Denn die Unternehmen sind vorsichtiger geworden, die Anleger misstrauischer und die Expansions- und Übernahmephantasien gedämpfter. Man könnte auch sagen: Eine neue Ernsthaftigkeit ist eingekehrt! Was ja nicht der schlechteste Ausgangspunkt ist.
Wir erleben derzeit also die allerbesten Voraussetzungen für eine rosige Internet-Zukunft: Florierende Online-Geschäfte, aber kontrolliert. Nicht zuletzt deshalb legen auch Internet-Geschäftsmodelle wie von Yahoo!, Amazon oder ebay eine tolle Performance hin. Und die meisten Trittbrettfahrer haben sich bereits verabschiedet.
Nicht funktionieren würden alle diese Online-Shooting-Stars ohne erstklassiges Informationsmanagement. Bis vor wenigen Jahren in unseren Breiten waren entsprechende Tools noch weitgehend unbekannt beziehungsweise wurden staunend beäugt, wie etwa Content Management-Systeme, ausgeklügelte Software für objektorientierte und relationale Datenbanken oder spezialisierte Information Management-Software. Dazu kamen noch hochkomplexe Datenanalyse-Hilfsmittel wie Data Warehouse-, Data Mining- oder Business Intelligence-Software. Sie sind alle Bestandteile von Online-Überfliegern wie Google oder Amazon, werken im Hintergrund und erleichtern den Managern das systemische Denken, den Finanzchefs das Rechnen und den Kunden den Kontakt zur Firma. Insofern sind diese Helfer aus dem elektronischen Geschäftsleben nicht mehr wegzudenken, mehr noch, sie erledigen mathematische Managementprozesse wohl manchmal besser als der Manager aus Fleisch und Blut.
Wer hätte das gedacht? Der nächste logische Schritt wäre, dass man mittels eines computergestützten Börsehandelssystem auf all die Aktien der Online-Firmen setzt und quasi nur mehr auf dem Sofa sitzen und warten muss, bis man automatisch reich wird. Aber so einfach ist die Sache leider nicht. Irgendwo hat auch die beste Informationstechnologie ihre Grenzen und der Mensch mit seiner organischen Intelligenz, seinem Gefühl, seiner Erfahrung, seinen Ängsten und Hoffnungen steht wieder im Mittelpunkt. Ganz abheben wollen wir nämlich auch nicht.



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Mag. Christoph Weiss, i2s consulting, Leiter Büro Österreich: Magister und Textil-Fachingenieur. Führungserfahrung als IT-Leiter im Bereich technischer Grosshandel. Mehrfach Linien- verantwortlicher für ERP-Einführungen. Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Technikum Wien. Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für Datenverarbeitung (ADV) 