Mit "Integrierte ERP-Lösungen: Herausforderung im Mittelstand" übertitelt Trovarit-Vorstand Karsten Sontow seine Analyse, die am Anfang unserer fast 30seitigen "Thema"-Strecke zu finden ist (ab S.16). Er findet, dass sich der Investitionsstau der letzten Jahre zunehmend auch im Segment betrieblicher Software-Lösungen löst.
Die eigene, unter 845 mittelständischen deutschen Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe durchgeführte Studie zeigt, dass eine deutliche Mehrheit von 68% der investitionsbereiten Unternehmen plant, übergreifende ERP-Lösungen einzuführen, die mehrere Software-Module (z.B. Rechnungswesen, Warenwirtschaft und CRM) umfassen. Dabei planen ca. 45% der Unternehmen, diese Investition in einem umfassenden Projekt durchzuführen, während die übrigen Unternehmen mehrstufige Projekte über mehrere Jahre vorziehen. Der Mittelstand fordere also zunehmend eine durchgängige Software-Unterstützung der Geschäftsprozesse. Wichtig sei bei allen Projekten im Mittelstand insbesondere, die eigentlichen Ziele des Software-Einsatzes - effiziente Geschäftsprozesse bei akzeptablen Kosten für den IT-Betrieb - auch zu erreichen.
ERP: Ein Markt im Umbruch?
Monitor lud zum "Thema" der aktuellen Ausgabe zu einer seiner viel beachteten Diskussionsrunden. Aus Anlass einer derzeit noch laufenden ERP-Studie der Meta Group Österreich moderierte diesmal der Meta-Österreich-Chef Andreas Lohner. Jörg Kilgus fasst die Ergebnisse ab S. 22 zusammen. Lohner stellte zu Beginn der Diskussion gleich einige grundlegende Fragen: Stimmt es, dass der Markt schwieriger wird? Macht Branchenfokussierung Sinn? Steht Herstellern und Anwendern ein Technologiewandel ins Haus? Wie schaut es mit dem ROI bei ERP-Projekten aus?
Erste Ergebnisse der Meta-Studie zeigen, dass der ERP-Markt sehr stark fragmentiert ist, also von zahlreichen Anbietern bedient wird. Zweiter wichtiger Trend ist, dass klassische Tier One Anbieter - konkret die in ihren Bereichen führenden Unternehmen SAP, Microsoft und Oracle - mit neuen Produkten und verstärkter Marketing-Kraft in den Mittelstand drängen. Die Analysten begründen das damit, dass deren Kernsegment gesättigt ist und sie neue Zielgruppen im zersplitterten und großen Mittelstandsmarkt suchen. Die Konsequenz dieser beiden Trends sei eine Konsolidierung der Anbieterlandschaft. Dies werde aber noch einige Zeit dauern und bei weitem nicht so weitreichend sein wie etwa im Datenbanken-Bereich. SIS-Geschäftsführer Peter P. Blöschl: "Es ist keine Frage, dass der Markt durch den Eintritt der internationalen Anbieter wie Oracle, SAP oder Microsoft aus unserer Sicht schwieriger geworden ist." Doch das hänge auch damit zusammen, dass die großen Software-Häuser diesen Markteintritt quersubventionieren könnten.
EU-Erweiterung vor der Tür
Die erweiterte EU werde - so Monitor-Autor Achim Scharf - viele Möglichkeiten im Bereich der PCs, Software und Telekommunikation bieten. Die Beitrittsländer bräuchten allerdings noch viel Zeit, um zum EU-Durchschnitt aufzuholen. Der Beitritt von acht Staaten Mittel- und Osteuropas sowie Maltas und Zyperns wird am 1. Mai erfolgen, weiterhin dürfte mit dem Beitritt Bulgariens und Rumäniens für das Jahr 2007 gerechnet werden. Für Bulgarien und Rumänien wird die EU in den Jahren 2004 bis 2006 zwischen 1,2 und 1,4 Milliarden Euro jährlich als Vorbeitrittshilfen gewähren. Die Türkei verfügt über den Status eines Beitrittskandidaten. Kroatien hat einen Beitrittsantrag bei der EU-Kommission eingereicht, auch andere Staaten des ehemaligen Jugoslawiens äußerten Interesse an einem EU-Beitritt.
Die Marktforscher von IDC gehen von durchschnittlich 140 $ ITK-Ausgaben pro EU-Bürger in 2003 entsprechend 10,6 Milliarden $ insgesamt aus und erwarten Wachstumsraten von 10 Prozent über die nächsten drei Jahre (im Vergleich zu weniger als 5 Prozent in der heutigen EU). Dennoch sehen Analysten die EU-Erweiterung eher skeptisch. "Die erweiterte EU ist nicht eine Vereinigung von Gleichen, sondern von Ungleichen. Die neuen Länder sind vorwiegend agrarisch strukturiert und haben eine höhere Arbeitslosigkeit als die alten EU-Staaten. Die Erweiterung ist daher eine politische Entscheidung und es kann sein, dass die neuen Länder 50 bis 80 Jahre benötigen, um wirtschaftlich aufzuschließen", konzedierte etwa Steve Frantzen von IDC. "Es könnte also durchaus sein, dass die größere EU nach einer initialen Wachstumsphase über die ersten Jahre wirtschaftlich zurück fällt, und das hat dann auch Auswirkungen auf die ITK-Investitionen insgesamt." Lesen Sie den ganzen Text ab S. 6.
Frohe Ostern und eine interessante Lektüre wünscht Ihnen Ihr
Rüdiger Maier



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8/2011
7/2011


Mag. Carl-Markus Piswanger, MAS ist freier Journalist, Projektberater und hauptberuflich IT-Architekt. Er ist ausgebildeter Versicherungskaufmann, studierter Historiker und postgradualer E-Government-Experte. Er war beim ISP Netway, der Österreichischen Post und der Seibersdorf Research beschäftigt und seit 2004 als IT-Architekt im Bundesrechenzentrum. Der Wiener ist glücklich nicht verheiratet und hat einen Sohn. 