Begonnen hat die Erfolgsgeschichte bereits 1921. Damals schlossen sich Bauern aus dem Bregenzerwald zu einer Genossenschaft zusammen, um gemeinsam Käse herzustellen und zu vermarkten. Heute produzieren bei Alma 140 Mitarbeiter 14 Millionen Tonnen Käse im Jahr (2003) und die Genossenschaft zählt über 250 Mitglieder - sowohl Einzelpersonen als auch Sennereien und kleinere Genossenschaften. Vor allem zu Weihnachten und Ostern gibt es Spitzen in der Produktion. Die stärksten Umsatzbringer sind Natur- und Schmelzkäse. 2003 konnte der Umsatz um 20 Prozent auf 56 Millionen Euro gesteigert werden. Die Firma Alma, die als kleine Genossenschaft begonnen hat, liefert inzwischen nicht nur innerhalb Österreichs, sondern exportiert auch nach Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien, Großbritannien und in die USA.
Dieser geschäftliche Erfolg fordert auch Höchstleistungen von der EDV, in der IT-Infrastruktur von Alma war jedoch der Wurm drin: "Unsere Software war je nach Abteilung bereits acht bis zehn Jahre in Betrieb, die Produkte waren großteils Insellösungen und keine Standardsoftware", erklärt Peter Holzer, kaufmännischer Leiter von Alma. "Das Kernstück war eine selbst programmierte Lösung eines lokalen IT-Anbieters, der bereits auf Standardsoftware umgestiegen war und nun die alte Software nicht mehr warten wollte. Wir konnten also keine großen Neuerungen mehr für die überholte Software erwarten", berichtet Holzer weiter.
Deshalb machte sich Alma auf die Suche nach Alternativen: Das neue System sollte sämtliche Abteilungen in eine Lösung integrieren und außerdem die nächsten fünf bis zehn Jahre regelmäßige Aktualisierungen und Verbesserungen garantieren. Nach den Erfahrungen mit den bisherigen Inselprogrammen kam nur ein Standardsoftware-Paket in Frage. "Wir wollten unsere neue Software auf jeden Fall bei einer großen, stabilen Firma beziehen", berichtet Holzer. Neben einem dem mittelständischen Unternehmen entsprechenden Funktionsumfang waren auch ausreichende Erfahrungen des potentiellen Softwareanbieters im Lebensmittelbereich unabdingbar. Bei der detaillierten Prüfung möglicher Anbieter standen drei Anbieter in der Endauswahl und nach einem insgesamt mehrere Monate dauernden Entscheidungsprozess konnte sich schließlich SAP durchsetzen.
Als Lösung kam mySAP ERP mit den Modulen Vertrieb, Finanzwesen, Controlling, Anlagenwirtschaft und Materialwirtschaft, womit Alma die gesamte Logistik abdeckt, zum Einsatz. Das Paket läuft auf einem Windows 2003 Server.
Die Einführung all dieser Systeme und die Integration in den laufenden Betrieb durch den Vorarlberger SAP-Spezialisten ProTask dauerte nur sechs Monate, also genau so lange wie der preisgekrönte Vorarlberger Bergkäse von Alma im Reifekeller gehegt und gepflegt wird. Holzer ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden: "Im Großen und Ganzen ist alles sehr gut gegangen." Neben der Zukunftssicherheit war auch die Verbesserung der Informationsinfrastruktur ein wesentliches Thema. "Zwar lieferten auch die alten Systeme viele und detaillierte Informationen, diese waren aber nur innerhalb der verschiedenen Systeme abrufbar. Nun haben wir alle Informationen in einem System."
Bis es so weit war, mussten allerdings erst die Daten aus den alten Systemen gezogen werden. Da man die große Umstellung auch gleich zur Datensäuberung nutzen wollte, geschah dies zum Teil sogar händisch.
Eine Herausforderung war natürlich auch die Mitarbeiter mit dem neuen System anzufreunden. "Natürlich mussten sich unsere Mitarbeiter erst einarbeiten, schließlich waren sie die bisherigen Programme schon lange gewöhnt." Key User wurden bereits während der Implementierungsphase integriert, schließlich ist deren Fachwissen wichtiger als das IT-Wissen. "Das war für sie natürlich schon eine Belastung zusätzlich zur Alltagsarbeit". Inzwischen aber wurde das System bereits gut angenommen.
Eine Einbeziehung der Produktion wurde derzeit noch bewusst aufgeschoben, "die Integration des Produktionsbereichs steht noch in Diskussion", so Holzer.




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Mag. Dominik Troger gehört seit 1992 zum MONITOR-Team. Er begann als News-Redakteur und betreute viele Jahre die MONITOR Weiterbildungsbeilage "Job Training". Seit dem Jahre 2000 war er als Chef vom Dienst tätig, mit Dezember 2009 übernahm er die Chefredaktion. 