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Thema: Mobiles Business

Kommentar : Mobile Computing als neuer Hype?

Anytime, anywhere, any device

Mobiles Telefon, Personal Digital Assistant (PDA) und Laptop sind unser ständiger Begleiter: Wie lässt sich der Umgang mit mobilen Lösungen optimieren?

Werner Kurschl

Mobiles Telefon, Personal Digital Assistant (PDA) und Laptop sind immer häufiger ein ständiger Begleiter von berufstätigen Menschen. Die Geräte werden benötigt, um allerorts auf wichtige geschäftliche Informationen zugreifen zu können und beinahe rund um die Uhr für Kunden und Mitarbeiter erreichbar zu sein.

Charakteristisch für das Mobile Computing ist, dass die genannten Geräte wesentliche Bestandteile einer mobilen Lösung darstellen, und darüber hinaus eine Anbindung der mobilen Endgeräte an die Backend-Systeme erfolgt. Des weiteren kommt bei mobilen Lösungen der Synchronisation der Daten zwischen Backend-System und mobilem Gerät besondere Bedeutung zu. In manchen Fällen reicht es aus, wenn einmal am Tag die Daten synchronisiert werden, in anderen Fällen ist eine kontinuierliche Synchronisation notwendig.

Technologie ist nur ein Wegbereiter

In den vergangenen Jahren wurden Technologien wie z.B. UMTS und WLAN als wichtige Erfolgsfaktoren massiv beworben. Man könnte also meinen, dass für eine erfolgreiche mobile Lösung ein attraktives mobiles Gerät und eine kontinuierliche Synchronisation der Daten über UMTS oder WLAN notwendig sind. Es hat sich aber in diversen erfolgreichen Projekten gezeigt, dass ein passender Geschäftsprozess, die Benutzbarkeit der mobilen Geräte und die gute Anbindung an das Backend-System die ausschlaggebende Erfolgsfaktoren sind.

Die Technologie ist dabei nur Wegbereiter einer erfolgreichen mobilen Lösung, sie ist aber nicht der Fokus. Ein leistungsfähiges Funknetzwerk ermöglicht natürlich eine bessere Synchronisation der Daten, aber auf Kosten eines höheren Energieverbrauchs. So ist z.B. bei gängigen PDAs der Austausch des Akkus nach 2-3 Stunden erforderlich, wenn kontinuierlich Daten über WLAN synchronisiert werden.

In diversen Projekten und Studien hat sich gezeigt, dass mobile Unternehmenslösungen Prozesse in drei Bereichen optimieren können:

  • a) Die Prozesskette, also die Abfolge von Schritten in einem Prozess wird häufig beschleunigt, weil Doppelerfassungen und Schritte zur Transformation der Daten zwischen Mitarbeiter und Backend-System wegfallen,
  • b) Medienbrüche aufgrund der durchgängig elektronischen Verarbeitung entfallen und
  • c) die mobilen Mitarbeiter erhalten aktuelle Informationen direkt am Einsatzort.

Der Nutzen mobiler Lösungen ist umso höher, je größer die Bedeutung von Vor-Ort-Tätigen ist, wie z.B. bei Energieversorgungsunternehmen, Logistik-Dienstleistern, mobilen Wartungs- und Pflege-Dienstleistern und Unternehmen mit Vor-Ort-Produktion. Geeignet für die mobilen Lösungen sind daher Prozesse, bei denen in hoher Regelmäßigkeit Daten durch mobile Mitarbeiter vor Ort abgefragt und erfasst werden und die Daten kategorisierbar und standardisierbar sind.

An der Fachhochschule in Hagenberg wird gerade in Kooperation mit der voestalpine ein mobiles Sicherheits-System MOSES für die Wartung von industriellen Großanlagen entwickelt. Mit Hilfe von industrietauglichen PDAs und Funknetzwerken kann ein Techniker vor Ort den geforderten Zustand der jeweiligen Schalter, Ventile, etc. kontrollieren und herstellen. Das System erkennt automatisch (ohne Benutzereingaben) wo sich die Techniker gerade befinden und zeigt nur die vor Ort notwendigen Freischaltanweisungen an. Jeder Techniker bekommt so den vollen Überblick über den aktuellen Schaltzustand der Anlage. Auch das Hochfahren der Anlage lässt sich sicher und einfach gestalten, weil man mit dem computergestützten System sofort feststellen kann, wo noch gearbeitet wird bzw. wo das Zuschalten eines Teils vergessen wurde.

Die Zukunft wird viele neue spannende Fortschritte bringen; das Stichwort dazu lautet Pervasive Computing, das sich mit ausgebreitetem bzw. durchdringendem Rechnen übersetzen lässt. Es wird dazu führen, dass der Benutzer den Computer gar nicht mehr wahrnehmen wird. Das steht in einem klaren Gegensatz dazu, wie wir gegenwärtig mit Computern arbeiten. Heute muss sich der Benutzer häufig noch an die ihm vorgegebene Benutzerschnittstelle mit Tastatur und Bildschirm anpassen. Zukünftig wird eine der Situation angepasste Benutzerschnittstelle Interaktionen über Sprache, Gestik, etc. ermöglichen. Im Bereich der Automobilindustrie kann man beispielhaft den Trend erkennen: immer mehr Mikroprozessoren sorgen im Hintergrund dafür, dass das Auto sicher auf der Straße bewegt werden kann. Der Autofahrer nutzt deren Hilfestellungen gerne, ohne dafür besondere Computer-Kenntnisse erwerben zu müssen.

Der Trend zeigt auch, dass zukünftige Computer immer mehr für spezielle Aufgaben entwickelt werden, anstatt für universelle Einsatzgebiete. Es kann so auf die individuellen Anforderungen besser eingegangen werden und eine bessere Benutzbarkeit hergestellt werden. Damit wird der Trend zu mobilen Lösungen weiter unterstützt werden.

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MONITOR-Autoren
Dipl.-Hdl. Ing. Ernst Tiemeyer

bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen, war nach dem Studium der Wirtschafts- wissenschaften, Organisation und Informatik zunächst mehrere Jahre als Gruppen- und Projektleiter an einem Institut für angewandte Informatik beschäftigt. Heute ist er in vielfältiger Form als freiberuflicher Management- und Organisationsberater sowie in der Weiterbildung tätig. Schwerpunktmäßig geht es dabei um die Einführung, Entwicklung und Beratung für den praxisgerechten Computereinsatz. ..mehr..

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