Andreas Roesler-Schmidt
Um dem stetig wachsenden Speicherbedarf im Bereich Magnetbänder gerecht zu werden, bedarf es Medien mit immer mehr Speicherkapazität. Imation - vielen wahrscheinlich besser bekannt als die frühere Datenträger-Sparte von 3M - hat mit seiner neuentwickelten "Tera Angstrom" Technologie den Grundstein dazu gelegt: Imation rechnet damit, noch in diesem Jahrzehnt Cartridges mit mehreren Terabyte auszuliefern. Das Tera Angstrom Beschichtungsverfahren ermöglicht es, die Oberflächenglätte und Homogenität der Magnetbeschichtung eines Bandes wesentlich zu erhöhen und dadurch die Bit- und Spurdichte zu steigern.
Der Name "Tera Angstrom" setzt sich aus der Speicherkapazität im Terabyte-Bereich, die man erreichen möchte, sowie aus der Maßeinheit "Angstrom" zusammen, in deren Bereich die Oberflächenglätte liegt. Ein Terabyte entspricht einer Million Megabyte oder 1400 CD-ROMs. Ein Angstrom entspricht einem Zehntel Nanometer. Ein Blatt Papier ist rund eine Million Angstrom dick.
Das Verfahren basiert auf drei Techniken: Im "Impingement-Prozess" werden unter die Magnetpartikel unter Hochdruck (700 bar) gegeneinander geschossen. Aneinandergeballte Partikel werden dadurch auseinandergesprengt und in nanometergroße Elemente getrennt. Durch die kleineren Partikel und deren gleichmäßige Verteilung kann die Homogenität der Magnetbandbeschichtung erhöht werden.
Das "Ruhetrocknungsverfahren": Eine Trocknungsumgebung mit niedriger Ventilationsgeschwindigkeit und Magnetspulen zur gleichförmigen Partikelorientierung eliminieren Störungen der Beschichtung und richten die Partikel präzise aus. So werden maximale Bit-Dichte und deutlich höhere Speicherkapazitäten erreicht.
Im dritten Schritt - dem "Zwischenkalandrierungsverfahren" - komprimieren Walzen mit extrem glatter Oberfläche die Bandoberfläche, um eine Oberflächenglätte im namensgebenden Angstrom-Bereich zu erreichen. Erst diese Oberflächenglätte ermöglicht die gesteigerte Bit- und Spurdichte für die nächste Generation von Magnetbandcartridges.
"Imations Oberflächenbeschichtung enthält nanometergroße, nadelförmige Magnetpartikel, die einheitlich ausgerichtet sind und durch verchromte Walzen bearbeitet werden. Dadurch wird eine Oberflächenhomogenität auf Angstrom-Niveau erzielt", erklärt George Purrio, Technischer Manager Imation Europa. "Mit der Tera Angstrom Technologie erreichen wir jenes Niveau an Datendichte auf dem Oberflächenbereich der metallbeschichteten Bandmedien, das Voraussetzung für Speicherkapazitäten von einem TeraByte und darüber ist".
In seinen Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen in Oakdale, Minnesota, treibt Imation die Entwicklung von MP-Medien für höhere Speicherkapazitäten weiter und entwickelt Pilot-Produktionsverfahren, die überall in den Produktionsstätten des Unternehmens zum Einsatz kommen. Im Werk in Weatherford, Oklahoma wurde die weltweit erste Anlage mit der Tera Ångstrom Technologie bereits eröffnet. Die Beschichtungsanlage produziert erste kommerzielle Produkte mit Kapazitäten ab 200 GB.
Ursachenforschung
Imation beschäftigt sich aber nicht nur mit den zukünftigen Speichermedien, sondern auch mit den derzeit im Praxiseinsatz befindlichen: Im Europäischen Technologie Zentrum in Neuss bei Düsseldorf werden optische und magnetische Speichermedien getestet. So kann durch künstliche Alterungsverfahren Aufschluss über die Haltbarkeit von CDs und DVDs gegeben werden. Diese Medien werden auch auf Kompatibilität mit diversen Brennern und deren Firmware getestet. Auswirkungen auf der Qualität der Raumluft auf Bandmedien werden ebenso untersucht wie bei defekten Bändern von Kunden die Fehlerursache ausgeforscht wird.




1/2012
8/2011
7/2011


Christian Henner-Fehr schreibt als freier Autor für den MONITOR und arbeitet als Trainer und Berater in den Bereichen Projektmanagement und Kommunikation. Sein Interesse gilt dem Web 2.0 und den Einsatzmöglichkeiten von Social Media in Organisationen und Unternehmen. 