Die Delphi Group, weltweit agierendes Beratungsunternehmen für Wirtschaft und IT, hat eine Marktanalyse über Business Process Management (BPM) veröffentlicht, die Staffware, einen der führenden Anbieter für BPM-Software, untersucht und eine Marktübersicht liefert. Der Bericht, demzufolge BPM einer der wachstumsstärksten Bereiche in der Software-Branche ist, prognostiziert einen Umsatz von 550 Millionen US-Dollar für den BPM-Markt im Jahr 2003 mit Zuwachsraten von 15 bis 30 Prozent in den nächsten drei Jahren.
Der Delphi-Report kommt zu dem Schluss, dass "der echte Wert von BPM darin besteht, Geschäftsprozesse unabhängig von Applikationen und Infrastruktur zu definieren und umzusetzen." BPM wird auch als der letzte große Wachstumsbereich der Software-Industrie beschrieben und als die letzte Bastion, mit der sich ein Mehrwert aus der IT-Infrastruktur erwirtschaften lässt.
Der Bericht basiert auf Befragungen von 500 Unternehmen. Die Neuordnung von unternehmensweiten Prozessen gilt dabei als der wichtigste Grund für BPM-Anwendungen. 46 Prozent der Befragten sehen BPM in diesem Blickwinkel, viermal mehr als ein Mittel zur Integration von Applikationen.
Nathaniel Palmer, Chef-Analyst der Delphi Group und Autor des Berichts, schlussfolgert daraus: "Die Akzeptanz von BPM hat sich mehr als verdoppelt, seit wir die letzte Marktuntersuchung im Jahr 2001 unternommen haben. BPM wird jetzt von 75 Prozent aller befragten Unternehmen eingesetzt oder ernsthaft in Erwägung gezogen."
Palmer fügt hinzu: "Ein weiteres bemerkenswertes Ergebnis ist die klare Verschiebung in der Priorisierung unter BPM-Gutachtern von der Integration auf Datenebene hin zu einer Abstimmung unternehmensweiter Abläufe. Obwohl der Zugriff auf Integrationsfähigkeiten ein Hauptantrieb für BPM-Projekte bleibt, bestätigt diese Studie wiederholt das klare Verständnis des Marktes, dass BPM kein Teilsatz von EAI ist. Wie der Bericht veranschaulicht, bietet Business Process Management einen viel größeren Wertbeitrag als einfache Integration und bietet das Potenzial, einer der erfolgversprechendsten Software-Märkte seit Jahrzehnten zu werden."
Zu den weiteren wichtigen Ergebnissen des Berichts gehören:
- Zwischen BPM und EAI wird klar getrennt.
- 59 Prozent der Befragten sehen BPM als "eine sich entwickelnde Software-Schicht, um neue Prozess-basierte Anwendungen zu schaffen."
- In fast der Hälfte aller Fälle (46 Prozent) waren die Geldgeber für BPM-Projekte führende Manager. CIOs waren 30 Prozent davon. Staffware ist der Meinung, dass dies die Bedeutung und die Zugänglichkeit von BPM für die Geschäftsleitung widerspiegelt.
- Zwanzig Prozent der Befragten nutzen bereits BPM, von denen sich 48 Prozent in der Frühphase der Evaluierung befinden. Delphi prognostiziert auch, dass die Mehrheit der Unternehmen Kaufentscheidungen für BPM-Lösungen in den nächsten drei Jahren treffen wird. Der Prozentsatz derjenigen ohne Pläne für BPM-Projekte ist von 29 Prozent im Jahr 2001 auf 23 Prozent im Jahr 2003 gesunken.
- Jedoch haben 62 Prozent der Unternehmen erst weniger als 25 Prozent ihrer Prozesse digitalisiert.
Bis heute wurde BPM im Kontext von Integrationstechnologien diskutiert. Der Bericht stellt jedoch fest, dass der Markt sich immer mehr über den Unterschied zwischen ‚Prozessmanagement' und ‚Datenintegration' bewusst wird. Die Delphi Group schätzt, dass dieses Jahr rund 2.000 BPM-Software-Verträge abgeschlossen werden. Nach der aktuellen Quote an Kundengewinnen bei Staffware würden ungefähr zehn Prozent davon auf Staffware-Projekte fallen.



1/2012
8/2011
7/2011


Dr. Manfred Wöhrl ist Geschäftsführer der R.I.C.S. EDV-GmbH (Research Institute for Computer Science, www.rics.at), spezialisiert auf Securitychecks und Security-Consulting. 