Mehr als 1.100 Schweißanlagen und über 600 Betonstahlverarbeitungsmaschinen hat die Entwicklungs- und Verwertungs-GmbH, kurz EVG, bis zum heutigen Tage ausgeliefert. Das steirische Unternehmen mit Sitz in Raaba entwickelt seit über 50 Jahren Maschinen zur Produktion von geschweißtem Gitter und zur Verarbeitung von Betonstahl. Der Maschinenbauer beschäftigt 540 Mitarbeiter und betreibt zwei Verkaufbüros in New York und Zürich. Mit ihren in Raaba ansässigen Partnerunternehmen, der H+S Zauntechnik GmbH und der Alpenländischen Veredelungs-Industrien GmbH, nutzt die EVG eine gemeinsame Infrastruktur für die Verwaltung.
Einheitliche ERP-Lösung
Das bisherige, selbstprogrammierte System verfügte weder über eine einheitliche Kostenrechnung, noch war eine genaue Angebotskalkulation möglich. Zudem erschwerte das Altsystem auch den Datenaustausch zwischen den drei Firmen. So gab es keine durchgängige Materialwirtschaft. Es war also nie zu ersehen, welches Material der Partner für den Bau einer Anlage zur Verfügung hatte. Um auch in der Zukunft wettbewerbsfähig zu sein, entschloss man sich, ein ERP-System einzuführen, das firmenübergreifende Prozesse ermöglicht und die Produktionsplanung und -steuerung optimiert.
Ein Projektteam unter der Führung von Harald Pucher, Leiter Qualitätsmanagement und IT, bestehend aus Entscheidungsträgern aller Bereiche, verschaffte sich mit Besuchen bei Messen und Referenzobjekten einen Überblick über die ERP-Softwarehäuser. Mit Hilfe eines externen Beraters formulierte die Gruppe den Anforderungskatalog an das neue System. "Die Mehrwerkefähigkeit war ein wichtiger Bestandteil unserer Forderungen", so Pucher. Von rund 50 Anbietern wurden zehn in die engere Wahl genommen und erhielten den Anforderungskatalog. In einem breit angelegten Bewertungsverfahren wählte das Projektteam wiederum drei Anbieter aus, die dann ihre Produkte in einem Workshop präsentierten und zu den Anforderungen Stellung nahmen.
BDE und Personal-Management
Die Wahl fiel schließlich auf die Berliner PSIPENTA Software Systems GmbH, die sich zusammen mit ihrer Schwester GSI, Gesellschaft für Steuerungs- und Informationssysteme mbH, als verlässlicher Partner präsentierte. Für die Implementierung des ERP-Systems PSIpenta.com sowie der Module Betriebsdatenerfassung und Personalzeit-Management benötigte der ERP-Spezialist rund acht Monate bei der H+S Zauntechnik und den Alpenländischen Veredelungs-Industrien. Projektbeginn war im Juni 2002, pünktlich zum Jahresbeginn 2003 waren alle Anwendungen online. Der Roll-out der Muttergesellschaft EVG begann im Juli 2003. Das Gesamtprojekt über alle Werke soll bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Bei dem Maschinenbauer kommen noch die GSI-Komponenten Projektmanagement, Personaleinsatzplanung und der Leitstand zur Feinplanung hinzu. Mit dem Leitstand wird dort die Belegung der Firmen mit Aufträgen realisiert. Für den Einzelfertiger EVG gewährleistet das Projektmanagement als zentraler Baustein die Überwachung der Kundenaufträge. Mit der Personaleinsatzplanung können die Kapazitäten der technischen Abteilungen und Monteure eingeteilt werden.
Schulung von beiden Seiten
Die Schulungen fanden generell vor Ort statt und wurden von PSIPENTA-Beratern und ihren Kollegen von GSI für die jeweiligen Bereiche durchgeführt. Die Administratoren und Keyuser wiesen die späteren Endanwender ein. Anfängliche Schwierigkeiten bei den Mitarbeitern mit der neuen Hard- und Software konnten während der Schulungen beseitigt werden.
Bei der Betriebsdatenerfassung wurden große Anwendungen mit bis zu 70 Meldepunkten berücksichtigt. "Wir haben dort eine Touch-Screen-Lösung, die auf Windows basiert. Damit kann sich ein Mitarbeiter in der Produktion ohne weiteres eine Zeichnung oder Materialbuchungen anzeigen lassen", erläutert Lars Pischke, Leiter Service und Support der GSI. Dank der Angebotskalkulation und der neuen Baugruppenstruktur fallen die von Änderungen betroffenen Baugruppen jetzt sofort auf. Pucher: "Wir machen jetzt sehr genaue Angaben über die Kostenstruktur einer geplanten Anlage. Das war mit unserem alten System nicht möglich."




1/2012
8/2011
7/2011


Mag. Dominik Troger gehört seit 1992 zum MONITOR-Team. Er begann als News-Redakteur und betreute viele Jahre die MONITOR Weiterbildungsbeilage "Job Training". Seit dem Jahre 2000 war er als Chef vom Dienst tätig, mit Dezember 2009 übernahm er die Chefredaktion. 