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Editorial

Neue Chancen mit IT

Wie kann ein Unternehmen gleichzeitig Kosten senken, die Qualität der Leistungen gegenüber dem Kunden verbessern und die Zusammenarbeit mit Partnern am Markt optimieren? Diese Fragen stellen sich heute Unternehmen und öffentliche Einrichtungen: MONITOR sagt Ihnen im "Thema", wie das mit richtig eingesetzter Informationstechnologie (IT) gehen kann.

MONITOR-Autor Gregor Kucera (ab S. 24) hat sich für unser "Thema" umgesehen und ist dabei auf den umfassenden Begriff "Business Process Management" (BPM) gestossen. BPM ermöglicht den unternehmensweiten Einsatz optimierter, verwaltbarer und messbarer End-to-End-Prozesse und soll so einen hohen Grad an Effizienz und Flexibilität sicherstellen. Auch die Analysten orten bei der Anwendungsintegration einen starken Trend in Richtung BPM. Dieser Entwicklung tragen namhafte Firmen wie etwa SAP, IBM, IDS Scheer AG, Icodex oder die Software AG Rechnung und bieten entsprechende Lösungen an. Im Gegensatz zu der klassischen statischen IT-Umgebung besitzt BPM eine andere Architektur. Ein BPM-System besteht aus einer Ausführungseinheit, einer Verwaltungseinheit sowie einer Reihe mächtiger Schnittstellen, zu denen auch Benutzeroberflächen gehören. Im Hintergrund sammelt eine Datenbank die Informationen über das BPM-System selbst.

Auch E-Government lässt sich zur Verbesserung des Arbeitsflusses in Unternehmen einsetzen, meint MONITOR-Autorin Dunja Koelwel. Der "Elektronische Akt" soll nämlich mit den Aktenbergen auf den Bürotischen Schluss machen. Im Umgang mit Behörden betrifft das etwa die Umsatzsteuervoranmeldung, die Genehmigung von Betriebsstandorten oder die Anmeldung von Fahrschülern zur Führerscheinprüfung. Innerhalb eines Unternehmens hingegen könnte der elektronische Akt beispielsweise bei Einkaufs-, Verkaufs-, Kreditakten, Akten zu regelmäßig aktualisierten Verträgen, Personal- oder Projektakten zum Einsatz kommen. Lesen Sie mehr dazu ab S. 16.

e-Government: Österreich auf der Überholspur?

Diese Frage erforscht MONITOR-Autor Georg Aichholzer (ab S. 28): Beim Fortschritt des elektronischen Angebots ist Österreich jedenfalls im europäischen Ranking in die Top-Liga vorgestoßen. Ebenfalls Spitzenplätze gibt es bei der qualitativen Beurteilung der Online-Dienste und bei der Prozessintegration im Bereich Backoffice. Dennoch, so Aichholzer, gebe es weiterhin genug zu tun. So seien hierzulande Dienste, die dem Staat Geld bringen schlechter entwickelt als solche, die Leistungen für Bürger und Unternehmen betreffen. Außerdem haben die Onlinedienste für Unternehmen einen beträchtlichen Vorsprung gegenüber dem Fortschritt bei den Bürgerdiensten.

Christian Henner-Fehr hat sich für unsere Rubrik "Kommunal" genauer angesehen (S. 27), wie die mehr als 20 Jahre alten IT-Verfahren des Bundes im Bereich des Personalmanagements im Zuge des Projekts "pm-sap" durch SAP abgelöst werden. Das Reformprojekt fasst behördliche Verfahren wie etwa die Haushaltsverrechnung und die Bundesbesoldung zusammen und macht die Personalverwaltung der öffentlichen Hand leistungsfähiger und effizienter. Der Echtbetrieb soll im Dezember 2004 starten, wenn die Lohn-, Gehalts- und Pensionsabrechnung für die rund 190.000 Bediensteten und 90.000 Pensionisten des Bundes erstmals mit der neuen Lösung über die Bühne gehen.

Vor allem Werbe- und Marketingmaßnahmen seien derzeit nötig, wenn sich eGovernment durchsetzen soll: Das meint jedenfalls Douglas Holmes, eGovernment-Experte von Microsoft (S.32). Gleichzeitig hat das Unternehmen aber auch ein Whitepaper zum Thema eGovernment herausgebracht, in dem nicht nur die Zukunft beschrieben wird, sondern auch die dazugehörige Strategie des Softwarekonzerns. Mit dem eGovernment .NET Framework wurde eine Initiative ins Leben gerufen, die die Entwicklung vor allem in technischer Hinsicht vorantreiben will.

Die erweiterte EU: Chancen für Österreich

Die Penetration mit Technologie und damit Produktivität liegt in den meisten der EU-Beitrittsländer unter dem EU-Durchschnitt, so MONITOR-Autor Achim Scharf (ab S. 40): Das bietet Raum für Investitionen. Deshalb haben wir dem Thema in unserer Rubrik "Strategien" entsprechenden Platz eingeräumt. Besonders die Softwareindustrie werde davon profitieren können, wenngleich nicht in allen Segmenten.

Die EU ist am 1. Mai um zehn Staaten gewachsen, davon acht aus Osteuropa (siehe Monitor April 2004, Seiten 6-8). Nach Einschätzung der Gartner-Marktforscher ist und bleibt Osteuropa insgesamt relativ unreif im Hinblick auf die IT über die nächsten Jahre. Es ist nicht erstaunlich, dass Länder mit höherer Produktivität wie die USA, Japan oder Westeuropa auch eine höhere Penetration an Technologie (PCs, Internet, Breitband oder Mobiltelefonen) haben. Und hier zeigt sich auch eine klare Lücke, denn Polen als das größte Beitrittsland ist am wenigsten fortgeschritten, auch wenn hier die meisten Möglichkeiten zur Verbesserung liegen.

Erhellende Einblicke in die Praxis von Unternehmen, die von Österreich aus in den EU-Ostländern aktiv sind, lieferte auch die hochkarätig besetzte MONITOR-Diskussionsrunde (ab S. 44), die wir diesmal gemeinsam mit der Boston Consulting Group (BCG) durchführten. Die BCG stellte nämlich 2003 eine Untersuchung über Perspektiven multinationaler Osteuropazentralen in Österreich fertig. 200 bis 300 weltweit tätige Konzerne würden rund 9000 Mitarbeiter - zu einem großen Teil in Führungsfunktionen - in ihren regionalen Hauptquartieren vor allem in Wien beschäftigen. Österreich würde daher gut daran tun, die Rahmenbedingungen für Erhaltung und Ausbau dieser Arbeitsplätze zu schaffen. Die Studienautoren der BCG kommen zu dem Schluss, dass "im Zuge der Globalisierung und der EU-Osterweiterung Österreichs besondere Funktion als regionale Zentrale für den osteuropäischen Wirtschaftsraum akut gefährdet ist".

Viel Erfolg beim Nutzen der vielen neuen Chancen mit IT wünscht Ihnen Ihr

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MONITOR-Autoren
Alexander Hackl

Alexander Hackl ist freier Journalist in Wien. Er ist Absolvent des Master- Programms „Qualitätsjournalismus“ an der Donau-Universität Krems und spezialisiert auf Technologiethemen. Seit drei Jahren ist er als Autor für den MONITOR und das Wirtschaftsmagazin FORMAT tätig. Das Hauptaugenmerk in seiner Arbeit liegt auf Informations- technologie im Kontext gesellschaftlich-wirtschaftlicher Zusammenhänge. ..mehr..

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