guten Standard gewählt, der ein Schema vorgibt und die Abläufe schnell abbilden kann, weil gewisse Funktionen bereits enthalten sind. Das ist für uns ein großer Vorteil gegenüber einer Individualentwicklung." So hat man in den letzten zwei Jahren mit der Prozesskalkulation, dem Qualitätsmanagement und einer neuen Firmenstruktur neue Prozesse im SAP-System abgebildet. Implementiert wurden diese von der SCC EDV Beratung AG, mit der man sich auch bei den nächsten Projekten - der Variantenkonfiguration, der Instandhaltung und dem Service-Management - bereits in der Prototyping-Phase befindet. Sie werden noch Ende 2004 in den Produktivbetrieb gehen. Weiters ist die Integration eines Dokumentenmanagementsystems und einer Archivierungslösung in Planung.

http://www.mittelstand.at

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MONITOR-Autoren
Dr. Manfred Wöhrl

Dr. Manfred Wöhrl ist Geschäftsführer der R.I.C.S. EDV-GmbH (Research Institute for Computer Science, www.rics.at), spezialisiert auf Securitychecks und Security-Consulting. ..mehr..

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