Diese Begriffe definieren bekanntlich nichts anderes als das Auslagern von Unternehmensteilen, entweder in die erreichbare Nähe des auslagernden Unternehmens oder in weite Ferne, "offshore" nämlich. (Der Begriff bezeichnete ursprünglich die Lage einer Ölplattform, die im Meer statt am Festland errichtet wurde. Mittlerweile wird er auch für Steueroasen und eben für IT-Dienstleistungen verwendet). Das Problem: Outsourcing schafft in der Regel Arbeitsplätze im eigenen Land, Offshoring nicht.
Der Branchenforscher Forrester hat die aktuelle Situation des Outsourcing geprüft und ist zu dem Schluss gekommen, dass bald drei Viertel aller europäischen Unternehmen auf den Outsourcing-Zug aufspringen und dies zur größtmöglichen Vermeidung aller nur einsparbaren Kosten auch gleich am liebsten "offshore" tun werden. Das heißt, dass sich IT-Outsourcing-Dienstleister in Zukunft wirklich darauf einstellen müssen, dass ihnen von Billiganbietern in Indien, China und Russland massive Konkurrenz gemacht werden wird.
In Indien hat das bereits zu einer Verschiebung des gut eingespielten IT-Servicemarktes geführt. War bis vor kurzem noch alles in Ordnung - sprich, die IT-Inder gingen in den Computerhochburgen Bangalore und Hyderabad eifrig und talentiert ihrem Tagewerk nach -, hat sich die Situation nunmehr zugespitzt. Westliche Softwarefirmen und der ganze Schwarm der rundherum existierenden Berater, Implementierer und Systemdienstleister hat sich nun Indien und letztlich auch China als Niederlassungsstandort ausgesucht. SAP gründete kürzlich eine eigene Tochter und wirbt IT-Inder von ihren einheimischen Arbeitgebern ab. Accenture oder IBM machen das gleiche, Siemens stellt gerade in China eine Softwareschmiede auf die grüne Wiese.
Was das alles bedeutet? IT-Budgets fließen zunehmend in "Billiglohnländer" ab, die aufgrund der großen Nachfrage nach den dortigen Spezialisten aber bald nicht mehr so billig sein werden. Auf jeden Fall aber werden bei uns daheim diese IT-Budgets abgehen. Die Globalisierung im Outsourcing findet unleugbar statt, und jeder heimische IT-Anbieter wird über kurz oder lang diese Spirale der Veränderung zu spüren bekommen. Oder hat es bereits gespürt, wenn man den fortlaufenden Mitarbeiterabbau oder zumindest Aufnahmestopp bei den heimischen IT-Dienstleistern richtig zu deuten weiß.



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Mag. Christoph Weiss, i2s consulting, Leiter Büro Österreich: Magister und Textil-Fachingenieur. Führungserfahrung als IT-Leiter im Bereich technischer Grosshandel. Mehrfach Linien- verantwortlicher für ERP-Einführungen. Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Technikum Wien. Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für Datenverarbeitung (ADV) 