Rüdiger Maier
"Mein Team betreut von Wien aus die Geschäfte im österreichischen und osteuropäischen Raum. Dazu zählt etwa die Unterstützung und Schulung unserer OEM-Partner und lokalen Reseller sowie die persönliche Betreuung von großen Endkunden in der Region" umreißt Dipl.-Ing. Thomas Gabriel, Brocade Area Manager Österreich und Central & Eastern Europe (CEE) sein Aufgabengebiet. In Tschechien laufe es - vor allem auch dank der Vorarbeit von HP - schon sehr gut. In Polen und Russland dagegen sei die Ausgangslage etwa wie die in Österreich vor zweieinhalb Jahren: "Wir wollen in diesen Ländern eigene lokale Mitarbeiter aufbauen und natürlich die Partner weiter entwickeln." Auch in den anderen Ländern (Ungarn, Slowenien, Rumänien, Bulgarien) sei alles bereits im Fluss.
Der Dell'Oro-Bericht vom Dezember 2003 stellt fest, dass Brocade Communications Systems seinen Anteil im Direktoren-Segment - gemessen an der Anzahl von verkauften Ports - von 30,4 auf 32,2 Prozent verbessern konnte. Der Marktanteil im Bereich Fabric Switches erhöhte sich von 66,7 auf 69,7 Prozent. Insgesamt stieg der Anteil des Unternehmens am Fibre Channel SAN (Storage Area Network) Switching-Markt nach dem Report auf 58,5 Prozent.
Die SilkWorm-Familie des Herstellers von Fabric Switches und Software optimiert die Datenverfügbarkeit sowie Speicher- und Serverressourcen im Unternehmen. Als OEM-Partner werden HP, IBM und EMC beliefert, weitere Partner sind Sun und Hitachi Data Systems. "Da unsere Geschäfte ausschließlich über Partner laufen, sind wir direkt bei Kunden nur über Schulungen oder Kontaktpflege präsent", verdeutlicht Gabriel das Geschäftsmodell. Die Partner hätten zwar mit der Erläuterung und der Konzeption von SANs viel Aufwand, es lohne sich aber durch eine entsprechend höhere Beteiligung. Und zusätzlich wachse der Markt weiter stark, den SANs würden für immer mehr Unternehmen zum strategischen Thema: "Mit unseren Speichernetzwerken lassen sich je nach System Einsparungen zwischen 30% und 80% erzielen. Durch den hohen Softwareanteil sinken gleichzeitig die operativen Kosten, die Betreuung und Wartung ist mit weniger Personal durchführbar." Habe man nun in Österreich die TOP 100 bereits mit den Speicherlösungen versorgt, gelte es jetzt, die nächsten 1000-2000 Unternehmen zu adressieren. Die Anforderungen würden hier in Bezug auf Verfügbarkeit und Connectivity gleich hoch liegen: "Da die Preise im Speicherbereich weiter fallen, werden SANs nun auch für eine breitere Unternehmergruppe attraktiv", so Gabriel.
Breites Portfolio
"Die Speichermengen wachsen weiter und dabei werden natürlich die Kosten und das Management der Speicherlösung zu einem besonders interessanten Thema", erklärt Mag. Peter Schön, Enterprise Systems & Storage bei HP in Wien.
Dabei habe sich aber eine pragmatische Sicht durchgesetzt, die sich von äußeren Impulsen leiten lässt: In den USA seien dies besonders die Richtlinien für die Nachverfolgbarkeit gespeicherter Daten, bei uns derzeit vor allem das Regelwerk Basel II. Die Nachfrage nach den hochleistungsfähigen und teureren SAN- wie nach den kostengünstigeren NAS-Lösungen (Network Attached Storage) steige deutlich, der Speicherbereich sei sehr heterogen. So führe man auch alles im Portfolio: HP ist etwa ein wichtiger OEM-Partner von Brocade und Hitachi Data Systems, aber auch die neuen Lösungen von Cisco und die von McData werden angeboten.
Neue Schlagworte: RISS und ILM
Ende November 2003 hat HP überdies Persist Technologies übernommen, einen führenden Softwareanbieter für Speicher- und Referenzprodukte. Schon im Mai präsentierte man dann die All-in-One-Archivierungs- und Abfrage-Lösung für Speicherung und Indizierung. Das RISS (StorageWorks Reference Information Storage System) ist eine Hochleistungs-Lösung, die langfristige Datenverwaltung vereinfacht und damit die Kosten erheblich reduziert. "Hier wurde erstmals unsere Storage Grid Architektur umgesetzt, die es erlaubt, sich verändernden wirtschaftlichen Anforderungen schnell anzupassen. Auch wird es mit Grid möglich, z.B. bestimmte Mails auch nach dem Verlust von Daten wiederzufinden", so Schön. Unter Einbeziehung weiterer Partner (ADIC, CaminoSoft, Grau Data Storage, Orchestria, Pegasus Disk Technologies oder Princeton Softech) will das Unternehmen sein Portfolio an ILM-Lösungen (Information Lifecycle Management) vervollständigen: "ILM ist unsere Strategie, um Information von ihrer Entstehung bis zum Ende ihrer Lebensdauer aktiv zu verwalten. Die jeweils relevanten Informationen sollen dabei effektiver nutzbar werden", unterstreicht Schön.
Deutlich sei der Trend zur Standardisierung zu erkennen, Unternehmen wollten fertige Lösungen für ihre Anforderungen kaufen. "Das oft postulierte "Adaptive Enterprise" verlangt nach sehr flexiblen, einfach wartbaren Einheiten." Dafür haben sich etwa Brocade und HP zusammengetan: "Der Brocade Multiprotokoll-Router ist eine leistungsstarke Ergänzung zum HP StorageWorks Produktportfolio und dient als Ergänzung für intelligente Fabrics. Der Router unterstützt auch die HP Adaptive Enterprise Initiative, indem er Funktionalitäten für das Verwalten und Steuern von SAN-Insel-Ecosystemen in verteilten Netzen bietet und dazu beiträgt, Multi-Vendor Infrastrukturen und Multiprotokoll-Umgebungen zu konsolidieren", meint Frank Harbist, Vice President und General Manager, Storage Infrastructure und Software Technology Solutions bei HP.
Viele Neuerungen für den Markt
Aufgrund des Kostendrucks setze sich, so Schön weiter, "storage on demand" immer mehr durch: Hier zahlt der Nutzer wie bei der Telefonrechnung nur für den Verbrauch an Prozessorenleistung. "Ergibt sich etwa im Tagesgeschäft ein Einbruch, so sinken damit auch die Kosten. Das ist für jeden Controller leicht nachvollziehbar", spricht Schön aus der Praxis.
Mit diesem Ziel brachte das Unternehmen im April Speicherlösungen auf den Markt, die auf Industriestandards basieren. Darunter etwa Fibre Channel Disk-Drives für die HP StorageWorks Enterprise Virtual Array (EVA)-Familie, die durch den gezielten Einsatz kostengünstigerer Platten für weniger wichtige Daten niedrigere Kosten pro Gigabyte erzielt. "Mit der EVA-Familie wollen wir heuer stückzahlmäßig deutlich zulegen, wobei der Preisverfall hier viel vom Umsatz und Gewinn wegfressen wird", analysiert Schön. Ob auch das vieldiskutierte "pay per use" heuer schon greifen werde und ein erstes Hochleistungs-RISS-System installiert werden könne, das bleibt für Schön und sein Team eine spannende Frage.
Einsparungen zählen
"Durch die Anschaffung der Storage-Lösungen von Hitachi Data Systems haben wir rund 15% der Ausgaben für Storage Management gespart", sagt Wilfried Pruschak, Geschäftsführer der Raiffeisen Informatik. Solche Kundenaussagen sind auch für das mit 2.700 Mitarbeitern in 170 Ländern auf allen Kontinenten agierende japanische Unternehmen sehr wichtig: "Wir waren bisher in der Öffentlichkeit nicht so präsent, wollen uns jetzt aber an das Motto halten: Tue Gutes und sprich darüber", erläutert Josef Dumhart, Director Sales & Marketing von Hitachi Data Systems Österreich (HDS), die neue Öffentlichkeits-Strategie. Die heimischen Kunden werden über die Zentrale in Wien sowie Niederlassungen in Linz und Innsbruck betreut. Man sei sehr stolz darauf in nur vier Jahren Präsenz als HDS praktisch 80% Marktanteil bei High-End-Speicherlösungen (Banken, Rechenzentren, Autobahnmaut etc.) erreicht zu haben. Und auch bei mittleren Lösungen sei man mit einem neuen System seit einem Jahr sehr gut positioniert. "Hier konnte ich alleine etwa 35 Kunden gewinnen", so Dumhart. Einer davon ist Herold Business Data, die mit den neuen Speichersystemen in den kommenden sechs Jahren ihre IT-Ausgaben im Schnitt um 15% senken werden. Die Installation der Lösung war überdies eine Premiere in Europa: "Innerhalb von sechs Monaten konnten wir alle Daten in das SAN-System migrieren. Innerhalb eines Jahres erreichten wir den Return of Investment", resümiert Thomas Kirnbauer, IT-Leiter des Unternehmens.
"Unser bestes Verkaufsargument ist der Umstand, dass wir alle Speicherfragen mit modernsten Lösungen aus einer Hand beantworten können", so Dumhart. Und er nennt als Beispiel gleich die direkte und schnelle Migration großer Datenmengen beim Umstieg auf ein neues System: Bei den ÖBB wechselten innerhalb mehrerer Wochen 21 Terabyte an Daten den Speicherplatz. Die ÖBB entschieden sich für die 9580V Thunder, ein modular aufgebautes Speichersystem, optimiert für den Einsatz in einer Open Source Umgebung. "Wir können unsere Storage IT-Kosten durch das Plattensubsystem im laufenden Betrieb um die Hälfte senken", so ÖBB-IT-Leiter Dipl.-Ing. Michael Mörzinger bei der Migration.
Forschung & Entwicklung gefördert
HDS wurde 1989 gegründet, zehn Jahre später übernahm Hitachi Ltd. auch die Anteile des bisherigen Joint Venture-Partners EDS. 2000 erfolgte eine Umstrukturierung und bereits im April 2001 überholte das Unternehmen nach eigenen Angaben als der schnellst wachsende Anbieter von Speicherlösungen die Konkurrenten EMC und IBM. Durch die Investition von hunderten Millionen Dollar in Forschung & Entwicklung will man die Technologieführerschaft weiter sichern. Im Rahmen der Strategie "TrueNorth" bietet das Unternehmen seinen Kunden eine breite Palette an Speicherlösungen, um die Informationsstrukturen der Kunden zu vereinfachen, diese zu schützen und zu optimieren.
Das Angebot umfasst Enterprise- und modulare bzw. verteilte Speicherlösungen sowie Software und Professional Services, ergänzt durch führende Produkte aus Partnerschaften mit anderen Unternehmen wie ApplQ, Brocade, Ixos, Microsoft, Network Appliance oder Veritas. So gab etwa kürzlich Brocade bekannt, dass HDS die Implementierung der FICON-Technologie auf den Brocade SilkWorm 12000 Direktoren zertifiziert habe. Kunden können damit die SAN-Lösungen der Direktor-Klasse von Brocade in IBM-kompatible Mainframe-Umgebungen implementieren. Diese erweiterte Konnektivität ermöglicht eine Standardisierung der SAN-Infrastruktur in der gesamten Mainframe- und Open Systems-Umgebung eines Unternehmens und trägt somit zu einem effizienteren Einsatz von Mitarbeitern und zu niedrigeren Betriebskosten bei.
Fokus Midrange
Heuer will das Unternehmen weltweit Wachstum durch die Konzentration auf Lösungen aus den Bereichen "Data Lifecycle Management", "Storage Area Management" und "Business Continuity" erzielen. "Ein besonderer Fokus liegt für uns heuer im Midrange-Bereich", präzisiert Dumhart für seine 45 Mitarbeiter - davon 15 in CEE, wo man im Gegensatz zu Österreich über Partner verkauft. Dazu stellte das Unternehmen vor einigen Wochen das Speichersystem Thunder 9585V vor. Mit neuen Funktionen, einer noch größeren Skalierbarkeit und einer höheren Durchlaufleistung tritt dieses Midrange-System die Nachfolge der Thunder 9580V an. Die Thunder 9585V übertrifft laut Hersteller vergleichbare Produkte um bis zu 47 Prozent an Leistung. Das System eignet sich vor allem für Unternehmen, die planen, ihre Speicherressourcen zu konsolidieren.
"Die Speicherlösung Thunder 9585V ist speziell im Hinblick darauf optimiert worden, den Speicherbedarf von Input/Output (I/O)-intensiven Anwendungen abzudecken. Auf diese Weise zeigt sie, was der Hersteller unter anwendungsoptimierten Speicherlösungen versteht", erklärte dazu John McArthur, Group Vice President of Storage Research des Marktforschungsunternehmens IDC. Das Speichersystem ist optimiert für Input/Output-intensive-Anwendungen wie beispielsweise Rich Media, Data Mining, rechenintensive Programme und Datenbanken. Die gesamte Thunder Familie 9500V basiert auf der HI-PER Architektur von Hitachi, die ein spezielles RAID Hardware Design umfasst und mit sehr schnellen Interconnects ausgestattet ist. Mit einem 40 Prozent schnelleren logischen Prozessor bringt die 9585V bis zu 46 Prozent höhere Performance als die 9580V und erreicht einen Wert von mehr als 240.000 Inputs/Outputs pro Sekunde.
SAN für KMU
Brocade und EMC Corporation stellten kürzlich eine SAN-Speichernetzwerk-Lösung für Einsteiger vor. Sie ist vorkonfiguriert, einfach vom Kunden zu installieren und entspricht den wachsenden Anforderungen an das Daten-Management kleiner und mittlerer Unternehmen, Institutionen und Abteilungen größerer Konzerne. Die SAN-Lösung basiert auf dem neuen EMC CLARiiON AX100 Storage-System und dem Brocade SilkWorm 3250 8-Port Fibre Channel Switch und bietet bis zu drei Terabyte Datenkapazität mit integrierten Funktionen zum Speicher-Management, einschließlich einer Wizard-basierten Benutzeroberfläche für eine einfache Installation und Verwaltung.
Speichergeschäft ausgebaut
Die deutsche transtec AG baut das Speichergeschäft weiter aus. Der IT-Systemhersteller beteiligt sich zu 44 Prozent an der neu gegründeten Lapistor Ltd. aus Leeds/Großbritannien, die das Geschäft der Lapis Solutions Ltd. übernimmt. "Durch die Beteiligung an der Forschungs- und Entwicklungsgesellschaft Lapistor Ltd. Festigen wir unsere Position unter den Top 10 der Server- und Storagehersteller in Europa", so der Vorstandsvorsitzende der transtec AG, Dieter Weißhaar.
Die hinzu gewonnene Forschungs- und Entwicklungskompetenz wird die 3-Säulen-Strategie des Unternehmens weiter unterstützen (OEM, Systemhäuser, Direktkunden). Vor kurzem hatte man zur Stärkung des strategischen Geschäftsbereichs Storage den deutschen Speicher-Spezialisten Triple Stor übernommen. Damit erweiterte man das indirekte Geschäft des Unternehmens, das bisher unter der Marke Xeltec betrieben wurde.




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