Karsten Sontow
Der Investitionsstau der letzten Jahre löst sich zunehmend auch im Segment betrieblicher Software-Lösungen. Der deutsche Bitkom e.V. und andere Fachverbände prognostizieren für 2004 hier ein Wachstum von ca. 3,0%, das im Mittelstandsmarkt sogar deutlich über diesem Durchschnitt liegen soll.
Eine aktuelle Studie der Trovarit AG unter 845 mittelständischen Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe zeigt, dass eine deutliche Mehrheit von 68% der investitionsbereiten Unternehmen plant, übergreifende ERP-Lösungen einzuführen, die mehrere Software-Module (z.B. Rechnungswesen, Warenwirtschaft und CRM) umfassen (Abb.1). Dabei planen ca. 45% der Unternehmen, diese Investition in einem umfassenden Projekt durchzuführen, während die übrigen Unternehmen mehrstufige Projekte über mehrere Jahre planen.

Der Mittelstand fordert demnach zunehmend eine durchgängige Software-Unterstützung der Geschäftsprozesse. Dabei liegen die Schwerpunkte in den klassischen ERP-Bereichen Finanzbuchhaltung bzw. Rechnungswesen, Warenwirtschaft, Produktionsplanung und -steuerung. Hierbei handelt es sich vielfach um Ersatzinvestitionen, während im Bereich des Customer Relationship Management offensichtlich Nachholbedarf besteht (Abb. 2).
Gerade im Mittelstand fordern die Unternehmen trotz der zunehmenden Mächtigkeit integrierter ERP-Pakete eine hohe Flexibilität und Praktikabilität der Software-Lösungen. Nur so können sie ihre eigentlichen Ziele des Software-Einsatzes - effiziente Geschäftsprozesse bei akzeptablen Kosten für den IT-Betrieb - auch erreichen
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Als Meßlatte für eine durchgängige Software-Unterstützung steht aus der Sicht der Anwender zunächst im Vordergrund, dass das erforderliche Funktionsspektrum in Breite und Tiefe vorhanden ist und sich im Sinne der Geschäftsprozesse nutzen lässt. Fast ebenso wichtig ist die technische Integration der Funktionalität. Hierunter fallen Forderungen nach einer einheitlich gestalteten Benutzeroberfläche sowie einer konsistenten, möglichst redundanzfreien Datenhaltung. Einheitliche Benutzeroberflächen steigern erfahrungsgemäß die Effizienz der Software-Nutzung. Die integrierte Datenhaltung wirkt sich derzeit sowohl positiv auf die Qualität der verarbeiteten Daten als auch auf die Kosten des IT-Betriebes aus. Es müssen weder unterschiedliche Datenbanken angeschafft und betrieben werden noch fällt Zusatzaufwand für die Synchronisation redundanter Datenbestände an. Schließlich spielt unter mittelfristigen Gesichtspunkten (z.B. im Hinblick auf die zukünftige Release-Fähigkeit) auch eine Rolle, ob die ERP-Software aus einer Hand entwickelt wird oder ob Module von Dritten eingesetzt werden. Wird das ERP-System bzw. das Partnerprodukt weiterentwickelt, dann sind davon oft auch die Schnittstellen zwischen den Systemen betroffen. Sollen diese auch zukünftig problemlos funktionieren, ist eine enge Abstimmung zwischen den beteiligten Software-Anbietern erforderlich. Dass diese Abstimmung eine immense Herausforderung darstellt, wenn Lösungen von Spezialisten wie der Varial Software AG (Lösungen für Finanzbuchhaltung, Rechnungs- und Personalwesen) von mehr als 70 anderen Anbietern integriert werden, ist offensichtlich. Aber selbst innerhalb eines Unternehmens gestaltet sich die integrierte Weiterentwicklung von ERP-Systemen nicht einfach, da die enge Verzahnung der verschiedenen Software-Module eine enorme Komplexität mit sich bringt.
Durchgängigkeit integrierter ERP-Lösungen
Vor dem Hintergrund, dass IT-Budgets trotz zunehmender Investitionsbereitschaft eng begrenzt bleiben, stehen die meisten ERP-Anbieter im Mittelstand vor einer großen Herausforderung: Sie müssen umfangreichere Software-Lösungen anbieten, diese schnell und ohne großen Aufwand auf die konkreten Anforderungen des Kunden zuschneiden sowie zuverlässig und effizient warten können. Da mit dem Leistungsspektrum der Software-Lösungen deren Komplexität überproportional steigt, wird von den ERP-Anbietern die sprichwörtliche "Quadratur des Kreises" gefordert.
ERP-Anbieter reagieren auf diese Herausforderung mit der geforderten Ausweitung der Funktionalität und gleichzeitig mit dem Ausbau von Partnerschaften sowie der Entwicklung neuer Software-Architekturen.
Abb. 3 zeigt am Beispiel ausgewählter "Integrierter ERP-Lösungen", wie unterschiedlich das Ergebnis dieser Anstrengungen aus der Sicht des Anwenders derzeit ausfällt.

Nahezu alle "Integrierten ERP-Systeme" bieten heute recht umfassende Funktionalität in den administrativen Bereichen "Rechnungswesen", "Lohn- und Gehaltsabrechnung" sowie den eher operativen Bereichen "Logistik/Warenwirtschaft" und "Produktionsplanung und -steuerung" (PPS). Erhebliche Unterschiede gibt es jedoch im Hinblick auf die funktionale Tiefe (in der Grafik nicht dargestellt) sowie in der Art der Integration der Funktionalität. Insbesondere im Rechnungs- und Personalwesen greifen gerade mittelständische Anbieter hier oft auf Partnerlösungen zurück, die an die eigenen Systeme angebunden werden. Dies geht meist zu Lasten der technischen Integration, da die Lösungen auf unterschiedlichen Datenbanken und zum Teil auch unter verschiedenen Oberflächen betrieben werden.
Auch für die Bereiche Vertrieb beziehungsweise CRM und Supply Chain Management bieten viele dieser Systeme eine durchgängige Anbindung von Lösungen. Hier unterscheiden sich die Systeme jedoch erheblich im Leistungsumfang und in der Leistungstiefe. So beschränken sich viele CRM-Module auf ein grundlegendes "Kundenkontakt-Management". Weitergehende Funktionen, wie eine vertriebsorientierte Vorgangssteuerung oder ein Kampagnen-Management, fehlen dagegen vielfach. Ähnlich sieht es in den Bereichen aus, wo die operativen, wertschöpfenden Prozesse eines Unternehmens betroffen sind (v.a. Warenwirtschaft und PPS). Hier unterscheiden sich die Systeme nicht zuletzt in ihrer Ausrichtung auf die Anforderungen aus unterschiedlichen Branchen (z.B. Verwaltung "Lebender Stücklisten" im Anlagenbau oder der Chargenrückverfolgung und Verwaltung von Misch- und Trennprozessen in der Prozessindustrie).
Wenn es um Funktionalität auf einer sehr operativen Ebene geht, strecken nahezu alle ERP-Systeme die Waffen. So verzichten viele Anbieter auf die Entwicklung eigener Lösungen für die Personalzeiterfassung (PZE), die Maschinendaten-/ Betriebsdatenerfassung (MDE/BDE) und die daran ansetzenden Bereiche wie das Computer Aided Quality-Management (CAQ) oder die Fertigungsfeinplanung/-steuerung im Sinne eines Manufacturing Execution Systems (MES). Schließlich bieten die wenigsten Systeme funktional durchgängige Lösungen für Querschnittsfunktionen wie das Dokumenten-Management, Analysen im Sinne der Business Intelligence oder eigene Module für die Integration von Fremdsystemen (Enterprise Application Integration). In diesen Bereichen dominieren ebenfalls Partnerschaften mit Drittanbietern.
Entsprechend zeigt ein Blick "hinter die Kulissen", dass es mit der integrierten Datenhaltung im Sinne einer durchgängigen ERP-Infrastruktur nicht immer so weit her ist, wie es auf den ersten Blick scheint: Fast alle Anbieter integrieren für einzelne Aufgabenbereiche Produkte von Partnern. Gleichwohl versehen diese häufig mit dem Namen des eigenen Produktes. Bei mittelständischen ERP-Anbietern findet man in Deutschland beispielsweise sehr oft die Lösung von Varial im Bereich des rechtlich stark regulierten Rechnungswesens (etwa bei Infor AG, Psipenta GmbH oder AP AG). In diesem Fall erfolgt die Anbindung von Varial, das auf einer eigenen Datenbank betrieben werden muss, über eine "systeminterne" Schnittstelle. Diese Schnittstelle bringt mit sich, dass Daten doppelt gehalten werden und in zeitlichen Abständen abgeglichen werden müssen. Ist eine hohe Datenaktualität erforderlich, müssen die Synchronisationsläufe in kurzen zeitlichen Abständen erfolgen. Das stellt hohe Anforderungen an die Infrastruktur und führt nicht selten zu langen Zugriffszeiten für die Benutzer.
Dem Anspruch einer alles umfassenden und gleichzeitig integrierten ERP-Lösung werden - wenig überraschend - am ehesten die Lösungen der großen Software-Anbieter gerecht. Nur sie verfügen über die Ressourcen, um die Komplexität einer derartigen Software-Architektur bewältigen zu können. Dabei hat IFS im Hinblick auf die technische Integration die Nase vorn vor den Software-Giganten SAP und Oracle. SAP kann sämtliche Funktionsbereiche mit eigenen Software-Modulen abdecken, betreibt diese jedoch zum Teil auf getrennten Datenbanken (beispielsweise mySAP CRM, BW). Oracle greift in operativen Bereichen wie der Betriebsdatenerfassung und dem Qualitätsmanagement aber auch in der Lohn- und Gehaltsabrechnung auf Partnerprodukte zurück.
Unter Verzicht auf einige Software-Module (wie etwa MES/Fertigungsfeinplanung und -steuerung) weisen EnterpriseOne von Peoplesoft (ehem. JD Edwards) und So:Business von der Godesys AG ebenfalls eine sehr weitreichende technische Integration auf.
Spürbare Abstriche in Bezug auf die Breite des Funktionsspektrums sind zur Zeit noch bei den Newcomern wie "Business One" oder "Semiramis" festzustellen. Bei Business One wird von SAP in diesem Zusammenhang gern auf "diverse Partnerlösungen" verwiesen, bei denen sich die technische Umsetzung der Integration bis dato einer Bewertung entzieht.
Schließlich zeigen Systeme wie b2industry (bäurer GmbH), iBaan (SSA GT GmbH) und SoftM Suite (SoftM AG) Lücken bezüglich der technischen Integration der eingesetzten Module. So integriert Bäurer rund um den eigenen Kern des b2industry, der vorwiegend Aufgabenbereiche der Fertigung und Logistik abdeckt, eine relativ große Zahl von Partnerlösungen. Diese werden überwiegend auf getrennten Datenbanken und zum Teil unter eigenen Oberflächen betrieben. Diese recht heterogene Lösungsstruktur ist auch vor dem Hintergrund der jeweiligen Unternehmensentwicklung zu sehen. So ist Baan nach erheblichen Turbulenzen über die Invensys-Gruppe an SSA GT gegangen und wird dort nun in das bestehende Lösungsportfolio integriert. SoftM greift in erheblichem Umfang auf Partner-Lösungen sowie auf zugekaufte Lösungen zurück und die bäurer GmbH konzentriert sich schließlich nach überstandener Insolvenz auf ihre Kernkompetenzen, auch wenn darunter der Anspruch eines umfassenden und durchgängigen Lösungsangebotes in Teilbereichen leidet.
Branchenlösungen beziehungsweise branchenspezifische Vorkonfiguration
Eine besondere Herausforderung an ERP-Anbieter resultiert aus dem Facettenreichtum des Mittelstands bezüglich der betrieblichen Anforderungen an eine Software-Lösung. Einerseits fordern die Unternehmen ERP-Lösungen, die möglichst genau auf ihre jeweiligen Belange zugeschnitten sind. Anderseits ist der Mittelstand nicht bereit (und in der Lage) langwierige (unternehmensspezifische) Anpassungen finanziell zu tragen und schreckt zum Teil auch vor der Handhabung komplexer Software-Pakete oft zurück. Vor diesem Hintergrund bevorzugen mittelständische Unternehmen Branchenlösungen, die gleichzeitig als Indiz für die Branchenkompetenz der Software-Anbieter angesehen werden.
Vor diesem Hintergrund konzentrieren sich kleinere Anbieter verstärkt auf einzelne Branchen bzw. beschränken sich auf die Branchen, in denen sie bereits seit Jahren aktiv sind (z.B. CSB System AG/Nahrungsmittelbereich). Ergebnis sind relativ schlanke Lösungen, die eng auf die Belange der Zielgruppe zugeschnitten sind.
Gleichzeitig versuchen die großen Software-Anbieter horizontaler ERP-Lösungen (z.B. SAP AG und Microsoft (ehemals Navision) über Vertriebspartnerschaften mit Branchenspezialisten das erforderliche Branchen-Know-how in der Form vorkonfigurierter Software-Pakete in ihr Software-Angebot einzubringen. Ergebnis sind hier Lösungen, die sich aus der Sicht des Anwenders "abgespeckt" darstellen und dabei deutlich stärker die Belange der Zielgruppe berücksichtigen als dies bei der Basis-Lösung der Fall ist (zum Beispiel All for One AG / Maschinenbau).
Der Ansatz der Spezialisierung auf eine oder wenige Branchen reduziert die Komplexität der Software sowohl aus der Sicht des Anwenders als auch aus der Sicht des ERP-Anbieters. Problematisch ist diese Strategie jedoch im Hinblick auf die damit verbundene Beschränkung des Marktpotentials für den Anbieter. In Branchen-Nischen besteht die Gefahr, dass die erforderliche kritische Masse an Kundeninstallationen nicht mehr erreicht wird. Die Strategie der Partner-Netzwerke reduziert zwar aus der Sicht des Kunden die Komplexität der Software-Lösungen. Für den Anbieter verlagert sie sich bestenfalls weg von der Software hin zu komplexen Vertriebsstrukturen. Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt jedoch, dass bei dieser Strategie meist auch die Komplexität der Software-Lösungen weiter ansteigt. Vertriebspartner ergänzen in ihren Projekten unterschiedlichste Funktionsbausteine, die sukzessive in die Standardfunktionalität übernommen werden. Da dieser Prozess eher projektbedingt denn geplant verläuft, "wuchern" die Software-Programme geradezu.
Neue Technologien als Königsweg aus der Komplexitätsfalle
Die oben dargestellte Entwicklung zum breiteren Software-Einsatz im Mittelstand treibt angesichts veralteter Software-Technologien Anwender und Anbieter gleichermaßen in eine Komplexitätsfalle. Anwender leiden unter der geringen Flexibilität und Offenheit der ERP-Lösungen, die sich in eingeschränkter Unterstützung des Betriebs beziehungsweise erheblichen Aufwänden für Anpassung und den Betrieb bzw. die Pflege (angepasster) Software-Pakete niederschlagen. Gleichzeitig belastet die Komplexität der Software-Pakete die Anbieter im Rahmen der Weiterentwicklung - hier gelingt es selbst einem Giganten wie der SAP AG kaum noch, die Entwicklung einzelner Module oder Branchen-Aufsätze zu synchronisieren (vgl. COMPUTERWOCHE, 28.1.2004). Gleichzeitig führen die erforderlichen Aufwände für Implementierung und Release-Wechsel zu Preisstellungen, die insbesondere im Mittelstand kaum noch marktfähig sind.
ERP-Anbieter begegnen dieser Herausforderung verstärkt mit technologischen Lösungsansätzen wie beispielsweise:
Internetfähigkeit durch java-basierte Lösungen
- Entwicklung java-basierter Benutzeroberflächen: Dieser Ansatz ermöglicht eine zentrale Datenhaltung und Applikationsbetreuung. Die Anwender greifen dezentral über das Inter-/Intranet auf die Software zu, so dass der Implementierungs- und Pflegeaufwand erheblich reduziert werden kann.
- Entwicklung java-basierter Server-Applikationen: Dieser Ansatz steigert die Flexibilität bzgl. der einsetzbaren Server-Technologie und Betriebssysteme, so dass hier verstärkt auf bestehende bzw. kostengünstigere Technologien zurückgegriffen werden kann.
Modulare Software-Architekturen (z.B. mittels .NET-Framework, Web-Services)
- Standardisierung und Modularisierung von Funktionsbausteinen: Dieser Ansatz reduziert den Aufwand durch die Mehrfachentwicklung ähnlicher Funktionalität und erleichtert die kundenspezifische Konfiguration der benötigten Software-Module, die dann z.B. über sog. Web-Services untereinander in Aktion treten.
- Entwicklung einer "Plattformarchitektur": Ähnlich dem Prinzip der Plattformstrategien aus der Automobilindustrie (z.B. bei VW) bieten diese Architekturen ERP-Anbietern die Möglichkeit, das Spannungsfeld zwischen der aus wirtschaftlichen Gründen notwendigen Standardisierung der Software-Lösungen einerseits und der Anforderungsvielfalt im Mittelstand anderseits aufzulösen.
Gleichzeitig erleichtert die Offenheit dieser Technologien die Anbindung der Produkte von Dritt-Anbietern oder sogar von bereits bestehenden Eigenentwicklungen des Kunden.
Anbieter stehen diesbezüglich derzeit vor großen Herausforderungen: Sie müssen ihre bestehende Software-Lösung auf eine neue Technologie portieren oder vollständig neu entwickeln, was einige wenige Anbieter bereits weitgehend geleistet haben (z.B. CIS AG/Semiramis). Gleichzeitig müssen sie die Logik ihrer Software grundlegend überarbeiten, was insbesondere bei den großen integrierten Lösungen eine Herkulesaufgabe bedeutet. So beschäftigen sich z.B. bei der SAP AG derzeit rund 600 Software-Entwickler im Rahmen des Projektes "Vienna" damit, die bestehenden Programmstrukturen im Hinblick auf ihre Modularisierbarkeit im Sinne einer Plattformarchitektur (Bezeichnung bei der SAP AG: "Enterprise Service Architecture"/ESA) zu analysieren.
Fazit
Steigende Anforderungen mittelständischer Unternehmen an ihre ERP-Software in Verbindung mit niedrigeren Margen fördern auch im Mittelstandssegment eine Konsolidierung des Anbieter-Marktes. Hier werden neben den Großen mittelfristig nur diejenigen als eigenständige Anbieter überleben, denen es bei einer Spezialisierung auf einzelne Branchen gelingt, eine kritische Kundenmasse im vorhandenen Verdrängungswettbewerb zu erhalten bzw. zu erreichen. Langfristig werden sich hier nur diejenigen Anbieter halten, die ein umfassendes Funktionsspektrum mit geringem Aufwand (weiter-)entwickeln, anpassen und warten können. Der hierfür erforderliche Technologiesprung zwingt die ERP-Anbieter zu erheblichen Investitionen, die angesichts des schwachen Neulizenzgeschäftes der vergangenen Jahre nicht alle Anbieter werden aufbringen können.
Demnach wird sich langfristig auch der ERP-Markt für den Mittelstand stärker konsolidieren - es bleibt aber die Frage: In welchem Umfang? Zumindest mittelfristig, d.h. für eine weitere Software-Generation, haben gut positionierte Spezialisten im Mittelstand auf jeden Fall eine Daseinsberechtigung. Und möglicherweise bietet die deutlich steigende Offenheit der neuen Software-Technologien diesen Spezialisten auch langfristig eine Perspektive im Sinne des "Best of Breed"-Gedankens.
Autor Dr.-Ing. Karsten Sontow ist Vorstand der Trovarit AG, Aachen
Hintergrund
Die Bewertung von ERP-Systemen bzgl. ihrer Durchgängigkeit wurde durch die Trovarit AG mit Unterstützung des "IT-Matchmaker - Kompetenznetzwerk Software-Auswahl" erstellt. Mitglieder des Netzwerkes sind rund 30 unabhängige Beratungshäuser und Fachinstitute aus dem deutschsprachigen Raum, die gemeinsam ein breites Branchenspektrum abdecken (vgl. www.it-matchmaker.com/kompetenznetzwerk.html). Die Untersuchung basiert auf Daten aus der Internetdatenbank "IT-Matchmaker", ergänzt um die Angaben der aufgeführten Software-Anbieter. Anhand der Erfahrung des Kompetenznetzwerks aus zahlreichen Projekten zur Software-Auswahl und -Einführung wurde die Marktübersicht anschließend überprüft. Weitere Informationen unter www.trovarit.com.




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Mag. Christoph Weiss, i2s consulting, Leiter Büro Österreich: Magister und Textil-Fachingenieur. Führungserfahrung als IT-Leiter im Bereich technischer Grosshandel. Mehrfach Linien- verantwortlicher für ERP-Einführungen. Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Technikum Wien. Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für Datenverarbeitung (ADV) 