Powerware, einer der führenden Anbieter Unterbrechungsfreier Stromversorgungen (USVen), ist am neuen Stromversorgungsmodul der deutschen Antarktis-Forschungsstation O'Higgins beteiligt. Ein Powerware-9340-Modell übernimmt zusammen mit einem Dieselgeneratorsatz die Stromversorgung der German Antarctic Receiving Station (GARS O'Higgins) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR). Aufgrund der extremen Witterungsverhältnisse ist das gesamte Stromversorgungsmodul in einem speziellen Container untergebracht, der am 15. November 2003 auf die Reise in Richtung Südpol geschickt wurde. Dort angekommen soll das Modul noch im antarktischen Sommer in Betrieb gehen.
Das
Stromversorgungsmodul, das der Powerware-3-Phasen-Partner IPS GmbH gemeinsam
mit den Firmen Casa Energiesysteme und Glatt konzipiert und gebaut hat, besteht
aus einem 75-kVA-Dieselgeneratorsatz, einer Powerware-9340-USV mit 130 kVA Leistung
sowie zusätzlichen Heizungen und Isolierungen und einem Tank für einen dreitägigen
Kraftstoffvorrat. Die deutsche Forschungsstation wird zukünftig von dem Modul
versorgt, zusammen mit Netzeinspeisungen eines bereits vorhandenen Stromerzeugers
mit 117 kVA (bei Betrieb unter Volllast) oder alternativ von der benachbarten
chilenischen Station (Teillastbetrieb und bei automatischem Betrieb). Dabei
ist der im Container eingebaute 75-kVA-Generator für die Grundlast zuständig,
wobei auch die Batterien der USV nachgeladen werden. Die USV bedient gesichert
sowohl die Grundlast (Computer, Sensoren automatische Systeme) als auch Spitzenlasten
innerhalb begrenzter Zeitintervalle bei einer Leistung von bis zu 130 kVA. Selbst
bei Ausfall des Generators wird bei Volllast die Stromversorgung bis zu 12 Minuten
aufrechterhalten. Durch den Einsatz einer Powerware-USV mit IGBT-Gleichrichter,
der sich durch einen hohen Wirkungsgrad und große Zuverlässigkeit auszeichnet,
konnte man auf ein kleines Generatormodell zurückgreifen. Auch die USV selbst
ist im Vergleich zu ihrer Leistung sehr kompakt und leicht - wichtig beim begrenzten
Platzangebot eines 20-Fuß-Standardcontainers, der maximal zehn Tonnen wiegen
darf.
Die GARS O'Higgins dient zum einen als Empfangsstation für Daten von Forschungssatelliten in Umwelt- und Klimaforschung, zum anderen arbeitet sie als Radiointerferometrie-Vermessungsstation mit Radioteleskopen in aller Welt zusammen. Durch die gemeinsame Anpeilung weit entfernter kosmischer Radioquellen (Quasaren) können nach dem Prinzip der VLBI (Very Long Baseline Interferometry) hochpräzise Messungen durchgeführt werden. Diese umfassen sowohl astronomische und astrometrische Positionsbestimmungen als auch geodätische Messungen - wie beispielsweise die plattentektonischen Bewegungen der Erdkontinente. Im Labor arbeiten mehrere Monate im Jahr internationalen Forschergruppen. In den "unbemannten" Perioden müssen viele der hochempfindlichen Messinstrumente wie Maser oder Ionenpumpen, automatisch arbeitende Geräte, Computer und Kommunikationssysteme durch Notstromversorgungen in Betrieb gehalten werden. Hierfür lässt sich das komplette Stromversorgungsmodul auch fernüberwachen und fernsteuern - sowohl von Deutschland aus als auch vom Wohn- und Arbeitscontainer vor Ort bei schlechter Witterung.




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8/2011
7/2011


Mag. Dominik Troger gehört seit 1992 zum MONITOR-Team. Er begann als News-Redakteur und betreute viele Jahre die MONITOR Weiterbildungsbeilage "Job Training". Seit dem Jahre 2000 war er als Chef vom Dienst tätig, mit Dezember 2009 übernahm er die Chefredaktion. 