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Editorial

Mobilität zählt!

Der mobile Mitarbeiter ist auch in österreichischen Unternehmen vielfach Realität. Die Unternehmensberatung INSET Research & Advisory weist im soeben erschienenen "Mobile Business Report 2004" nach, dass bereits rund 434.000 ArbeitnehmerInnen mehr als ein Viertel der durchschnittlichen Arbeitszeit außerhalb der üblichen Büroumgebung verbringen. Im "Thema" widmen wir uns daher auf fast 30 Seiten diesem im wahrsten Sinne des Wortes "bewegenden" Gebiet.

Bei vielen Entscheidungsträgern herrsche, so der Studienautor und Geschäftsführende Partner von INSET Research & Advisory, DI Georg Lankmayr - allerdings Unsicherheit darüber, wo durch mobile Technologien Verbesserungen erzielt werden können und wie mit der neuen Freiheit der Mitarbeiter umgegangen werden soll. Die Grenze zwischen Beruf und Privat verschwimmt jedenfalls in der Informationsgesellschaft, das Geschäft findet immer öfters bei Kunden, Partnern oder Lieferanten vor Ort statt. Die Wissenschaft spricht angesichts dieser Entwicklung von einem großen Strukturwandel, der schon vor einigen Jahren mit dem Siegeszug des Internets begonnen hat. Die hohen mobilen Übertragungsbandbreiten durch WLAN oder GPRS und zunehmend durch UMTS, das langsam aus den Startlöchern kommt, macht mobile Datenservices für Unternehmen immer attraktiver, geeignete mobile Endgeräte stehen auch zunehmend zur Verfügung.

Eine Analyse der beruflichen Mobilitätsanforderungen von 700 qualifizierten ArbeitnehmerInnen verschiedenster Branchen und Berufsgruppen in der vorgestellten Studie zeigt drei unterschiedliche "Mobile Workers" auf. Lankmayr: "Unternehmen sollten primär jene Schlüsselbereiche und Prozesse sowie die relevanten Mitarbeitergruppen identifizieren, bei denen der größte Bedarf und somit auch die größten Verbesserungspotenziale durch mobile Lösungen erzielt werden können. Gleichzeitig sollten für diese Zielgruppen im Unternehmen die systemtechnischen Vorraussetzungen und Schnittstellen geschaffen werden, um weiterentwickelte Datendienste und Anwendungsmöglichkeiten zu ermöglichen." Mehr dazu lesen Sie ab S. 13.

Kosteneinsparung möglich

Auch die deutsche Berlecon Research (ab S. 18) meint, dass Unternehmen mit geeigneten mobilen Lösungen letztendlich Kosten einsparen, indem Außendienstmitarbeiter besser an die Unternehmens-IT angebunden werden. Berlecon Research-Geschäftsführer Thorsten Wichmann: "Mobile Lösungen zur Prozessoptimierung sind ein kleiner, aber wichtiger Ausschnitt des "Mobile Business". Im Gegensatz zu Endkundendiensten (Business-to-Consumer) und zur Ausrüstung von Maschinen und Automaten mit Mobilfunktechnik (Business-to-Machine) sind die Nutzer dieser Dienste die Mitarbeiter eines Unternehmens. Im Gegensatz zu horizontalen Lösungen liege der Schwerpunkt hier auf unternehmensspezifischen (Außendienst-) Prozessen, nicht auf dem Abruf von E-Mails oder Termininformationen, der in den meisten Unternehmen ähnlich funktioniert. Beispiele für die Nutzung der mobilen Lösungen zur Prozessoptimierung sind die Aufnahme von Bestellungen, die Abfrage von Kundendaten aus den CRM-Systemen vor Ort oder die Erfassung und Bestätigung von Auslieferungen.

Anlaufschwierigkeiten und Hoffnungsmarkt

Monitor-Autorin Christine Wahlmüller hat sich für das "Thema" im Bereich "Mobile Payment" umgesehen. Mobile Bezahllösungen sollen das Einkaufen erleichtern, in Österreich werden derzeit allerdings nur "One Mobile Shopping" und "paybox" angeboten. Und die Nutzung lässt zu wünschen übrig: Das mobile Telefon dient immer noch hauptsächlich zum Telefonieren oder SMS-Versenden. Eine Tatsache, die sich bald ändern soll - geht es nach den Mobilfunkbetreibern und Optimisten der Telekom-Branche. Mehr dazu ab S. 24.

Junge irische Unternehmen sehen jedenfalls - wie ich bei einem Lokalaugenschein auf der grünen Insel feststellen konnte - den österreichischen Mobil-Markt als große Hoffnung: "Unser erster Kunde wird ein Mobilfunkunternehmen in Österreich sein!" Dieser Satz begleitete mich auf der ganzen Tour rund um Dublin. Die staatliche Agentur Enterprise Ireland unterstützt junge irische Unternehmen bei der Geschäftsentwicklung und der Eroberung neuer Märkte. Dazu Anne Fitzpatrick und Michael Banks, Senior Marketing Advisors mit Spezialgebiet IT und Telekommunikation (ITK): "Enterprise Ireland beteiligt sich sogar direkt an jungen Unternehmen und unterstützt diese in allen unternehmerischen Belangen wie Forschung & Entwicklung, Personal, Finanzen, Geschäftsstrategien etc." Derzeit sei man bei etwa 800 Unternehmen engagiert, umfangreiche Machbarkeitsstudien im Vorfeld der Investitionen sollen das Risiko senken helfen: "Ein Investment im Bereich ITK ist ein hohes Risiko, das ist uns klar", so Fitzpatrick. Das staatliche Erst-Investment ist damit auch ein wirksames Signal, dass die Geschäftsidee eines jungen Unternehmens gute Chancen am Markt besitzt. Gleich danach interessieren sich meist auffallend viele private Kapitalgeber für das geförderte Unternehmen. Im Vorjahr wurden insgesamt 68 ITK-Unternehmen unterstützt, 38 davon aus dem Software-Bereich. Ein Modell für Österreich!? Lesen Sie den Erfahrungsbericht ab S. 22

Einen mobilen und sonnigen Mai wünscht Ihnen Ihr
Rüdiger Maier

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MONITOR-Autoren
Dr. Manfred Wöhrl

Dr. Manfred Wöhrl ist Geschäftsführer der R.I.C.S. EDV-GmbH (Research Institute for Computer Science, www.rics.at), spezialisiert auf Securitychecks und Security-Consulting. ..mehr..

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