Michael Moriarty
Der Gegensatz zu 1973, als Irland der EWG als ärmster Mitgliedsstaat beitrat, könnte nicht krasser sein. Seit 1992 hat sich das Volkseinkommen (BIP) fast verdoppelt (Zunahme von 92%), die Arbeitslosigkeit ist von über 15% auf unter 5% zurückgegangen und die Anzahl der Beschäftigten hat um mehr als die Hälfte zugenommen. Aber wir sind kein Wirtschaftswunderland, sondern haben 30 Jahre lang hart an unserem Aufstieg gearbeitet. Die Beitrittsstaaten müssen ihren eigenen Weg finden.
Dass Irland heute die Nummer 6 der OECD-Länder ist, das Brutto-Inlandsprodukt dreieinhalb Mal so stark wächst wie beim Durchschnitt der OECD-Länder und der übrigen EU-Mitglieder und das Pro-Kopf-Einkommen das zweithöchste der EU ist, hat die irische Regierung durch langfristige strategische Weichenstellungen erreicht.
Schlüsselfaktoren für die wirtschaftlichen Leistungen Irlands in den neunziger Jahren waren die junge Bevölkerung und ein schnell wachsendes Angebot an Arbeitskräften; erhebliche Auslandsinvestitionen; strategische Verwendung von Mitteln aus dem Struktur- und dem Kohäsionsfonds der EU; Zusammenarbeit von Regierung und Wirtschaft; Offenheit für internationalen Handel und für neue Ideen und Betonung von Ausbildung und technischer Innovation.
Institutionalisiert hat die irische Regierung ihre Unterstützung für die einheimische Industrie und den Dienstleistungssektor zum Beispiel mit dem irischen Zentrum für Handel und Technologie, Enterprise Ireland. Wir arbeiten intensiv an neuen Strategien, denn für die irische Wirtschaft ergeben sich aus der EU-Erweiterung neue Herausforderungen. Die Zukunft liegt eindeutig in der Forschung, der kommerziellen Umsetzung neuer Technologien, in der Produktion und dem Absatz noch höherwertiger Erzeugnisse und Dienstleistungen auf den Weltmärkten. Wir helfen irischen Firmen aktiv beim Ausbau ihrer Handelsbeziehungen in die Beitrittsstaaten Enterprise Ireland teilt den Optimismus der irischen Industrie im Hinblick auf die Erweiterung. Die Intensivierung der Geschäfts- und Handelsbeziehungen zwischen Irland und den 10 neuen EU-Mitgliedern bietet ohne Zweifel ausgezeichnete Möglichkeiten der Partnerschaft für beide Seiten.




1/2012
8/2011
7/2011


Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. 