Auf Flughäfen, in Cafés, ja sogar auf Parkbänken oder sommers in der Wiese wird mobil gesurft, gewapt und gewelant, dass es nur so eine Freude ist. Könnte man die Datenmengen, die dabei in Umlauf gesetzt werden, summen hören, wäre es wohl kaum auszuhalten.
Aber wo ein Hype ist, sind auch gleich die Mahner. Die Managementberatung Booz Allen Hamilton hat eine Studie durchgeführt, die zu dem Schluss kommt, dass der W-LAN-Boom, der Europa im Moment gerade heimsucht, nur von kurzer Dauer sein wird - ein digitales Strohfeuer sozusagen. Da die W-LAN Hot Spots hauptsächlich auf Ballungszentren und auch dort nur auf den innerstädtischen Bereich beschränkt sind, wird W-LAN nie mehr als ein bis zwei Prozent der gesamten Mobilkommunikation ausmachen, so die Pessimisten von Booz Allen.
So what? Bis sich das eine legt, wächst das andere endlich zur versprochenen Blüte. Ab 2005 wird es mit UMTS aufwärts gehen, darin sind sich alle glaubhaften Marktvertreter einig. Und auch aus kritischer journalistischer Sicht ist dem eigentlich nichts hinzuzufügen. Wenn UMTS technisch so ausgereift auf den Markt tritt wie derzeit GPRS, wenn die ganzen überladenen Features wie Videodownloads und sonstige Gimmicks zugunsten einer zweckmäßigen Datennutzung zurückgedrängt und endlich auch Business-Lösungen angeboten werden, die diesen Namen verdienen, wird niemand dem W-LAN eine Träne nachweinen. Der Technik-Markt kann hart sein, aber er ist wohl gerecht: die beste Anwendung setzt sich durch. Und das muss nicht immer jene sein, von der Marketingleute träumen.
Aber hoppla: Mobiles Arbeiten immer und überall? Könnte es nicht sein, dass der moderne Angestellte als Teleworker des 21. Jahrhunderts, immer erreichbar, immer bereit, mit der Zeit das Handtuch wirft? Ja und nein. Wer das mobile Arbeiten benutzt, um noch mehr und noch Umfangreicheres zu leisten, muss schon übermäßig ehrgeizige Ziele vor Augen haben. Andere, die die neuen Anwendungen einfach so schlau nutzen, dass sie ihnen Zeit und Wege ersparen, schnell verwertbare Informationen bringen und die Kommunikation verbessern, ohne sie ausarten zu lassen, sind auf der Gewinnerstraße.



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Dr. Eric Scherer ist Geschäftsführer des anbieterunabhängigen Beratungs- und Marktforschungsunternehmens i2s. Er gilt als einer der führenden ERP-Experten und ist Initiator der ERP-Zufriedenheitsstudie. 