Andreas Roesler-Schmidt
Der deutsche Content Security Anbieter Webwasher AG wurde am 29. April vom US-Unternehmen CyberGuard übernommen. Webwasher wird künftig als eigenständige, hundertprozentige Tochter von CyberGuard agieren.
"Mit der Übernahme des wachstumsstarken Secure Content Management (SCM)-Unternehmens Webwasher verwirklichen wir einen wichtigen Teil unserer Vision und Strategie eines breit gefächerten Security-Unternehmens mit Fokus auf Global 1000 Unternehmen und Behörden", sagte Pat Clawson, Chairman und Chief Executive Officer von CyberGuard. "Webwasher ist die Nummer eins unter den Web Filtering-Anbietern in Europa und hat in Zentraleuropa einen Marktanteil von 40 Prozent. Über 30 Fortune 500 Unternehmen einschließlich Motorola, Texas Instruments und Sprint nutzen Webwasher SCM-Lösungen. Neben der Erweiterung unseres Security-Angebots zeigt die Übernahme auch unser Engagement, auf den wichtigsten Märkten zu wachsen und zu expandieren - in den USA, Deutschland und Japan."
Umgekehrt ermöglicht die Übernahme auch Webwasher, neue Märkte zu erschließen. "Natürlich wollen wir damit den US-Markt erschließen", sagt Horst Joepen, CEO der Webwasher AG im Gespräch mit dem Monitor. "CyberGuard erhielt immer wieder Kundenanfragen nach Content Security, und Produkten die deren High End Firewall-Technologien um entsprechende Content Security ergänzen sollte. Man hatte das bisher über Partnerschaften gelöst, hat aber damit die Anforderungen der Kunden nicht zufrieden gestellt." Man wollte mit den CyberGuard-Qualitätsansprüchen einen Anbieter dieser Technologie im eigenen Portfolio haben.
Die Produkte der beiden Unternehmen werden integriert. Webwasher bleibt als eigener Hersteller mit allen Channelpartnern bestehen. Die Integration in die CyberGuard-Produktlinie - und das sind ja ausschließlich Appliance-basierte Produkte - wird auch erfolgen. "Das heißt, dass ein Webwasher Content Security/Content Filtering Appliance sehr kurzfristig am Markt eingeführt werden wird. Die Integration zwischen CG und WW Produkten ist auch sehr einfach, denn wir haben den Vorteil, dass CG eine Application Layer Firewall ist und gerade der Schutz gegen die jüngsten Blended Threads verlangt eigentlich nach einer Kombination zwischen Application Layer Firewall und Content Security. Hier sehen wir auch die Killerapplikation, die aus der Kombination der Produktlinien hervorgeht", so Joepen. Innerhalb der nächsten drei bis sechs Monate sollen auch die ersten gemeinsamen Produkte auf den Markt kommen.
CyberGuard wird auch Webwasher-Software seinen Channelpartnern anbieten. "Aus eigener Kraft hätten wir im derzeitigen Umfeld sicher noch 2-3 Jahre für einen Börsengang gebraucht. Wir sind jetzt 20 Prozent eines NASDAQ-Unternehmens und haben damit enorme Wachstumsmöglichkeiten in neuen Märkten. Wir ergänzen uns gegenseitig regional sehr gut. Für uns öffnen sich die Märkte USA, Asien und Mittlerer Osten. Hier ist CyberGuard sehr stark vertreten", erläutert Joepen.
Und wie sieht er den Konflikt Content Filtering versus Privacy in Unternehmen? "Die Thematik liegt in der Hoheit der Unternehmen und geregelt durch Arbeits- und Datenschutzgesetze. Im Gegensatz zu anderen Produkten können sie unsere Log-Dateien verschlüsselt schreiben, so dass die Logs nur in begründeten Verdachtsfällen betrachtet werden können. Wir sehen auch einen starken Trend, dass Content Security als Managed Services von ISPs angeboten werden, damit liegt der Betrieb in professionellen Händen unter Einhaltung der entsprechenden Vorschriften. 10-15 Prozent unseres Geschäfts machen wir bereits mit Providern, die solche Dienste anbieten. Die Tendenz ist steigend."



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Mag. Christoph Weiss, i2s consulting, Leiter Büro Österreich: Magister und Textil-Fachingenieur. Führungserfahrung als IT-Leiter im Bereich technischer Grosshandel. Mehrfach Linien- verantwortlicher für ERP-Einführungen. Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Technikum Wien. Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für Datenverarbeitung (ADV) 