Die Hauptaufgabe der Bundes Immobilien Gesellschaft (BIG) (http://www.big.at) besteht darin, die von der Republik Österreich genutzten Liegenschaften nach privatwirtschaftlichen Kriterien zu bewirtschaften. Die Web-Portale der BIG spielen dabei eine wichtige Rolle. Vor kurzem erfolgte die Neugestaltung dieser Web-Portale im Zuge des Relaunch der gesamten CI des Konzerns. Nun sind die BIG WebSite, Intranet und Extranet verbunden. Die dynamische Pflege der Inhalte passiert mit dem Microsoft Content Management Server 2002 (MCMS). Als Suchmaschine fungiert der Microsoft SharePoint Portal Server 2003. Für die mehr als 1.200 Mitarbeiter der BIG bietet sich dadurch eine einheitliche Benutzeroberfläche für Internet, Intranet und Extranet, es können nun Ausschreibungen und Wettbewerbe über das Internet abgewickelt werden und die Inhalte sind durch das stündliche Update am Produktionsserver über eine sichere VPN-Verbindung immer aktuell.
Die 1992 gegründete BIG erwarb 2001 vom Bund ein Immobilienvermögen von ca. 5.000 Gebäuden mit insgesamt 7,2 Millionen Quadratmetern, um sie nach privatwirtschaftlichen Kriterien zu bewirtschaften bzw. die von öffentlichen Stellen genutzten Gebäude an die Republik Österreich zurück zu vermieten. Diese neue Situation erforderte nicht nur so manche Strukturanpassung innerhalb des Konzerns, sondern musste auch nach außen für Kunden und Partner sichtbar gemacht werden - "als Einheit sichtbar und erlebbar gemacht werden", wie Ute Woltron, Leitung der Konzernkommunikation der BIG, hervorhebt. "Deshalb suchten wir von Anfang an nach einem Partner, der imstande ist, einen großen, ganzheitlichen (Ent)Wurf zu denken, der den Gesamtkonzern in einem Crossover-Design, vom Logo, über die Visitenkarte bis zum Web-Auftritt verbindet."
Im anschließenden Bundesvergabeverfahren wurde die Agentur Nonfrontiere (http://www.nofrontiere.com) als Generalunternehmer für das gesamte Projekt bestellt. Dazu Ali Szadeczky, Geschäftsführer Nofrontiere: "Hier ging es von Anfang an darum, ein kommunikativ gutes Produkt auf- und umzusetzen, das auch technologisch funktioniert, und nicht umgekehrt. Deshalb kamen zuerst die Inhalte, eine intelligente Struktur und danach erst die Technik. Eine Chronologie, die letztlich für den Erfolg des Projekts verantwortlich war. Denn um so eine Lösung umzusetzen bedarf es nicht nur einer Kommunikations-Chefin, die sich was traut, sondern auch eines IT-Leiters, der bereit ist, über den Tellerrand hinaus zu blicken."
Die technisch optimale Lösung: Microsoft Content Management Server 2002
Nachdem mit dem dreidimensionalen Konzept "Räume für die Zukunft" Inhalt und Struktur feststanden, machte man sich auf die Suche nach der technisch geeignetsten Lösung. Die Entscheidung fiel auf den Microsoft Content Management Server 2002, weil das Produkt laut Werner Trimmel, dem IT-Leiter im Konzern, "extrem offen ist und für den Anwender am Front-End eine einheitliche Benutzeroberfläche zur Verfügung stellt."
"Natürlich haben wir auch das Thema Open Source durchgespielt", so Trimmel weiter. "Aber was nützt es, wenn man vom Produkt her vielleicht unabhängiger, im laufenden Betrieb jedoch auf einen Dienstleister angewiesen ist, der das Customizing der Oberfläche betreibt. Die standardisierten Produkte von Microsoft liefern uns eine einheitliche Anwendererfahrung und erlauben es, dass wir unser Kerngeschäft - nämlich den reibungslosen Betrieb hochverfügbarer IT-Landschaften sicherzustellen - einfach und transparent ausüben."
Einfache, Browser-basierte Content-Verarbeitung
Aus Gründen der Sicherheit sind heute drei Content-Management-Systeme (MCMS) im Einsatz - innerhalb der BIG ein Testsystem und ein Redaktionssystem, sowie ein Produktivsystem, das von ATOS Origin gehostet wird. Dabei fungiert das interne Redaktionssystem, in dem die Content-Erfassung erfolgt, als so genannter Staging-Server. Hier können die Redakteure per Internet Explorer die zweisprachigen Beiträge (deutsch/englisch) auf Basis von MCMS-Vorlagen erstellen. Die freigegebenen Beiträge werden untertags stündlich über eine sichere VPN-Verbindung zum CMS-Produktions- oder Live-Server transferiert wird. Das Hosting dieser Site läuft bei ATOS Origin, die auch für die Implementierung der Lösung verantwortlich waren. Die Gründe, die für dieses teilweise Outsourcing sprachen, sind laut Trimmel vor allem die erhöhte Sicherheit und die größeren Kapazitäten beim Datenhandling.
Vom Internet zum Intranet zum Extranet
Zentraler Bestandteil des neuen Konzernauftritts im Internet sind die Serviceseiten für Investoren und Kunden, Ausschreibungen bzw. Architekturwettbewerbe. Damit wird die Idee einer Kommunikationsplattform Realität. Einer Kommunikationsplattform, die Internet und Kunden-Extranet in Zukunft nur als Öffnungsvarianten ein und desselben Intranets begreift. Denn mit dem Microsoft Sharepoint Portal Server 2003, der auf der WebSite als Suchmaschine integriert wurde, ist die Tür für künftige Entwicklungen bereits weit aufgestoßen.
"In Zukunft wird Information nicht mehr als Bringschuld, sondern als Holschuld verstanden werden und der Desktop wird langfristig durch das Portal ersetzt," meint Werner Trimmel und hebt den Blick leicht nach oben. "Intranet-Portale bieten dem Anwender die Möglichkeit, sich genau dann, wann er etwas braucht und auch die Zeit hat, zu informieren. Unabhängig davon, wo er sich gerade aufhält."
Überdurchschnittliche Verweildauer spricht für sich
Dass heute der Blick in die Zukunft unverstellt ist, dafür ist auch den Zahlen zu danken, die mittlerweile einem anfangs nicht unumstrittenen Projekt zur Seite stehen. "Wie immer bei so großen, übergreifenden Projekten herrschte am Anfang eine gewisse Skepsis", unterstreicht die Kommunikationschefin Ute Woltron. "Das hat oft auch mit präzise, definierten Budgets zu tun, die kleinere, isolierte Projekte in einem Unternehmen bevorzugen. Doch mittlerweile werden wir von allen Seiten im Konzern bestätigt, zumal unser Erfolg auch durchaus messbar ist. Ein Schnitt von mehr als 11 Seiten pro Besuch und eine überdurchschnittliche Verweildauer belegt, wie intensiv die Usererfahrung der Besucher ist."
http://www.microsoft.at
http://www.big.at




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8/2011
7/2011


Christian Henner-Fehr schreibt als freier Autor für den MONITOR und arbeitet als Trainer und Berater in den Bereichen Projektmanagement und Kommunikation. Sein Interesse gilt dem Web 2.0 und den Einsatzmöglichkeiten von Social Media in Organisationen und Unternehmen. 