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Thema: Mobiles Business

RIMs BlackBerry-PDA 7210 im Test

Die "Schwarzbeere" in der Hosentasche

Conrad Gruber

Sensationell: Dieser Apparat ist eigentlich potthäßlich, aber so, dass er schon wieder schön ist. Eine blaue Flunder mit einer Tastatur ohne Umlaute, ein Drehrad auf der rechten Seite und einen Escape-Knopf darunter. Mehr Bedieneinheiten gibt es nicht.

Wir reden vom "BlackBerry", jenem (einzigen) Produkt des kanadischen Telekom-Start-ups Research in Motion (RIM), dem mit den tragbaren "Schwarzbeeren" bis jetzt ein beispielloser Siegeszug sowohl bei den Konsumenten als auch an der Börse gelungen ist. Und dies aufgrund von Vorzügen, die die Konkurrenz zuvor sträflich ignoriert hat:

  • Die Bedienung des BlackBerry ist so einfach, dass sie (außer beim Eintippen von längeren Texten) mit einer Hand durchgeführt werden kann.
  • Das Gerät ist so ergonomisch, dass es sich als maßgeschneidert für die meisten Hände entpuppt und angenehm zwischen den Fingern liegt.
  • Die BlackBerry-Bedienung kann jeder, der schon einmal mit PDAs zu tun hatte, problemlos intuitiv erfassen. Die Einstellungen für E-Mail und Datenfunk sind ebenfalls wesentlich unkomplizierter durchzuführen als bei manch anderen Geräten
  • Das große Plus des BlackBerry, weswegen er ja auch zum "Kult" geworden ist, ist das so genannte E-Mail-Push-Service. Dies bedeutet, dass am Mailserver eingegangene E-Mails automatisch auf den BlackBerry weitergeleitet ("gepusht") werden, ohne dass der Benutzer etwas dazu tun muss. Das Konzept ist nichts Neues, nur wurde es vom RIM erstmals auf einem PDA übertragen und - siehe da - es funktioniert auch klaglos.

Der Hersteller hat sich auch von Anfang an nicht damit aufgehalten, zwischen amerikanischen und europäischen Netzfrequenzen zu unterscheiden. Der BlackBerry ist von Geburt an Tri-Band-fähig, das heißt, er funktioniert auf der ganzen Welt: jedenfalls dort, wo es GSM-Netze gibt.

Ideal auf Reisen

Im MONITOR-Test erwies sich das kleine Gerät als höchst eigenständig, wenn es darum ging, im Ausland immer das passende Netz zu suchen. Normalerweise wird beim GPRS-Roamingpartner des Heimnetzes eingebucht, und das fröhliche E-Mail-Herunterladen kann beginnen. Gibt es keinen GPRS-Roaming-Partner des Heimnetzes, muss man allerdings manuell nach einem geeigneten Netz suchen. Auch dann funktioniert Up- und Download problemlos. Gerade in den USA fühlt sich der BlackBerry wohl: Roaming funktioniert über alle GPS/GPRS-Anbieter (AT&T Wireless, T-Mobile USA, Cellular, Sprint). BlackBerrys gibt es übrigens auch für CDMA2000- und Nextel-Netze.

Nicht zuletzt deshalb hat sich das Gerät zum beliebten Accessoire für vielreisende Geschäftsleute entwickelt. Zum BlackBerry-Jünger hat sich zum Beispiel Heinz Hartinger, SAP-Zentraleuropa-Chef, gewandelt. Die Gründe: "Ich habe eine GPRS-Dauerverbindung zum Outlook-Server, das heißt, alle E-Mails werden automatisch auch zum BlackBerry geroutet. Die Synchronisierung für E-Mails entfällt dadurch, es sind immer aktuelle Daten am PDA vorhanden. Das Gerät ist ideal für Reisen, wenn man viel unterwegs ist, um zum Beispiel E-Mails am Flugplatz rasch zu lesen und bei Bedarf zu beantworten. Das Gerät verfügt über eine gute Tastatur, Attachments in Word und Excel lassen sich problemlos öffnen."

Zusätzlich zur wohl beliebtesten Funktion "Push-e-mails" verfügt der Blackberry auch über ein normales Handy-Telefon, SMS, Kalender, Adressbuch, Task-Liste, Notizzettel, WAP- und Internet-Portal sowie Rechner und Wecker. Was ihm abgeht, und niemand vermisst es, ist eine Kamera und eine MMS-Funktion.

Was weniger gut gefällt

Lob für das Gerät muss also sein - es gibt aber auch ein paar Dinge, die im Test nicht ganz zufrieden stellen konnten: dies ist vor allem das leuchtschwache, leicht unscharfe Display, das deutlich hinter den Konkurrenzprodukten abfällt. Hier sollte RIM unbedingt nachjustieren. Nächstes Minus: das schon angesprochene Design, das allerdings in der nächsten Version des BlackBerry (7730), wie auf der CeBIT zu sehen war, schon etwas ansprechender wurde. Dann die Tastatur: Sie folgt in ihrer Anordnung der Form des Gehäuses, was nicht immer optimal ist. Außerdem fehlen die Umlaute.

Und nicht zuletzt der große Hammer: Wer sich E-Mails auch von seinem Firewall-geschützten Firmen-Mailserver holen will, muss auf diesem erst eine Software installieren, die dies zulässt. Natürlich in Lizenz von RIM. Das macht Zusatzkosten und dämpft die ersten Erwartungen. Was auch T-Mobile-Österreichchef Georg Pölzl, der den BlackBerry hierzulande intensiv vermarktet, zugeben muss: "Es stimmt, ohne Firmen-E-Mails ist der BlackBerry nur der halbe Spaß. Es dient aber auch der Sicherheit, diese Software zu installieren".

Von vielen BlackBerry-Usern heißt es, dass sie sich von ihrem Gerät gerade wegen der Push-Services nicht mehr trennen wollen. RIM hat zuletzt mit anderen großen Herstellern wie Samsung, Sony Ericsson und Siemens Lizenzvereinbarungen über dieses Service geschlossen. Damit wird das mobile "Push-e-mail" wohl seinen endgültigen Siegeszug antreten. Die Frage ist, ob es das künftig auch auf BlackBerry-Geräten tun wird.

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MONITOR-Autoren
Mag. Dominik Troger

Mag. Dominik Troger gehört seit 1992 zum MONITOR-Team. Er begann als News-Redakteur und betreute viele Jahre die MONITOR Weiterbildungsbeilage "Job Training". Seit dem Jahre 2000 war er als Chef vom Dienst tätig, mit Dezember 2009 übernahm er die Chefredaktion. ..mehr..

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