Trend-Setter im Design waren bei Maxdata die Monitore, speziell die TFT-Modelle. Die schlanken und schmalen TFT-Monitore boten mehr Möglichkeiten für eine bewusste und elegante Gestaltung und plötzlich achteten auch die Kunden mehr als bisher auf das Erscheinungsbild ihrer Bürogeräte. Maxdata gestaltete gestylte Gehäuse mit formschöner Linienführung, blieb bis 2002 farblich jedoch durchgehend beim üblichen Computerbeige. Ab 2003 waren ausgesuchte Bildschirme alternativ auch in Schwarz-Silber erhältlich, mit schwarzer Rückwand und silbrigem Rahmen. Derzeit wächst die Auswahl an Schwarz-Silber-Modellen weiter an, beige bleibt jedoch im Programm.
Besonders markant waren die Änderungen bei den PCs. Vor einigen Jahren, bis Mitte 2000, hielt Maxdata ihre PCs bewusst neutral und unauffällig. Gehäuse hatten beige und dezent zu sein, das war die vorherrschende Anforderung im Business-Bereich, auf den Maxdata sich ausrichtet. Dann begann das Unternehmen, erste schwarz-silberne Akzente zu setzen. Metallische Seitenteile mit Rippenstruktur glänzten silbrig, betont durch den Kontrast rundlicher schwarzer Standfüße. Die Frontplatte blieb anfangs noch beige und bewahrte damit die farbliche Einheit von Monitor, Tastatur und PC. Allerdings bekamen die Frontplatten einen markanten blauen Power-Knopf als Markenzeichen von Maxdata, und eine feine Linie umrahmte Knöpfe und Kontrollleuchten.
Die Consumer-Produktlinien Magic (mit Intel) und Family (mit AMD), für die man früher einen eigenen Gehäusetyp verwendete, wurden nun an die Business-Modelle angeglichen - allerdings mit einem deutlichen Unterschied: Die Frontplatte war schwarz. Damit zog Schwarz nach und nach in der gesamten PC-Palette ein. Im Business-Bereich kam das Schwarz vorerst nur bei Sondermodellen und speziellen Geräten wie den Thin Clients zum Einsatz. Die schwarze Auswahl wurde jedoch kontinuierlich erweitert, und seit Februar 2004 sind sämtliche Business-PCs optional in Schwarz-Silber erhältlich. Passend dazu kommen auch Tastatur und Maus in Schwarz, so dass die Geräte perfekt mit einem schwarz-silbernen Monitor kombiniert werden können. Da ein blauer Power-Knopf zu einer schwarzen Frontplatte weniger gut gepasst hätte, verzichtete Maxdata auf das Blau und färbte den Power-Knopf silbern.
Pragmatismus ist vorherrschend
Hier
zeigt sich ein Charakteristikum der Gestaltung bei Maxdata: Die Design-Entscheidungen
erfolgen bewusst, aber pragmatisch. Das entspricht ganz der Philosophie des
Unternehmens. Maxdata achtet auch in der Technologie und im Produktangebot auf
Bodennähe und vermeidet Gags. So werden Design-Entscheidungen nicht auf dem
Reißbrett getroffen, sondern im Gespräch mit dem Produkt-Management, abgestimmt
auf die technischen Notwendigkeiten und die Anforderungen des Markts, und manches
entwickelt sich erst nach und nach und wächst mit der Zeit.
Das Schwarz-Silber-Design lässt sich beispielsweise auf einige folgerichtige Entscheidungen der letzten Jahre zurückführen. Die Design-Farbe Schwarz tauchte ursprünglich nicht bei PCs, sondern bei Monitoren auf. Zweck war, die Bildschirme farblich zu betonen, hervorzuheben und hochwertig zu inszenieren. So weit, so klar, aber warum gerade Schwarz? Die Antwort ist einfach: Was sonst? Im Business-Bereich müssen Bürogeräte farblich neutral sein, damit sie zu jeder Einrichtung harmonisch passen. Geht man von beige ab, kommt als "unbunte" Farbe nur noch Schwarz in Frage. Grautöne wirken meist stumpf und tot, und Weiß würde zu schnell verschmutzen. Schwarz akzentuiert, ist farblich völlig neutral und drückt Exklusivität aus.
Warum jedoch Silber? Hier spielen wieder äußere Sachzwänge mit. Gestaltet man einen Monitor komplett schwarz, so handelt man sich Nachteile in der Ergonomie ein. Ein leuchtendes Display ist in einem hellen Rahmen angenehmer für die Augen als in einem schwarzen, deshalb schreiben Ergonomie-Prüfzeichen meistens helle Rahmen vor. Ein silberner Rahmen löst das Dilemma. Silber passt besser zu Schwarz als das herkömmliche Beige, Silber wirkt jedoch auch lebhafter als Grau. Hier macht die Reflexion den Unterschied - technisch gesehen ist Silber ja einfach Grau plus Glanz. Und diese Design-Merkmale färbten von den Monitoren dann auf die PCs ab.
Regionale Unterschiede
Schwarz
wird in Europa übrigens unterschiedlich stark bevorzugt. Die stärkste Nachfrage
nach schwarzer Magie verzeichnet Maxdata in Großbritannien und den Benelux-Staaten,
teilweise auch in Frankreich.
"Wir achten Design sehr darauf, eine gewisse Kontinuität im Design zu erreichen und Formen zu gestalten, die ihre Wirkung mindestens fünf bis sechs Jahre behalten", erklärt Kurt Ulrich, Leiter des Product Managements von Maxdata Österreich. "Modeerscheinungen, wie sie im Retail-Bereich auftreten, berücksichtigen wir deshalb nicht. Unsere Kunden sind die Business-Anwender, und hier ist zeitloses Design wichtig."
Technische Anforderungen spielen allerdings eine wesentliche Rolle und werden der äußeren Form niemals untergeordnet. Grundvoraussetzungen bleiben zum Beispiel, dass das Gehäuse ohne Werkzeug geöffnet werden kann und dass es leicht versperrbar ist. Die runden Standfüße entstanden keineswegs der Schönheit wegen, sondern ganz nüchtern um die Standfestigkeit zu erhöhen. Dass man die Füße dann jedoch in Schwarz gestaltete - das war Design.




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8/2011
7/2011


Mag. Carl-Markus Piswanger, MAS ist freier Journalist, Projektberater und hauptberuflich IT-Architekt. Er ist ausgebildeter Versicherungskaufmann, studierter Historiker und postgradualer E-Government-Experte. Er war beim ISP Netway, der Österreichischen Post und der Seibersdorf Research beschäftigt und seit 2004 als IT-Architekt im Bundesrechenzentrum. Der Wiener ist glücklich nicht verheiratet und hat einen Sohn. 