Dominik Troger
"Mit dem Ende der Hype war klar, dass traditionelle Netzwerksysteme nicht aufgegeben werden, sondern dass darum geht, die getätigten Investitionen zu schützen und sinnvoll auf Next Generation Backbones zu migrieren", erläutert Ilan Seidner, Director of Markting Communications bei RAD data communications, "damit Carrier und deren Kunden auch von den wirtschaftlichen und technischen Vorteilen der neuen IP- und Ethernet-basierten Technologien profitieren können."
Dabei gilt es einen sinnvollen Weg zu finden, der eine sanfte Migration bestehender Systeme notwendig macht. "Mit RAD Produkten können Netzbetreiber auf einfache und kostengünstige geswitchte Paket-Netzwerke umsteigen und dabei weiterhin herkömmliche TDM-Services (Time Division Multiplexing, Zeitmultiplex) anbieten", erläutert Seidner. "Umgekehrt können Telekommunikationsanbieter und Unternehmen die Vorteile von LAN- und anderen Anwendungen der nächsten Generation und Services nutzen, ohne bestehende Backbone-Technologien ersetzen zu müssen, wenn diese noch wettbewerbsfähig oder noch nicht voll abgeschrieben sind."
RAD data communications, das imVorjahr einen Umsatz von 132 Millionen Dollar erzielte (davon 37% in der Region Westeuropa, 14% in Osteuropa), bietet zu diesem Zweck eine Vielfalt an Produkten an, die neben der kontinuierlichen Unterstützung älterer Standards auch jede Menge an Innovationspotential bieten. RAD unterstützt ein breites Technologiespektrum wie ATM, IP/Ethernet, Frame Relay, TDMoIP, E1/T1, E3/T3, Breitbandübertragung, Glasfaser, Sprachkomprimierung, Bitraten-, Schnittstellen- und Protokoll-Konvertierung. Besonders im Fokus sind derzeit Produkte zur Ethernet-Anbindung an SDH/Sonet sowie für TDM over IP.
TDMoIP-Standard im Kommen
Die TDMoIP-Produkte von RAD sollen Unternehmen und Carriern die sanfte Migration auf die nächste Netzwerkgeneration mit E1/T1- oder E3/T3-Connectivity über neue Hochleistungs-IP- bzw. Ethernet-Netze ermöglichen. Die Geräte wandeln E1- oder T1-Datenströme in IP-Pakete für den Transport über Gigabit Ethernet-basierte Backbones um. In vielen Produkten wurden Hochleistungs-IP-Routing und Ethernet-Schnittstellen integriert, um LAN-to-LAN-Erweiterungen über verschiedene WAN-Technologien zu ermöglichen.
TDMoIP, bis jetzt eine proprietäre Entwicklung von RAD, wird durch die Präsentation einer PCI Mezzanine Card (PMC) für OEMs, die auf dem TDMoIP-Chip von RAD basiert, einem internationalen Standard "zugeführt". "TDMoIP ist eine im praktischen Einsatz bewährte Technologie, die weltweit zurzeit bei über 20.000 Verbindungen genutzt wird", kommentiert Seidner. "Außerdem unterstützt TDMoIP das TDMoMPLS Implementationsabkommen der MPLS/Frame Relay Alliance, und ist konform mit dem Entwurf, der bei der IETF PWE3 Arbeitsgruppe eingereicht wurde." Die offizielle Absegnung de Standards soll in den nächsten Monaten erfolgen.
Bei RAD ist man sicher, dass sich TDMoIP derart zu einer echten Alternative für VOIP entwickeln wird, die dank neuer Kompressionsfunktionen auch für den Mittelbetriebsbereich interessante Einsparungspotentiale eröffnet.
Ethernet-over-SDH-Konvertierung
Neu ist auch ein vollständiges Set mit Ethernet-Zugangslösungen für SDH bzw. PDH-Leitungen, das jegliche SDH- bzw. PDH-Datenraten abdeckt. Damit können Unternehmen und Serviceprovider Ethernet-Services wie LAN-Transport über die bestehende, leitungsvermittelte Infrastruktur anbieten. Carrier können damit Zugangsdienste in der "Letzten Meile" realisieren.
Zu den neu vorgestellten Lösungen zählen Gigabit Ethernet-over-SDH- bzw. Ethernet-over-PDH-Konverter und ein Ethernet-Inversmultiplexer. Zudem präsentiert RAD ein Ethernet-over-SDH-Abschlussgerät (Network Termination Unit, NTU), das am Kundenstandort installiert wird. Die NTU unterstützt erweitertes Bandbreiten-Management, wie z.B. Virtual Concatenation (virtuelle Verkettung), Link Capacity Adjustment Scheme (LCAS) und Generic Framing Protocol (GFP).
"Diese Lösungen bieten sowohl für Serviceprovider als auch für Endanwender die Möglichkeit, Ethernet-Dienste über herkömmliche Standleitungen zu übertragen - von teilbelegten E1/T1-Verbindungen, über ganze E1/T1- bis hin zu n x E1/T1- und STM-1-Leitungen. Damit ist RAD in der Lage, vielfältige Carrier- und Campus-Lösungen aus einer Hand anzubieten", so Seidner.
In Österreich werden die Produkte von RAD data communications über die beiden Partner CS Communications und ITM vertrieben.



1/2012
8/2011
7/2011


Dr. Eric Scherer ist Geschäftsführer des anbieterunabhängigen Beratungs- und Marktforschungsunternehmens i2s. Er gilt als einer der führenden ERP-Experten und ist Initiator der ERP-Zufriedenheitsstudie. 