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Computer

Im Test: Fujitsu Siemens Loox 610 & HP Ipaq H4150

"Der Speck muss weg!" Zwei ungleiche Konkurrenten

Ich wagte einen Ausflug in die Pocket PC-Welt und musste feststellen, dass es bei ähnlicher Feature-Ausstattung ziemlich "große" Unterschiede gibt.

Andreas Roesler-Schmidt

Fujitsu Siemens Loox 610: Retro-Design oder einfach zu groß?

Ich fühlte mich in alte Zeiten zurückversetzt, als man beim Test eines Pocket PCs noch vor eintreffen des Testmusters davon ausgehen konnte, dass mit "Pocket" eine Tasche größeren Formats gemeint sein würde. Als bekennender Skeptiker, was die Tauglichkeit von Microsofts Betriebssystem für unterwegs betrifft, war es leicht, einfach zu sagen: Die großen Apparate, auf denen es läuft, sind für unterwegs nicht zumutbar. Die Zeiten ändern sich. Von der Usability und Alltagstauglichkeit des Pocket PC Betriebssystems bin ich ja immer noch nicht überzeugt, aber anerkennend muss ich feststellen - es gibt immer mehr Pocket PCs, die von der Größe her ihrem Namen gerecht werden und damit auch die inzwischen ansehnlichen Marktanteile erklären.

Umso überraschter war ich beim Entpacken des Fujitsu Siemens Pocket Loox 610. Die Bezeichnung "Briefcase Loox" wäre treffender, denn in normale Taschen passt das Gerät garantiert nicht und selbst bei Cargo-Hosen sollte man aufgrund des Gewichts den Gürtel ob des zusätzlichen Ballasts enger schnallen.

Wären da nicht doch ein paar neuere Features, könnte man vom Design her meinen, das Gerät entstammt direkt aus einer früheren Pocket PC Generation. Andererseits könnte man ebenso gut mutmaßen, es ist eines der neueren Pocket PCs mit integriertem Handy - doch der Antennenstummel am oberen Ende des Geräts täuscht - er dient lediglich der WLAN-Verbindung. Warum Fujitsu Siemens die WLAN-Antenne nicht im relativ großen Gehäuse verschwinden lassen konnte? Aber um den Dimensionen auch etwas Positives abzugewinnen: Das Gerät ist sehr solide.

Was die Connectivity betrifft, gibt sich der Loox dann keine Blößen: Kabellos nimmt das Gerät über WLAN, Bluetooth und Infrarot Kontakt zur Umgebung auf. Für Speicher und Peripherie stehen je ein Compact Flash- und ein SD-Card-Einschub zu Verfügung. Eine als Zubehör erhältliche GSM/GPRS-Karte für den CF-Slot ermöglicht neben der GPRS-Datenübertragung auch das Telefonieren über Headset. Allerdings hat das Gerät so gleich zwei Antennen.

Neben den Pocket PC-üblichen Tasten verfügt der Loox an der linken Seite über drei daumengerecht platzierte zusätzliche Navigationstasten. Die oberste davon startet das "Speedmenü", durch das man mit den anderen beiden (Rauf und Runter) navigiert. Der Zugriff auf die wichtigsten Programme ist damit jedenfalls schneller als über Microsofts Startmenü. Ein lobenswerter Ansatz. Schöner wäre es, wenn die Auf-und-ab-Tasten nicht nur in einigen, sondern in allen Programmen eine Funktion hätten. Beim Austesten der Möglichkeiten habe ich den Kalender durch Drücken der "Speedmenü"-Taste gecrasht. Vielleicht kann ja ein Softwareupdate aus den Tasten noch mehr herausholen. Neben der üblichen Pocket PC Software sind unter anderem ein Dateiverschlüsselungsprogramm und die Testversion einer VPN-Software beigelegt.

http://www.fujitsu-siemens.at


Klein und fein: Ein Pocket PC von akzeptabler Größe - ohne Feature-Verzicht

Es geht auch eine Nummer kleiner: HPs Ipaq H4150 zeigt, wie eigentlich alle Pocket PCs ausschauen müssten.

HP ist ja in der Pocket PC-Welt Vorreiter, wenn es darum geht die Geräte doch kleiner zu bekommen. So ist der Ipaq H4150 wirklich schön klein und kommt auch recht schlank daher. Bei genauerer Betrachtung (und wehe man legt ein Maßband an...) ist er weniger schlank als er aussieht: HP verzichtet auf die bisher übliche Vollmetall-Verpackung des Gerätes, und die Kombination der Ipaq-typischen silbernen Front mit der schwarzgrauen Rückseite lässt das Gerät wesentlich schlanker erscheinen als es ist. Tatsächlich ist der Ipaq etwa so dick wie ältere Palm-Generationen, das ist aber erstens immer noch eine gute Leistung und zweitens liegt es mit der geschickt abgerundeten Rückseite einfach gut in der Hand (und passt auch wirklich in Taschen). Dass die Rückseite dabei weniger rutschig ist als die früheren silbernen Varianten, vermeidet unbeabsichtigte Falltests.

Wer jetzt mutmaßt, dass HP die gelungenen Abmessungen durch Weglassen von Features erreicht habe, irrt: An dem Pocket PC-Winzling ist alles drauf und dran, was man von einem aktuellen PDA erwarten soll oder darf. Wireless LAN und Bluetooth, sowie zum Austausch mit älteren Geräten auch Infrarot, stehen zu Diensten. Lediglich der sonst bei Pocket PCs gerne integrierte CF-Card Steckplatz fehlt wohl zugunsten des kompakten Gehäuses. So steht für Speicher- und sonstige Erweiterung nur ein SD-Slot zu Verfügung - kein wirkliches Manko wenn WLAN und Bluetooth ohnehin schon an Board sind.

Die Tasten sind im gewohnten Ipaq-Stil gehalten: Kalender, Adressen, Mail, 5-Wege-Richtungstaste sowie eine für "iTask", für das Navigieren zu den wichtigsten Anwendungen ohne Benützung des Stifts. Für den Daumen gibt es seitlich noch eine Taste, mit der Sprachaufzeichnungen Diktiergerät-like gestartet werden können, ohne dass man sich erst durch die Programme wälzen muss. Schade, dass es an dieser Stelle nicht auch Tasten zum Scrollen/Navigieren gibt - die Einhandbedienbarkeit wäre dann deutlich besser. Würde ich grundsätzlich einen Pocket PC im Alltag benützen wollen - dieser hier wäre es.

http://welcome.hp.com/country/at/de/prodserv/handheld.html

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Alexandra Riegler

Alexandra Riegler arbeitet als freie Journalistin in den USA. Zu ihren Spezialgebieten zählen die Themen Technologie und Forschung. ..mehr..

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