Christian Henner-Fehr
Informationen auf einem Computer abzuspeichern ist keine Zauberei. Magische Kräfte sind aber spätestens dann von Vorteil, wenn wir diese Information wieder finden müssen. Unternehmen verlieren auf diese Weise viel Geld und Zeit. Der Marktforscher IDC schätzt, dass sich die jährlichen Kosten für Firmen auf rund 6.000 US$ pro Mitarbeiter belaufen.
Genau hier setzt "Synopsis" an, ein Programm, das dank Volltext-Indizierung in der Lage ist, die gesuchten Informationen zu finden. Es geht aber nicht nur um Zeitersparnis, denn, so Andreas Wintersteiger, Geschäftsführer des 2002 gegründeten Unternehmens, "interessant ist unsere Software vor allem für Projektgruppen und -teams, die ihre Informationen untereinander austauschen müssen". Es geht also nicht nur um das Auffinden von E-Mails und Dokumenten über die Stichwortsuche, sondern um den Austausch von Wissen zwischen den Mitarbeitern eines Unternehmens. Je besser der Austausch funktioniert, je besser ein Unternehmen seine Wissensressourcen nutzen kann, desto besser ist es für die Zukunft gerüstet.
Gerüstet sind auch Gerald Haslhofer und Andreas Wintersteiger. Die beiden Unternehmensgründer planen, das in Linz ansässige Unternehmen in eine GmbH umzuwandeln und haben sich auf die Suche nach Risikokapital gemacht, denn, so Wintersteiger, "nachdem wir mit unserer Produktentwicklung weit fortgeschritten sind und bisher alles aus eigenen Mitteln gezahlt haben, geht es nun darum, ein gut funktionierendes Vertriebsnetz aufzubauen". Und das kostet Geld. Nur so glauben die beiden Unternehmer, ihre Software auf den internationalen Märkten platzieren zu können. Dabei habe man natürlich auch den amerikanischen Markt im Auge und so ist es logisch, dass die Software in ihrer nächsten Version auch in Englisch erhältlich sein wird.
Was kann das Softwareprodukt nun überhaupt? "Mit Synopsis lassen sich Dokumente und Emails auf dem PC beziehungsweise innerhalb des Netzwerks im Volltext durchsuchen", erklärt Wintersteiger eine der Hauptfunktionen. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Wissen zentral auf einem Server oder dezentral zur Verfügung gestellt wird. Ganz im Gegenteil. "Mit Synopsis verfolgen wir einen hybriden Ansatz, der beide Formen integriert", so Wintersteiger. Wissen lasse sich so je nach Bedarf vernetzen und mache weder vor dem eigenen PC noch vor dem Firmennetzwerk halt. So können beispielsweise auch Unternehmen, die temporär in einem Projekt zusammen arbeiten, das für die Kooperation notwendige Wissen zur Verfügung stellen, ohne dass Dateien oder Dokumente ihren Platz verlassen müssen.
Die entscheidenden Faktoren dabei sind die Performance und die Qualität der Indizierung. "Derzeit erreichen wir 1GB pro Stunde", so Wintersteiger. "Mit der im Herbst folgenden Version werden wir aber eine komplette Neuimplementierung unserer Kerntechnologie ausliefern, die es uns ermöglicht, wesentlich mehr Daten mit deutlich höherer Geschwindigkeit verfügbar zu machen." Mit den angestrebten 15GB pro Stunde werde man dann technologisch führend sein, gibt sich Wintersteiger optimistisch.
Über die reine Suchfunktion hinaus geht das "Wissensradar". "Themen, Prozesse und Interessensgebiete, die für die tägliche Arbeit des Benutzers relevant sind, können in Synopsis definiert werden", so Wintersteiger. Tauche beispielsweise auf einem Server des Intranets eine Datei mit relevanten Inhalten auf, werde der Benutzer proaktiv darauf hingewiesen. Zukünftige Versionen werden dann in der Lage sein, die Themen selbst zu erkennen, so die Vorstellungen der beiden Firmengründer. "Verfasst der Benutzer eine Präsentation zum Thema ‚Marketing', sucht Synopsis im Hintergrund bereits nach verfügbaren Inhalten und stellt diese in einem eigenen Arbeitsbereich vor", beschreibt Wintersteiger mögliche Entwicklungen. Mit dem "Wissensassistenten" lässt sich Wissen noch effizienter und schneller nutzen, vorbei die Zeiten, in denen kostbare Ressourcen ungenutzt auf zahllosen Festplatten lagern.
Mit ihrem Produkt trägt das junge Linzer Unternehmen dazu bei, uns auf dem Weg in die vernetzte Welt des Wissens zu unterstützen. Dabei dürfen wir gespannt sein, ob Mindbreeze bald selbst Teil dieses weltweiten Netzes sein wird. Zu wünschen wäre es dem Unternehmen.




1/2012
8/2011
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Dr. Manfred Wöhrl ist Geschäftsführer der R.I.C.S. EDV-GmbH (Research Institute for Computer Science, www.rics.at), spezialisiert auf Securitychecks und Security-Consulting. 