Dominik Troger
Dass die "neue schoeller" jetzt unter dem Namen schoeller network control firmiert, gibt schon die Richtung vor: schoeller network control (SNC) war seit ihrer Gründung 1998 auf die Schwerpunkte Netzwerk-Analyse und Netzwerk-Sicherheit ausgerichtet. schoeller network design war der Generalist mit Fokus auf High Speed Switching/Routing, das Infrastrukturgeschäft und den Verkabelungsbereich.
Als Gruber, seit 1998 Geschäftsführer der SNC, im Jahr 2002 auch die Geschäftsführung der schoeller network design übernahm, wurde nach einer entsprechenden Konsolidierungsphase die Umstrukturierung des Unternehmens beschlossen: "Wir haben gesehen, dass sich die schoeller network control in all diesen Jahren sehr positiv entwickelt hat, während beispielsweise der Infrastrukturbereich von starkem Mitbewerb und zunehmendem Preisdumping gekennzeichnet war." Deshalb habe man beschlossen, so Gruber, die Breite aufzugeben und sich auf die Spezialanwendungen und das Spezialwissen der SNC zu konzentrieren.
"Wenn es um Infrastruktur-Komponenten wie Modems, Converter und dergleichen geht oder um Dienstleistungen wie Netzwerk-Verkabelungen, werden wir künftig mit Partnerunternehmen zusammenarbeiten", erläutert Gruber, "gleichzeitig werden wir unsere Kernkompetenzen noch stärker fokussieren."
Übernommen wurde von der schoeller network design der Bereich "Performance Optimization", der beispielsweise mit den Lösungen von Peribit zur Beschleunigung des Datenflusses über derzeit sehr gefragte Produkte verfügt. Auch das Segment HighSpeed Switching/Routing mit vielen Bestandskunden wird weiter betreut. Ebenfalls fortgeführt wird die Niederlassung in Ungarn, wobei Gruber wohldosierte Expansionspläne im Osten ebenso wenig ausschließt wie einen möglichen Stützpunkt in Westösterreich. Das Unternehmen verfügt derzeit inklusive ungarischer Tochter über rund 40 Mitarbeiter und peilt einen Jahresumsatz in der Größenordnung von 11 Millionen Euro an.
Innovativer Spezialanbieter
"Wir sehen uns als Spezialunternehmen, das tiefgreifendes Wissen besitzt und weitergibt. Dazu gehört auch, dass wir uns in diesen Spezialgebieten beständig nach neuen Produkten für innovative Lösungen umsehen", so Gruber. Zu den wichtigsten Tätigkeitsbereichen zählen derzeit Service Level Management, Network Trouble Shooting, die schon erwähnten Bereiche Network Acceleration und Highspeed Switching/Routing, sowie im Sicherheitsbereich Firewall/Intrusion Protection sowie Datenverschlüsselung und -authentifizierung. "Wir bieten Troubleshooting on demand und auch Mietservices im Analyse-Bereich", betont Gruber. Zukünftig ist auch der weitere Ausbau des schoeller performance lab geplant, dass Unternehmen für Vergleichsmessungen von Netzwerkkomponenten zur Verfügung steht.
Im Produktbereich ist momentan Peribit ein großer Renner, mit dem sich ohne kostenintensive Erhöhung der physikalischen Leitungsgeschwindigkeit die Datenübertragungsraten steigern lassen - und das bei sehr kurzen Projektzeiten. Viel erwartet sich Gruber von der Neupositionierung der Sniffer Netzwerkanalysetools, nachdem Network Associates angekündigt hat, diese Produktgruppe im Zuge einer Umstrukturierung zu verkaufen. "Die neue Firma wird wieder Network General heißen", freut sich Gruber, "und ich bin sicher, dass diese Neupositionierung Sniffer starken Auftrieb geben wird."
Umstrukturiert wurde auch das schoeller Ausbildungsprogramm: Die Seminare für Netzwerktechniker, die Sniffer University, die Network-Security-Trainings und die Schoeller Academy werden zur schoeller university zusammengefasst. Neu ist die Zertifikation zum Checkpoint-Trainingscenter.
Ganzheitliche Umsetzung ist wichtig
Und wie steht es um das Sicherheitsbewusstsein heimischer Unternehmen? "Ich glaube, dass die Security-Thematik immer noch zu wenig ganzheitlich gesehen wird", erläutert Gruber. "Man kauft ein Produkt und glaubt dann, man ist sicher."
Man dürfe aber nicht vergessen, die Mitarbeiter einzubeziehen und zu informieren. "Angriffe auf Unternehmen richten sich an dem berechenbaren Verhalten der Mitarbeiter aus", so Gruber. "Die Mitarbeiter müssten nachvollziehen können, warum ihr Verhalten gefährlich und warum eine Security Policy sinnvoll ist. Sicherheit soll nicht restriktiv, sondern produktiv sein."




1/2012
8/2011
7/2011


Mag. Dominik Troger gehört seit 1992 zum MONITOR-Team. Er begann als News-Redakteur und betreute viele Jahre die MONITOR Weiterbildungsbeilage "Job Training". Seit dem Jahre 2000 war er als Chef vom Dienst tätig, mit Dezember 2009 übernahm er die Chefredaktion. 